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Wirtschaft - Klagenfurt
Auf dem Schigmannhof züchten Michael Jäger und Gattin Sabine Bio-Austernseitlinge.
Auf dem Schigmannhof züchten Michael Jäger und Gattin Sabine Bio-Austernseitlinge. © Jäger

Pilze sind im Trend

Bio-Pilze aus Göriach: Hier haben Schwammerln immer Saison

Göriach – Pilze sammeln ist eine beliebte Beschäftigung im Herbst, die alljährliche zahlreiche Menschen in die Wälder lockt. Im Gegensatz zu den „Schwammerlklaubern“ muss Sabine Jäger vom Schigmannhof in Maria Rain jedoch nicht lange suchen: Denn in ihrem umgebauten Stall wachsen auf 1000 Strohsäcken Bio-Austernseitlinge. Und zwar das ganze Jahr über.

 4 Minuten Lesezeit (540 Wörter) | Änderung am 03.02.2021 - 14.57 Uhr

Von Christine Jeremias. Der Bauernhof zwischen Maria Rain und Köttmansdorf beherbergt Hühner und Schafe, die wichtigsten „Bewohner“ sind auf den ersten Blick aber nicht zu sehen: denn die Austernseitlinge wachsen bei konstanten Bedingungen, etwa einer sehr hohen Luftfeuchtigkeit, im ehemaligen Stall.

Alternative zur klassischen Landwirtschaft

Pilz-Züchterin Sabine Jäger ist auf dem Bauernhof groß geworden: „Wir waren ein klassischer Betrieb, der Produkte wie Speck verkauft hat. Als ich dann die Möglichkeit hatte, den Hof zu übernehmen, wollte ich aber nicht im klassischen Sinn weitermachen.“ Auf der Suche nach Alternativen ist sie mit ihrem Mann Michael auf den Austernseitling gestoßen und vor vier Jahren wurde die erste Bio-Pilzzucht Kärntens eröffnet. Waren es am Anfang noch zehn Substratsäcke, auf denen die Pilze wuchsen, sind es mittlerweile 1000 Stück. Die frisch geernteten Pilze gibt es am Biomarkt in Klagenfurt, bei einigen regionalen Verkaufsstellen sowie direkt am Hof und auch online zu kaufen.

Pilze sind im Trend

Dass die heimische Züchtung so gut ankommt, liegt wohl an der Vielseitigkeit des Pilzes. „Der Austernseitling hat relativ wenig Eigengeschmack und ein festes Fleisch, dadurch kann man ihn für zahlreiche Gerichte verwenden. Er nimmt den Geschmack von Gewürzen besonders gut an und ist auch bei Vegetariern und Veganern als Fleischersatz sehr beliebt. Auf der Herbstmesse hatten wir einmal ein Pilzgulasch zum Kosten und viele Leute haben gefragt, welches Fleisch denn drin sei“, erzählt Sabine Jäger, die als Mitglied der Seminarbäuerinnen auch Kochworkshops anbietet.

Pilzzucht für zu Hause

Damit im „Pilzstall“ alles rund läuft, wurde die gesamte Anlage im letzten Jahr umgebaut und arbeitet jetzt computergesteuert, damit die Schwammerln immer die ideale Temperatur und Luftfeuchtigkeit haben, die sie zum Wachstum benötigen. „Wir machen hier am Hof alles selbst, auch die Substratsäcke, die die in anderen Zuchten oft angekauft werden. Unsere Pilze wachsen auf Stroh, das mit Getreide vermischt wird. Vom Impfen des Substrats bis zur Ernte dauert es circa 24 Tage. Nach drei Wachstumszyklen muss ein neuer Sack her“, verrät die zweifache Mutter. Da es mittlerweile viele Interessierte gibt, die es gern mit einer Hobbyzucht versuchen würden, bieten die Jägers auch Growkits für zu Hause an – Expertentipps inklusive. „Coronabedingt haben unsere Workshops derzeit Pause, aber sobald es wieder möglich ist, wollen wir unser Wissen auf diese Art wieder gerne weitergeben“, so die Maria Rainerin.

Pläne für die Zukunft

In Zukunft soll es übrigens nicht nur beim Seitling bleiben. Demnächst soll auch der Shitake seinen Platz am Schigmannhof bekommen. Ein besonderes Projekt ist für Jäger aber der Pioppino. „Dieser Pilz wird in Österreich noch gar nicht kultiviert, man kennt ihn vor allem aus Tiefkühl-Asia-Mischungen. Hier tüfteln wir noch an den optimalen Wachstumsbedingungen.“ Wenn dann alles klappt, wird es wahrscheinlich auch nötig, Hilfe einzustellen. „Derzeit sind wir noch ein reiner Familienbetrieb, wobei mein Mann ja noch einen Hauptberuf hat, aber wenn unsere Pilze weiterhin so beliebt sind, werden wir wohl bald eine zusätzliche Arbeitskraft brauchen“, kann Sabine Jäger optimistisch in die Zukunft blicken.

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Erfolgreich mit Bio-Pilzen: Sabine Jäger möchte in Zukunft weitere Sorten kultivieren - © Jäger

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