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Wirtschaft - Klagenfurt
Thomas Hlatky hat seine Firma nach einer außergerichtlichen Einigung mit Nestlè in TOM´S HOT STUFF umbenannt.
Thomas Hlatky hat seine Firma nach einer außergerichtlichen Einigung mit Nestlè in TOM´S HOT STUFF umbenannt. © Bernhard Schindler

Nestlè ortete Verwechslungsgefahr

Erzwungene Namens­änderung für Klagen­furter Chili­saucen

Klagenfurt – Eigentlich wäre es ja eine Ehre für ein junges Start-up, wenn ein Lebensmittelgigant wie Nestlè auf die Firma aufmerksam wird, wäre da nicht der bittere Beigeschmack. Die zum Nestlè-Konzern gehörende Firma Thomy ortete Verwechslungsgefahr und verlangte die Markenlöschung von „Tommy´s Hot Stuff“.

 3 Minuten Lesezeit (427 Wörter) | Änderung am 17.11.2020 - 18.37 Uhr

Von Christine Jeremias. Begonnen hat alles mit der Vorliebe von Thomas Hlatky für scharfes Essen. Da die meisten gekauften Chilisaucen den Klagenfurter nicht wirklich überzeugten, begann er damit, seine eigenen zu kochen und im Bekanntenkreis zu verschenken. Die Rückmeldungen waren so positiv, dass Tommy am Ende des Bachelorstudiums beschloss, seine berufliche Zukunft den Chilis und nicht der Pädagogik zu widmen. Und so startete er 2016 durch und nannte sein Start-up nach seinem Spitznamen „Tommy`s Hot Stuff“.

Saucen-Weltmeister

Neben dem Kochen, Abfüllen und Versenden der Saucen fand Hlatky dennoch Zeit, das Masterstudium zu absolvieren. „Ein Plan B für alle Fälle kann nie schaden. Sollte TOM`S HOT STUFF irgendwann nicht mehr so gut gehen, hätte ich eine fertige Ausbildung als Pädagoge“, so Hlatky. Danach sieht es derzeit aber nicht aus: TOM`S HOT SAUCE ist nicht nur in zahlreichen Delikatessläden und Gastronomiebetrieben in ganz Österreich zu finden, die Chilisaucen räumten schon mehrfach bei weltweiten Bewerben ab. Zuletzt gewann TOM´S HOT SAUCE im März den Weltmeistertitel in New York. Mit der „Brennstoff Hot Sauce“ hat Hlatky sogar eine eigene Sauce für Interspar kreiert.

Tommy wird erwachsen

Durch den Erfolg wurde wohl auch Nestlè auf das Klagenfurter Unternehmen aufmerksam. Das Schreiben mit der Aufforderung zur Markenlöschung wegen Verwechslungsgefahr mit Thomy-Produkten kam für den Chili-Liebhaber dennoch überraschend. „Nach Beratung mit meinem Anwalt war aber schnell klar, dass ich mich auf keinen vielleicht monatelangen Rechtsstreit einlassen will. Daher haben wir eine unkomplizierte Lösung gesucht und uns außergerichtlich geeinigt. Meine Produkte werden ab sofort unter dem Namen TOM´S HOT STUFF verkauft. Das ist kürzer und knackiger, Tommy ist sozusagen erwachsen geworden“, sieht Thomas Hlatky die Sache trotz allem positiv. Alle Saucen, die noch unter dem alten Namen produziert wurden, dürfen aber noch abverkauft werden. Zehn Prozent des Gewinns gehen dabei übrigens an die NGO DirtWater, die sich für sauberes Trinkwasser in Entwicklungsländern einsetzt.

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Kleine Flasche, großes Aufsehen: Weil Thomy Verwechslungsgefahr ortete, werden die Klagenfurter Chilisaucen unter neuem Namen verkauft.

Kleine Flasche, großes Aufsehen: Weil Thomy Verwechslungsgefahr ortete, werden die Klagenfurter Chilisaucen unter neuem Namen verkauft. - © Bernhard Schindler

Zukunftspläne

Auch wenn durch den Konflikt mit dem Großkonzern einige Kosten entstanden sind, blickt der Saucenhersteller optimistisch in die Zukunft. „Ich habe noch viele Pläne und Ideen, denen ich meine Energie lieber widme als dem Namensstreit. Demnächst kommt die limitierte Winteredition auf den Markt und im nächsten Jahr möchte ich die Firma vergrößern“ verrät Hlatky. Die Klagenfurter Chilisauce werden also auch weiterhin in aller Munde sein.

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