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Auf den Aufnahmen sind teils bereits verstorbene, und teils komplett entkräftete Rehe zu sehen. 
Auf den Aufnahmen sind teils bereits verstorbene, und teils komplett entkräftete Rehe zu sehen.  © KK

Teilweise durch Menschen verursacht

Zwischen Stress und Tod: Video zeigt schreckliches Leid der Wild­tiere

Kärnten – Derzeit sind viele Kärntner Wintersportler in den Bergen und Wäldern unterwegs. Was dabei allerdings außer Acht gerät, sind die Wildtiere. Ein Video zeigt nun das Ausmaß dieser Problematik aus nächster Nähe. Der Villacher Bezirksjäger dazu im Interview mit 5 Minuten.

 3 Minuten Lesezeit (429 Wörter) | Änderung am 17.01.2021 - 15.20 Uhr

Diesen Winter sind besonders viele Wintersportler in der Natur anzutreffen. Dadurch wird die Winterruhe der Wildtiere massiv und lebensbedrohend gestört. Mehrere Videos auf Facebook zeigen nun das tatsächliche Leid der Tiere. Auf den Aufnahmen sind teils bereits verstorbene, und teils komplett entkräftete Rehe zu sehen.

Bezirksjäger bittet: Rücksicht nehmen

Wir haben mit dem Villacher Bezirksjäger Wolfgang Oswald über die Situation gesprochen. Auch er sieht das Verhalten der Wintersportler als großes Problem: „Grundsätzlich soll ja jeder die Natur genießen, aber man muss auch Rücksicht nehmen“, betont er im Interview. Er erzählt, dass immer mehr Menschen die vorgegebenen Wege verlassen. „Die Tiere haben sich an die Wege gewöhnt und ihre Schlafstellen rundherum angelegt. Leider verlassen immer mehr Wanderer die Wege und trampeln mitten in die Rückzugsorte. Auch frei laufende Hunde sind hier oft problematisch“, erklärt Oswald.

„Auf den Wegen bleiben“

Der Appell des Jägers: „Bitte bleibt auf den ausgewiesenen Wegen. Jede Störung des Wilds könnte deren Tod verursachen“. Oswald erklärt dazu: „Wenn die Tiere sich aufregen, bekommen sie Stress und sie beginnen unnatürlich viel zu schwitzen. Wie man es bei Menschen kennt, ist es nicht vom Vorteil, wenn man dann verschwitzt in der Kälte liegt. Bei den Wildtieren endet dieser Zustand leider oft tödlich“. Auch sehr starke Wildschäden durch Verbiss sind meist eine Folge.

Füttern verboten?

Viele Menschen würden auch nicht verstehen, warum man die Tiere nicht füttern darf. „Es hat sich vor vielen Jahren eingebürgert, dass man das Wild im Winter füttert. In Kärnten machen wir das anders. Wir füttern die Tiere nur, wenn es wirklich notwendig ist“. Falsches Futter oder Überfütterung könnten nämlich ebenfalls zum Problem werden. „Die Tiere sind dazu ausgerichtet, den Winter auch so zu überstehen“. In extremen Fällen werden sogenannte „Streckenfütterungen“ durchgeführt, bei denen Heu über eine längere Strecke verteilt wird.

Jagd- und Forstreferent lädt zum Runden Tisch

Auch Jagd- und Forstreferent LR Martin Gruber ist die jüngste Problematik bekannt: „Ich verstehe, dass es gerade in Zeiten wie diesen viele in die Natur zieht. Aber das Wild braucht Ruhe und die Waldeigentümer haben viel Zeit und Mühe in junge Forstkulturen investiert. Da braucht es mehr Respekt und auch Aufklärung.“ Er lädt deshalb am 20. Januar zu einem Runden Tisch via Videokonferenz ein. Mehr dazu lest ihr hier. 
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