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Politik - Klagenfurt
© Frey

Im Bereich des Klagenfurter Flughafens

Wirbel um Baum­fällung: „50 ge­sunde Bäume sinn­befreit entfernt“

Klagenfurt – Stadtrat Frank Frey (Grüne) zeigt sich empört über die "Baumschlägerungen ungeahnten Ausmaßes" am Parkplatz des Klagenfurter Flughafens: "An die 50 intakte, gesunde Bäume wurden in einer Ruck-Zuck-Aktion von den Betreibern des Flughafens sinnbefreit entfernt!“ 

 3 Minuten Lesezeit (457 Wörter)

„Gerade mal zwei Tage ist es her, dass ich mich mit der Ignoranz eines Lebensmittelkonzerns konfrontiert sah. Fast zur selben Zeit erreicht mich die Nachricht, dass am Parkplatz des Klagenfurter Flughafens wieder die Willkür mit der Kettensäge wütet“, ist Stadtrat Frey empört über die Baumschlägerungen ungeahnten Ausmaßes. „An die 50 intakte, gesunde Bäume wurden in einer Ruck-Zuck-Aktion von den Betreibern des Flughafens sinnbefreit entfernt.“

Bäume unter Obhut der Stadt

„Die Abteilung Stadtgarten hatte im Auftrag der Flughafen Betriebs GesmbH die Betreuung der Grünflächen und des Baumbestandes durchgeführt“, führt Frey weiter aus. „Diese Bäume und deren Zustand sind alle noch im stadteigenen Baumkataster erfasst. Daher wissen wir genau über deren Vitalität Bescheid. Es bestand keiner der zwingenden Schlägerungsgründe wie Krankheit oder Überalterung.“

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„An die 50 intakte, gesunde Bäume wurden in einer Ruck-Zuck-Aktion von den Betreibern des Flughafens sinnbefreit entfernt“, kritisiert Stadtrat Frank Frey.

„An die 50 intakte, gesunde Bäume wurden in einer Ruck-Zuck-Aktion von den Betreibern des Flughafens sinnbefreit entfernt“, kritisiert Stadtrat Frank Frey. - © Frey

Kundenwünsche als Ausrede der Baumfrevler?

„Auf meine Nachfrage bei den Verantwortlichen erhielt ich die saloppe Antwort: unsere Kunden wünschen nicht, dass ihre Fahrzeuge verunreinigt werden“, sagt Frey, der diesem ignoranten Verhalten nur Unverständnis entgegenbringt. „Albert Einstein wird das Zitat ‚Es gibt nur zwei unendliche Dinge, das Universum und die Dummheit der Menschen‘ zugeschrieben. Ich sage er hatte vollkommen Recht. Die Dummheit kennt wirklich keine Grenzen und die Verantwortlichen haben neuerlich einen Beweis dafür geliefert.“

„Ein paar Erkenntnisse aus der Botanik, als quasi Nachhilfestunde für Supermarkt-Marketingleiter, Flughafen-, Kinobetreiber und alle die sonst noch große, versiegelte Flächen in dieser Stadt zu verantworten haben, bin ich gerne bereit anzuführen“, so der Grüne Umweltstadtrat. „Da ist einmal das Mikroklima: versiegelte Flächen heizen sich unter Sonneneinwirkung stark auf (Urban Heat Islands) und können lokale Unwetter und Stürme deutlich verschlimmern. Bäume regulieren den Wasserhaushalt der Stadt und binden Feinstaub. Die Biodiversität (verschiedenste Baumarten) gewährleisten die Gesundheit des Gesamtbestandes und Resistenz gegen Krankheiten die nur einzelne Arten befallen. Und zuletzt haben Bäume auch eine Habitatfunktion und leisten ihren Beitrag zur Eindämmung des regionalen Artensterbens.“

Baumschutzverordnung gefordert

„Und wiederum lässt sich nur sagen: ich fordere dringlich eine Baumschutzverordnung von der Landesregierung ein“, wiederholt Frank Frey seine Forderung. „Nur damit lassen sich derartige Willkürakte verhindern. Und meinen Regierungsmitgliedern sollte endlich einmal der Knopf aufgehen, dass man einem Investor oder Immobilienentwickler nicht jeden Wunsch von den Augen ablesen muss. Er braucht die Stadt für die Umsetzung seiner Pläne und hat sich gefälligst auch im Sinne der Stadt zu verhalten. Man kann ihm ruhig auch einmal eine Begehrlichkeit versagen und muss nicht jedem Anliegen willfährig zustimmen.“

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