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Wirtschaft - Villach
© Montage: 5min.at & Pirker Julian

"Reintesten" sorgt für Schwierigkeiten

Friseure ver­zweifelt: „Test und Termin lassen sich schwer ko­ordinieren“

Landskron – Die neue Test-Regelung für körpernahe Dienstleister sorgt in der praktischen Umsetzung für Schwierigkeiten. Wir haben mit Walter Kollmann vom Friseursalon Art Walter in Landskron darüber gesprochen. 

 3 Minuten Lesezeit (398 Wörter)

Wer ab 8. Februar 2021 zum Friseur oder einem anderen körpernahen Dienstleister möchte, der muss künftig ein negatives Antigen- oder PCR-Test-Ergebnis vorweisen, dass nicht älter als 48 Stunden ist. 5 Minuten hat berichtet. Doch das sogenannte „Reintesten“ sorgt für Schwierigkeiten. Walter Kollmann vom Friseursalon Art Walter in Landskron erzählt im Gespräch mit 5 Minuten: „Mein Telefon rennt heiß.“ Grund dafür sind Koordinationsschwierigkeiten: „Alle wollen einen Friseurtermin, bekommen dann aber keinen Termin für den Corona-Test“, erzählt der Friseur.

Testung teurer als der Haarschnitt

Der Andrang bei den Teststraßen sei enorm. „Meine Kunden müssen entweder lange Wartezeiten in Kauf nehmen oder einen Antigen-Schnelltest in einer Apotheke machen.“ Dieser kostet im Schnitt 25 bis 30 Euro. Kollmann kritisiert: „Meine Kunden brauchen einen 30 Euro teuren Test für einen Männer-Haarschnitt der 19  bis 21 Euro kostet?“ Er befürchtet nun, einen Teil seiner Kundschaft an die sogenannten schwarze Schafe der Branche zu verlieren. „Bevor die Leute einen Test zahlen, lassen sie sich die Haare lieber von Bekannten schneiden, die im Friseurgewerbe pfuschen.“ Da sich mit 8. Februar auch wieder zwei Haushalte treffen dürfen, sei dies – laut Kollmann – ohne Test möglich.

Ein Friseur ist kein Kontrolleur

In Friseursalons muss hingegen fleißig kontrolliert werden, ob ein negativer Test vorliegt. Der Friseur wird praktisch zum Kontrolleur und auch hier ortet Kollmann ein Problem: „Ich bin verantwortlich, dass mir der Kunde das richtige Testergebnis vorlegt, aber wie kann ich wissen, von wem das Testergebnis ist? Dafür müsste ich den Ausweis überprüfen, und das darf ich nicht.“ Für die Kontrolle fehle eine gesetzliche Grundlage.

Friseur hält Testaktion für nicht wirtschaftlich

Der Landskroner Friseur hält die neue Regelung für nicht maßgerecht: „Ich habe mir mehr von der Regierung erwartet! Wir haben seit einem Jahr mit Covid-19 zu kämpfen und die Situation ist fast schlechter als am Anfang.“ Er wünsche sich eine einheitliche Regelung für sämtliche Betriebe. Die neue Testaktion wirke sich hingegen negativ auf den Friseurbetrieb aus. „Ich halte sie für nicht wirtschaftlich.“ In seinem Betrieb setzte er schon vor dem Lockdown auf diverse Hygiene-Maßnahmen: „Vor jedem Kunden wurden der Platz und das Friseurbesteck desinfiziert, wir verwenden Einwegumhänge und sorgen dafür, dass die Abstände eingehalten werden. Im Betrieb haben sich alle konsequent an die Maßnahmen gehalten und wir haben ohne Probleme gearbeitet.“

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