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Geplante Berufsschul-Zusammenlegung

Berufsschülerin: „Niemand weiß, wie es ab Herbst weiter­geht“

Villach – Derzeit gibt es große Unsicherheit aufgrund der geplanten Zusammenlegung einiger Berufsschul-Ausbildungen. Vor allem Schülerinnen und Schüler wünschen sich mehr Information. Die FPÖ erhebt nun scharfen Protest.

 5 Minuten Lesezeit (669 Wörter)

Aufgrund eines neuen Schulkonzepts gibt es mit Herbst 2021 in der Fachberufsschule Villach keine Friseurausbildung mehr. Die Tischler wechseln noch in diesem Halbjahr nach Klagenfurt und auch Büroberufe starten im Herbst 2021 in St. Veit an der Glan. Bei vielen macht sich deshalb Unsicherheit breit. Nach dem 5 Minuten Bericht meldeten sich gleich mehrere Berufsschülerinnen.

Leserbrief - Mitten in der Ausbildung wird umgestellt

Mittlerweile ist die Unsicherheit im Bereich „Bürokauffrau“ sehr groß. Niemand weiß genau, wie es ab Herbst 2021 weitergehen soll. Als Hauptfrage stellt sich, ob es eine Möglichkeit gibt, die begonnene Ausbildung in der Berufsschule Villach abzuschließen!?

Meine Situation ist zum Beispiel folgende: Ich mache eine Lehre auf zweitem Bildungsweg über die Kärntner Arbeitsstiftungen (VFKA). Ich bin in einem sehr kleinen Betrieb beschäftigt (wir sind zu zweit in unserem Büro – mein Arbeitgeber und ich) und die Stelle wäre wahrscheinlich nie besetzt worden, wenn es bekannt gewesen wäre, dass der Lehrling für zehn Wochen nach St. Veit in die Berufsschule muss. Bei Lehrantritt war noch ganz klar: Ein oder zwei Tage in der Woche Berufsschule.

Jetzt soll mitten in der Ausbildung umgestellt werden! […] Ein Zweimann-Betrieb kann sich nicht leisten, zehn Wochen auf seinen einzigen Mitarbeiter zu verzichten. Es muss doch eine Möglichkeit geben, den kleinen Betrieben gegenüber fair zu sein und deren Auszubildende in Villach die Berufsschule abschließen zu lassen.

In Zeiten von Covid-19 kämpfen besonders die kleinen Unternehmen massiv ums Überleben, da muss das Land Kärnten doch nicht zusätzlich Steine in den Weg legen. Ich bin überzeugt davon, dass dies nicht das Ziel ist und hoffe stark, dass es, wie in allen anderen Bereichen, eine gute Kompromisslösung (etwa Übergangszeit) geben wird.

Leserbrief - Zurzeit kursieren viele Gerüchte

Ich bin Auszubildende zur Bürokauffrau und Schülerin der ersten Klasse der Fachberufsschule Villach. Zurzeit kursieren viele Gerüchte über die Zusammenlegung der Berufsschulen. Dies betrifft auch uns, da wir schon ab Herbst 2021 nach St. Veit verlegt werden sollen.

Zurzeit sind wir eine Jahresberufsschule, dies wird sich jedoch in St. Veit ändern. Damit der Überblick über die Abläufe und Vorkommnisse in der Firma nicht verloren gehen, ist die regelmäßige Anwesenheit im Betrieb sehr wichtig. Dies lässt sich leider mit einem 10-wöchigen Schulbesuch nicht vereinbaren. Da nicht ausreichend Heimplätze vorhanden sind, muss ich täglich eine Fahrtstrecke von 50 Minuten in eine Richtung auf mich nehmen, um am Unterricht teilzunehmen.

Mit meinem Schreiben bitte ich um Hilfe diese Gerüchte zu klären. […] Da es sehr viele Schüler betrifft, hoffe ich hiermit etwas zu erreichen.

FPÖ klar gegen Zusammenlegung

Auch FPÖ-Stadtrat Erwin Baumann und der Landesobmann der freiheitlichen Wirtschaft WKK-Vizepräsident Günter Burger erheben dagegen nun scharfen Protest. Baumann wörtlich: „Gerade in der aktuellen Situation ist es besonders wichtig, neue Anreize für die Ausbildung von Lehrlingen zu schaffen. Obwohl in Villach sowohl seitens der Fachlehrerschaft als auch von den räumlichen Gegebenheiten her optimale Voraussetzungen für die Ausbildung junger Menschen gegeben sind, wird die Berufsschulgruppe in zentralistischer Manier nach Klagenfurt abgesiedelt. Dort sind die Rahmenbedingungen noch dazu suboptimal. Das ist ein völlig falsches Signal!“

„Nicht nachvollziehbar!“

FW-Landesobmann Burger ergänzt: „Auch die Unternehmer wollen, dass die Berufsschüler in der Nähe der Betriebe ausgebildet werden. Die Absiedelung erfolgreicher und beliebter Berufsschul-Gruppen ist nicht nachvollziehbar!“ Baumann und Burger wollen die Diskussion über die Zukunft der Kärntner Berufsschulen auch in Wirtschaftskammer und Arbeiterkammer führen. Man könne nicht immer von der Stärkung des ländlichen Raums reden, aber bei jeder sich bietenden Gelegenheit den Zentralraum stärken, kritisierten Baumann und Burger.

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