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Gibt es so etwas auch in Kärnten?

Kannibalismus-Verdacht sorgt für Schlag­zeilen

Kärnten – Ein Fall von Kannibalismus macht zur Zeit in Deutschland Schlagzeilen: Ein Lehrer soll seinen Freund getötet und anschließend teilweise verspeist haben. Ist so etwas auch in Kärnten schon einmal vorgekommen? Wir haben nachgefragt - und eine überraschende Antwort bekommen.

 2 Minuten Lesezeit (283 Wörter)

Von Manfred Wrussnig. „In speziellen Foren im Internet wird Kannibalismus eifrig diskutiert“, stellt dazu die Kärntner Psychologin Waltraud Kubelka-Chimani fest. Sie arbeitet am „Weidenhof“ in Grafenstein bei Klagenfurt und ist auf die Behandlung von psychisch kranken Menschen spezialisiert. „In meiner Laufbahn kamen mir auch zwei Fälle von Kärntnern zur Behandlung, die unter dem Zwang litten, sich zu verstümmeln, das Fleisch aus dem Körper zu schneiden, die Stücke dann zu braten und zu essen. Das ist bereits die Vorstufe zum Kannibalismus“, so die Psychologin.

„Ich blute, also bin ich“

Selbstverstümmelungspatienten leiden an einer hochgradigen Aggression und sind schwer psychisch krank. Viele hätten auch den Zwang, ihr eigenes Blut fließen sehen zu wollen. „Ich blute, also bin ich“, heißt der Titel des Buches in dem diese Aggressionen sehr gut beschrieben sind, weiß Kubelka-Chimani. Statistisch gesehen haben neun von zehn erkrankten Patienten überdies noch den Wunsch, zu sterben und aufgegessen zu werden. Nur einer würde das aber auch gerne tun, töten und essen, so Kubelka-Chimani.

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Psychologin Waltraud Kubelka-Chimani arbeitet am „Weidenhof“ in Grafenstein bei Klagenfurt und ist auf die Behandlung von psychisch kranken Menschen spezialisiert.

Psychologin Waltraud Kubelka-Chimani arbeitet am „Weidenhof“ in Grafenstein bei Klagenfurt und ist auf die Behandlung von psychisch kranken Menschen spezialisiert. - © KK

Phantasie bleibt meist Phantasie

„Es ist der Wunsch nach der totalen Unterwerfung, wenn man jemanden anbietet, töte und iss mich. Meistens liegen bei solchen Menschen traumatische Erfahrungen in der Kinder und Jugendzeit hinter sich. Oft sexueller Missbrauch in der Familie“, so die Psychologin. Doch zur tatsächlichen Umsetzung dieser Wünsche, wie es jetzt in Deutschland passierte, käme es nur sehr selten. „99 Prozent dieser Menschen leben das nur in ihrer Phantasie aus, und würden es nie umsetzen“, berichtet Kubelka-Chimani.

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