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Ausbildungsoffensive

Neuer Ausbildungsmix sichert Qualität der Kärntner Pflege

Kärnten – AMS Kärnten und das Land Kärnten bringen jährlich 400 Personen in Ausbildung. Die unterschiedlichen Ausbildungsmöglichkeiten sollen sicherstellen, dass Kärnten dem prognostizierten Mangel an Fachkräften im Pflegebereich begegnen und den qualitativ hohen Ausbildungs- und Pflegestandard auch langfristig sicherstellen kann.

 4 Minuten Lesezeit (534 Wörter) | Änderung am 20.01.2021 - 11.07 Uhr

„Jährlich 400 Personen in die Pflegeausbildung bringen – dieses Ziel wird mit den unterschiedlichen Ausbildungsmodellen der Pflegeausbildungsoffensive möglich“, betonten Gesundheitsreferentin LHStv.in Beate Prettner, Arbeitsmarktreferentin LHStv.in Gaby Schaunig und AMS Kärnten Geschäftsführer Peter Wedenig heute, Mittwoch, bei einer Pressekonferenz. Die unterschiedlichen Ausbildungsmöglichkeiten, von der Fachkräfteausbildung bis hin zur Höherqualifizierung im bestehenden Beruf, stellen sicher, dass Kärnten dem prognostizierten Mangel an Fachkräften im Pflegebereich begegnen und den qualitativ hohen Ausbildungs- und Pflegestandard auch langfristig sicherstellen kann.

Zusätzliche Pflegekräfte benötigt

Unsere Berechnungen zeigen uns, dass wir bis 2030 4.000 zusätzliche Pflegekräfte benötigen werden. Hier sind alle Berufsgruppen miteingeschlossen – von den Fachsozialbetreuerinnen und –betreuern bis hin zu diplomierten Fachkräften,“ führte Gesundheitsreferentin Prettner aus. Um diesen Erfordernissen zu begegnen, setzt Kärnten auf unterschiedliche Ausbildungsschwerpunkte und geht innovative Wege. Ergänzend zu bestehenden AMS Kärnten-Maßnahmen, stehen auch berufsbegleitende und berufsunterbrechende Ausbildungsmodelle zur Verfügung.

Ausbildungsmix

Eines der Herzstücke des Mix aus unterschiedlichen Ausbildungsmodellen ist die Implacementstiftung. „Arbeitslose, die in den Pflegebereich wechseln möchten, werden hier im Rahmen einer Stiftung gezielt zu Pflegefachassistenzen ausgebildet“, erläuterte Arbeitsmarktreferentin Schaunig. In einem ersten Testlauf 2021 wählt das AMS Kärnten gemeinsam mit teilnehmenden künftigen Dienstgebern 25 Personen aus, die den Berufswechsel anstreben. „Als Arbeitsmarktreferentin geht es mir aber auch darum sicherzustellen, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sich höherqualifizieren und sich beruflich absichern können. Deshalb beinhaltet der Maßnahmenmix auch eine berufsunterbrechende Variante, bei der sich Pflegeassistenzen zu Pflegefachassistenzen, finanziell unterstützt durch die Arbeitnehmerförderung des Landes Kärnten, aufschulen lassen können“, erklärte Schaunig.

Neue Lehrgänge

„Im Zuge der Corona-Joboffensive spielt – neben der Digitalisierung – das Thema der Pflegeausbildung eine besondere Rolle. Diesbezüglich haben wir in Abstimmung mit dem Land Kärnten die Ausbildungskapazitäten für die Pflegeassistenz auf insgesamt fünf Lehrgänge erweitert. Diese finden quer durch Kärnten an den Standorten Spittal/Drau, Villach, Klagenfurt, St. Veit/Glan und Wolfsberg statt. Damit wollen wir auch ein Signal in Richtung demographischer Herausforderungen setzen, da in den kommenden Jahren zunehmend mehr Pflegekräfte in Pension gehen werden. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Pflegeausbildung mit Fachkräftestipendium: Hierzu werden alleine mit Start im vergangenen Jahr rund 370 Personen in Bereichen von ‚Medizinische Assistenzausbildung‘ bis hin zur ‚Pflegefachassistenz‘ gefördert. Insgesamt schlagen für Pflegeausbildungen in den Jahren 2021/22 rund 9,7 Millionen Euro zu Buche“, so AMS Kärnten Geschäftsführer Wedenig.

Pflegefachassistenz mit Matura an öffentlichen BMHS

„Eine der wesentlichen Forderungen um den prognostizierten Engpässen entgegenzuwirken ist: Die Ausbildung zur Pflegefachassistenz mit Matura an öffentlichen BMHS soll endlich zur Umsetzung kommen. Bisher hat der Bund hier lediglich Pilotprojekte an privaten Schulen genehmigt, die Kärnten bereits gestartet hat. Diese sind aber für sieben Jahre angedacht, danach soll noch evaluiert werden. Hier verschenken wir wertvolle Zeit – Zeit die Österreich nicht hat“ sagte die Gesundheitsreferentin. Derzeit bildet Kärnten an unterschiedlichen Standorten in ganz Kärnten 115 Pflegeassistenzen aus, die FH stellt jährlich 120 Plätze für diplomiertes Personal zur Verfügung. „Von der Bundesregierung wurde bereits vor längerem eine Ausbildungsoffensive versprochen – bis heute ist nichts passiert. Die Coronakrise hat deutlich gezeigt, wie systemrelevant Pflege ist“, so Prettner.

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