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Die Landesregierung schließt sich zum dritten Mal der UN-Women-Kampagne an. Auch in den letzten Jahren wurden eine Reihe von Aktionen organisiert.
Die Landesregierung schließt sich zum dritten Mal der UN-Women-Kampagne an. Auch in den letzten Jahren wurden eine Reihe von Aktionen organisiert. © Büro LR.in Schaar

Das Land Kärnten will Zeichen setzten

Kärnten: Jede fünfte Frau ist von Gewalt be­troffen

Kärnten – Am Mittwoch starten die jährlichen 16 Tage gegen Gewalt an Frauen. „Weltweit wird jedes Jahr zwischen dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen am 25. November und dem Internationalen Tag der Menschenrechte am 10. Dezember mittels unterschiedlicher Aktionen auf das Thema Gewalt als globales Problem und fundamentale Menschenrechtsverletzung aufmerksam gemacht“, informiert Frauenreferentin Landesrätin Sara Schaar. 

 3 Minuten Lesezeit (477 Wörter)

„Nach wie vor ist jede fünfte Frau in Österreich ab ihrem 15. Lebensjahr von körperlicher und/oder sexueller Gewalt betroffen, jede dritte Frau von einer Form von sexueller Belästigung und jede siebente Frau von Stalking. Im Jahr 2019 wurden 39 Frauen ermordet. Beim überwiegenden Teil bestand ein familiäres oder partnerschaftliches Verhältnis“, so LHStv.in Beate Prettner mit Bezug auf Auswertungen der Autonomen Österreichischen Frauenhäuser. „Die Corona-Pandemie hat diese schon dramatische Situation zusätzlich verschärft“, berichten Schaar und Landesfrauenbeauftragte Martina Gabriel.

„Weniger Beratung bedeutet aber nicht weniger Gewalt“

Vor allem ein befürchteter Anstieg an häuslicher Gewalt werde mit Argusaugen beobachtet, so auch Roswitha Bucher, Geschäftsführerin des Gewaltschutzzentrums Kärnten: „Nach einem Beratungsanstieg im ersten Lockdown kam es zu einem Rückgang. Weniger Beratung bedeutet aber nicht weniger Gewalt. Im Gegenteil, wir betrachten die Entwicklung des Beratungsrückganges mit Sorge. Mit den Lockerungen im Sommer stieg auch die Zahl der Beratungen wieder. Es wird abzuwarten sein, wie sich die neuerlichen Maßnahmen auf die Situation auswirken.“ „Auch, wenn die Zwischenberichte aktuell noch keinen Anstieg belegen, ist es unser oberstes Ziel, niemanden alleine zu lassen. Gewalt ist kein privates Problem“, so Schaar dazu.

Hotline immer noch erreichbar

Die im Frühjahr eingerichtete Kärntner Beratungshotline für Frauen und Mädchen ist rund um die Uhr, kostenlos und anonym unter 0664 244 24 01 erreichbar: „In Zusammenarbeit mit der Frauenhelpline gegen Gewalt und den Kärntner Frauenberatungsstellen möchten wir Frauen, Mädchen und Familien in der Zeit der Corona-Krise damit optimal unterstützen“, so Schaar. „Mit Anfang des Jahres ist das Gewaltschutzgesetz 2019 in Kraft getreten, das zahlreiche Maßnahmen zum Schutz vor Sexual- und Gewaltdelikten, wie das Annäherungsverbot oder verpflichtende Gewaltpräventionsberatung, und damit mehr Schutz für Opfer umsetzt. Dieses Angebot des Bundes gehört weiter ausgebaut“, betont Schaar.

Sprechblasen gegen Gewalt

Ein sichtbares Zeichen wird mit der Aktion „Sprechblasen gegen Gewalt“ gesetzt. „Initiiert durch das Frauenbüro der Stadt Klagenfurt werden gemeinsam mit der Klagenfurter Frauenplattform und den Kärntner Beratungsstellen an vielen Orten in Kärnten auf Gehsteigen oder bei den jeweiligen Einrichtungen Sprechblasen angebracht, die das Recht auf ein gewaltfreies Leben von Frauen und Mädchen einfordern und die Öffentlichkeit sensibilisieren“, erklären Schaar und Landesfrauenbeauftragte Martina Gabriel. Im Rahmen des Projekts „YES WE DO – Gemeinsam gegen Gewalt an Mädchen und Frauen“ begleitet das Mädchenzentrum Klagenfurt die Sprechblasen-Aktion mit zwei Online-Aktionen, die über die Website des Projektes durchgeführt werden.

Die Welt leuchtet orange

Auf Initiative des Referates für Frauen und Gleichbehandlung schließt sich die Kärntner Landesregierung bereits zum dritten Mal der UN-Women-Kampagne „Orange The World“ an. „Überall auf der Welt erstrahlen Gebäude in orangem Licht, um ein deutliches Zeichen gegen Gewalt zu setzen. 16 Tage lang wird das Regierungsgebäude am Arnulfplatz wieder in oranges Licht getaucht,“ so Prettner, Schaar und Gabriel unisono.

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