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Wirtschaft - Kärnten
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"Wir müssen aufsperren"

Tourismus & Gastro fordern: „Wir müssen aufsperren!“

Kärnten – Der Lockdown hat Kärntens Tourismus und Veranstaltungswirtschaft in einen unfreiwilligen Winterschlaf versetzt. Der Unmut in der Branche ist groß: Nach wie vor fehlen klare Vorgaben und Planungssicherheit für die Betriebe.

 3 Minuten Lesezeit (466 Wörter) | Änderung am 15.01.2021 - 16.01 Uhr
 „Es führt kein Weg daran vorbei: Wir müssen aufsperren!“, fordert Josef Petritsch, Obmann der WK-Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft. Beim heute stattgefundenen Pressegespräch machte er deutlich, wie ernst die Situation ist: „Seit Anfang November hat man unserer Branche den Stecker gezogen und seitdem ist es sehr dunkel geworden. Mit jedem weiteren Lockdown-Tag werden unsere Betriebe nachhaltig geschädigt und Arbeitsplätze gefährdet.“

„Teil der Lösung“

Die Tourismuswirtschaft sehe sich als Teil der Lösung – und nicht als Problem. Das behördliche Schließen der Gastronomiebetriebe habe vor allem dazu geführt, dass Feiern stärker in Privaträume verlegt wurden und die Infektionszahlen weiter hoch geblieben sind. Nun sei es höchst an der Zeit, die Strategie zu ändern. „Ob Hotels, Gasthäuser, Tanzschulen oder Fitnesscenter: Unsere Betriebe sind keine Superspreader, sondern bieten soziale Kontakte im sicheren Umfeld. Das große Problem sind unkontrollierbare Garagenpartys! Und diese können wir nur dann reduzieren, wenn wir den Menschen wieder die Möglichkeit geben, sich in unseren Betrieben zu treffen“, stellt Petritsch klar.

„Ein klarer Fahrplan gehört her“

Auf einen klaren Fahrplan pocht Stefan Sternad, Obmann der WK-Fachgruppe Gastronomie: „Jeden Tag erreichen mich unzählige Anrufe. Auf den Betrieben lastet ein enormer Druck, die Stimmung ist gereizt. Wenn wir am 25. Jänner nicht aufsperren dürfen, wird ein ganzer Wirtschaftszweig langfristig gegen die Wand gefahren!“ Man müsse die Betriebe unbedingt wieder arbeiten lassen, damit sie es mit eigener Kraft aus dieser Krise schaffen können. „Die große Frage ist: Was ist die Alternative? Wie wird die Welt danach aussehen, wenn wir versuchen, die Pandemie zuhause auszusitzen? Werden wir dann überhaupt noch einen Motor haben, den wir anstarten können?“ Auch über die Rahmenbedingungen werde man sich Gedanken machen müssen. Sternad fordert eine erweiterte Sperrstunde bis zumindest 23 Uhr: „Das Ziel muss sein, den Gästestrom zu entzerren. Man hat in Italien gesehen, dass eine zu frühe Sperrstunde für Menschenansammlungen sorgt und kontraproduktiv ist.“

Mehr Testungen

Grundsätzlich seien Tourismus- und Veranstaltungswirtschaft bereit, jede sinnvolle Maßnahme zur Bekämpfung der Covid-19-Ausbreitung mitzutragen. „Wir sehen eine erweiterte Teststrategie als sinnvolle Maßnahme und sind auch absolut bereit, die Tests in unseren Betrieben auszuweiten und unsere Mitarbeiter zum Beispiel zwei Mal pro Woche testen zu lassen“, sagt Spartenobmann Petritsch. Dafür erwarte man sich eine Ausweitung der Testkapazitäten und Teststraßen des Landes. „Das muss wirklich schnell funktionieren. Unsere Mitarbeiter, Gäste und die gesamte Bevölkerung muss die Möglichkeit bekommen, sich jederzeit gratis testen zu lassen.“ Auch dem „Eintrittstesten“ stehe man grundsätzlich positiv gegenüber. „Entscheidend wird aber eine praktikable Umsetzung sein. Unsere Wirte werden sicher nicht als Türsteher vor den Betrieben stehen. Die Endverantwortung wird beim Gast liegen müssen“, sagt WK-Wirtesprecher Sternad.

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