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Politik - Kärnten
© KK

Gewerkschaft GPA - Kärnten:

Einkaufen am Sonntag: „90 Prozent der An­gestellten lehnen das ab“

Kärnten – Jutta Brandhuber, Regionalgeschäftsführerin der Gewerkschaft der Privatangestellte (GPA), kritisiert die Forderung von Wirtschaftskammer-Präsident Mahrer nach einer Öffnung des Handels an den Sonntagen vor Weihnachten.

 3 Minuten Lesezeit (402 Wörter)

„Die Handelsangestellten haben in dieser Krise bewiesen, dass sie zu den Helden unserer Gesellschaft gehören. Sie halten Österreich am Laufen und waren in den vergangenen Monaten enormen Schwierigkeiten ausgesetzt. Sie verdienen Respekt, nicht zusätzliche Belastungen.

35.000 Angestellte wären betroffen

In Kärnten wären 35.000 Handelsangestellte von der Sonntagsöffnung betroffen, davon 2/3 Frauen und viele in Teilzeit. „Wir wissen aus zahlreichen Befragungen, dass die Ablehnung der Handelsangestellten gegenüber der Sonntagsöffnung bei über 90 Prozent liegt. Dass sie jetzt zum Handkuss kommen sollen, ist unverständlich. Wenn etwas gegen steigende Infektionszahlen getan werden soll, dann wäre das Vermeiden von Super-Events, zum Beispiel bei Möbelhäusern, ein erster sinnvoller Schritt“, so Brandhuber.

Kommunikation auf Augenhöhe

„Für Gespräche auf Augenhöhe stehen wir immer bereit. Zu Stärkung des heimischen Handels gegenüber Online-Giganten wie Amazon stehen wir ebenfalls gerne bereit. Hier wären aber echte Digitalsteuern weit hilfreicher als zwei offene Sonntage“, erklärt der für den Handel zuständige Regionalsekretär Günther Granegger.

Geschäfte bis 21 Uhr offen?

Zum Vorschlag der Ausdehnung der Öffnungszeiten sagt Granegger: „Schon jetzt können die Geschäfte bis 21 Uhr offenhalten. Eine Ausweitung dieser Öffnungszeiten ist nicht zu rechtfertigen.“ „Wenn sich die Arbeitsbedingungen für die Handelsangestellten weiterhin so massiv verschlechtern, braucht man sich nicht wundern, wenn junge Menschen kein berufliches Interesse mehr für diesen Bereich entwickeln“, so Brandhuber abschließend.

FPÖ: „So retten wir den Handel nicht“

Die FPÖ stellt klar, das sie gegen jegliche Pläne einer generellen Sonntagsöffnung im Handel ist. Da viele Bürger aufgrund der Regierungsmaßnahmen in Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit gedrängt worden sein und nicht mehr Einkommen haben, würde eine Sonntagsöffnung auch nicht für mehr Umsätze sorgen, sondern diese höchstens auf einen anderen Tag verschieben – verbunden mit einer Mehrbelastung der Angestellten, so die FPÖ.

Darmann fordert weiter 1.000 Euro Gutschein pro Bürger

„Zur Ankurbelung der Wirtschaft muss die Bundesregierung endlich den 1000-Euro-Österreich-Gutschein, den die FPÖ seit dem Frühjahr fordert, umsetzen. Jeder Österreicher soll diesen Gutschein vom Staat bekommen, um ihn bei heimischen und in Österreich steuerpflichtigen Betrieben einzulösen. Für eine vierköpfige Familie sind das 4.000 Euro! Das würde die Wirtschaft und unsere Gastronomie beleben, Arbeitsplätze schaffen und den Einzelhandel stärken – viel mehr als eine Sonntagsöffnung“, so der Kärntner FPÖ-Obmann Gernot Darmann in einer Stellungnahme.

 

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