fbpx

Zum Thema:

21.03.2020 - 09:21Geburt alleine: „Vater darf das Kleine nicht begrüßen!“
Aktuell - Kärnten
© Bettina Nikolic

Bis 6. Dezember:

Besuchsverbot bis zum Lockdown-Ende verlängert

Kärnten – „Jede Maßnahme, die wir unseren Alten- und Pflegeheimen setzen, setzen wir zum Schutz und zum Wohle der Bewohner und Mitarbeiter: Nach intensiven Beratungen im Koordinationsgremium des Landes und nach einer Videokonferenz mit den Kärntner Heimbetreibern werden wir daher das ursprünglich bis 23. November ausgesprochene Besuchsverbot bis zum Ende des Lockdowns am 6. Dezember verlängern“, sagt Gesundheitsreferentin Beate Prettner.

 3 Minuten Lesezeit (427 Wörter) | Änderung am 20.11.2020 - 18.58 Uhr

„Selbstverständlich bleiben die individuellen Ausnahmeregelungen aufrecht“, betont Prettner. Kärnten hat in den ersten Corona-Monaten eine österreichweite Ausnahme dargestellt: Bis Ende des Sommers wurde kein einziger positiver Fall bei einem Bewohner registriert. In den Herbstmonaten hat sich die Situation verändert – auch in Kärnten kam es wie in allen anderen Bundesländern zu Infizierten und auch Todesfällen. Der erste Corona-Todesfall in einem Kärntner Pflegeheim ereignete sich am 14. Oktober. Bisher sind 43 Personen aus Pflegeheimen an bzw. mit dem Coronavirus gestorben.

Mitarbeiter werden wöchentlich getestet

„Wir nehmen unsere Verantwortung sehr ernst und treffen alle Maßnahmen, die helfen, das Virus einzudämmen. Es geht um den gesundheitlichen Schutz der Heimbewohner, mehr noch – es geht um ihr Leben“, so die Gesundheitsreferentin. Die Mitarbeiter würden wöchentlich mittels Antigentests auf das Virus getestet. Die Lieferung der Tests erfolgt zentral über den Bund, namentlich über die AGES. Seitens der Heimbetreiber wurde die Verlängerung des Besuchsverbotes positiv aufgenommen. Verlängert wird das Besuchsverbot auch in den Kabeg-Häusern – wie in den Pflegeheimen ebenfalls bis 6. Dezember. Danach werde die Situation evaluiert.

Kritik an Besuchsverbot

Wenig Verständnis für die Verlängerung des strengen Besuchsverbots in Pflegeheimen und Spitälern äußert Team Kärnten-Chef Gerhard Köfer: „Die Corona-Pandemie hat vor allem auf die Bewohner von Alters- und Pflegeheimen teilweise dramatische Auswirkungen, insbesondere im psychischen Bereich. Derzeit kommt noch dazu, dass Senioren in den Heimen, die keinen Besuch empfangen dürfen, oftmals sehr lange vor dem Fernseher sitzen oder andere Medien konsumieren, wo sie dann erfahren dürfen, dass immer mehr Bewohner von Heimen an Corona sterben.“ Köfer fordert, dass mit allen Mitteln verhindert wird, dass unsere ältere Generation noch stärker vereinsamt: „Es braucht Lösungen, wie Besuche sicher erfolgen können. Viele Bewohner von Alters- und Pflegeheimen befinden sich am Lebensabend und oft ist es der einzige Wunsch, seine engsten Angehörigen noch zu sehen. Das muss möglich sein. Dieser Wunsch muss erfüllbar sein.“

Schnelltest in Heimen gefordert

Köfer verlangt den gezielten Einsatz von Schnelltests für Gäste von Heimen: „Besucher könnten vor dem Eintritt einem solchen Test unterzogen werden. Wir müssen alles dafür unternehmen, dass Besuche von betagten Menschen erfolgen können.“ Ebenfalls tritt Köfer dafür ein, dass neben den Mitarbeitern von Heimen auch die Bewohner einem regelmäßigen Corona-Screening unterzogen werden, um so infizierte Personen schneller erkennen und absondern zu können: „Auch diese Maßnahme kann dazu beitragen, die Heime wieder verstärkt für Angehörige öffnen zu können.“

ANZEIGE