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Testungen sind wichtig

Bei Früherkennung: Aids kein sicheres Todesurteil mehr

Kärnten/Klagenfurt – Der Weltaidstag am 1. Dezember wurde 1988 von der WHO ins Leben gerufen. In diesen drei Jahrzehnten wurden unglaubliche Erfolge im Kampf gegen HIV/Aids erzielt, vor allem in der Entwicklung der HIV-Therapie. „Galt Aids früher noch als sicheres Todesurteil, so ist heutzutage bei einer frühzeitigen HIV-Diagnose von einer ganz normalen Lebenserwartung bei guter Lebensqualität auszugehen“, sagte heute, Donnerstag, Gesundheitsreferentin LHStv.in Beate Prettner im Rahmen einer Pressekonferenz.

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Der Weltaidstag am 1. Dezember wurde 1988 von der WHO ins Leben gerufen. In diesen drei Jahrzehnten wurden unglaubliche Erfolge im Kampf gegen HIV/Aids erzielt, vor allem in der Entwicklung der HIV-Therapie. „Galt Aids früher noch als sicheres Todesurteil, so ist heutzutage bei einer frühzeitigen HIV-Diagnose von einer ganz normalen Lebenserwartung bei guter Lebensqualität auszugehen“, sagte heute, Donnerstag, Gesundheitsreferentin LHStv.in Beate Prettner im Rahmen einer Pressekonferenz.

Kostenlose Testungen

„Daher ist es auch so wichtig, sich testen zu lassen. Bei HIV gibt es keine bessere ,Medizin‘ als den Test“, warb Prettner für die Inanspruchnahme der kostenlosen Testungen. Diese werden in der aidsHilfe Kärnten in Klagenfurt wöchentlich durchgeführt – und zwar jeden Dienstag von 16.30 Uhr bis 18.30 Uhr. „Zwischen 15 und 20 Personen nehmen jede Woche dieses Angebot in Anspruch. Allerdings macht uns Corona etwas zu schaffen: Während des ersten Lockdowns mussten wir zusperren und konnten keine Tests durchführen. Jetzt, im zweiten Lockdown, dürfen wir offenhalten. Dennoch ist zu befürchten, dass weniger Leute kommen werden“, meinte Günther Nagele, Leiter der aidsHilfe Kärnten. Übrigens: Die Tests werden im AGES-Labor in Wien ausgewertet. „Bereits zwei Tage später, immer am Donnerstag, liegen die Ergebnisse vor“, erklärte Nagele. Von der Coronasituation beeinträchtigt sei auch die Präventionsarbeit – insbesondere an Schulen. „Durch die Schulschließungen war es im Frühjahr nicht möglich, die Schulprävention ohne Hindernisse durchzuführen. Momentan sehen wir uns wieder vor dieser Situation. Es ist dringend notwendig, junge Menschen über die Gefahren aufzuklären – und Bewusstsein zu schaffen“, so Nagele.

Neuinfektionen in Kärnten

Letztes Jahr wurden weltweit 1,7 Millionen Neuinfektionen registriert und 800.000 Menschen starben an den Folgen einer HIV-Infektion. In Österreich wurden 2018 397 Neudiagnosen gestellt, davon 17 in Kärnten. Im Vorjahr waren es 430 Neudiagnosen in Österreich, 20 in Kärnten. „Aktuell befinden sich 270 Kärntner in Therapie, davon im Klinikum 225“, informierte Oberarzt Manfred Kanatschnig. „Die Therapien haben sich im Laufe der vergangenen Jahre hervorragend weiterentwickelt. Leider erhalten zwischen 20 und 30 Prozent der HIV-Positiven ihre Diagnose zu einem Zeitpunkt, an dem ihr Immunsystem schon geschwächt ist. Dann verlieren wir die Patienten“, so Kanatschnig. Wie er erklärte, gehe der Beginn der Infektion mit grippeähnlichen Symptomen einher. „Danach hat man bis zu zehn Jahre gar keine Symptome, fühlt sich absolut gesund. Genau in dieser Zeit wäre es wichtig, die Erkrankung zu diagnostizieren. Denn danach kommt es plötzlich zu schweren Symptomen – und die Therapie kann nicht mehr greifen.“ Daher auch sein Appell: „Lassen Sie sich testen!“

Anlässlich des Weltaidstages startet morgen, Freitag, österreichweit die Aidstestwoche: Sie läuft bis einschließlich 27. November. In Kärnten werden die Testungen in der aidsHilfe (Klagenfurt, Bahnhofstraße 22) durchgeführt.

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