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Begleitung zu Arztbesuchen und Untersuchungen untersagt:

Werdender Vater: „Schwanger­schaft war wegen Corona bisher nur belastend!“

Kärnten – Eine Schwangerschaft ist immer mit etlichen Arztbesuchen und Untersuchungen im Krankenhaus verbunden. Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie kann das für werdende Eltern oft eine Belastung sein. Ein Kärntner, dessen Frau aktuell ein Kind erwartet, wandte sich vor kurzem an uns und erzählte von seinen Erfahrungen.

 6 Minuten Lesezeit (728 Wörter) | Änderung am 14.02.2021 - 13.11 Uhr

„Meine Frau ist schwanger und es geht jetzt Richtung Geburt“, erzählt ein Leser im Interview mit 5-Minuten. Trotz der fortgeschrittenen Schwangerschaft seiner Frau habe der Kärntner bisher nur Bilder des sehnsüchtig erwarteten Kindes gesehen. Beim Ultraschall selbst, anderen Voruntersuchungen und Arztterminen durfte er aufgrund der aktuellen Corona-Maßnahmen nicht dabei sein. „Und das, obwohl ich alle Vorsichtsmaßnahmen, wie Social Distancing, Händewaschen, regelmäßige Selbsttests, Arbeiten im Home Office und das Tragen der FFP2-Masken immer eingehalten habe.“

Werdender Vater macht sich große Sorgen

„Bei unserem ersten Kind war ich von Anfang an dabei, habe jeden Ultraschall gesehen, jede Bewegung“, erinnert sich der Kärntner. „In der jetzigen Schwangerschaft habe ich die ersten drei bis vier Monate gar nicht so richtig gefühlt, dass wir ein Kind bekommen. Das kam erst, als der Bauch meiner Frau größer wurde und man die eine oder andere Bewegung von außen spüren konnte.“ Eigentlich würde sich der 5-Minuten-Leser gerne ohne Kompromisse auf die Geburt freuen. Aktuell überwiege jedoch die Sorge. Er fragt sich: „Welche Regeln gelten bei der anstehenden Geburt? Wird es auch in ein paar Wochen noch erlaubt sein, dass ich mit in den Kreissaal darf. Kann ich meine Frau mit Kind danach auch noch besuchen kommen?“

Zur Gesetzeslage:

Die Regeln und Bestimmungen rund um Geburten und Begleitpersonen im Kreissaal werden von Bundesland zu Bundesland etwas anders gehandhabt und ändern sich häufig. Außerdem geht man auch in den verschiedenen Krankenhäusern ein wenig anders damit um. Grundsätzlich gilt derzeit: ein Partner oder eine Begleitperson darf mit zur Geburt. Die Begleitperson darf dabei aber keine Symptome aufweisen und muss üblicherweise eine FFP2-Schutzmaske tragen. Es ist aber auf jeden Fall zu empfehlen, sich über Begleitpersonen und andere Regeln direkt im Krankenhaus zu erkundigen.

„Depressive Stimmung“ bei werdenden Eltern

„Für meine Frau ist das sehr belastend, sowohl körperlich als auch psychisch“, erzählt der 5-Minuten-Leser und erklärt weiter: „Sie muss alle Untersuchungen alleine machen und sitzt natürlich oft alleine mit Maske im Wartezimmer. Für uns war nun die ganze Schwangerschaft bisher einfach nur belastend.“ Besonders bedenklich finde es der Kärntner, dass es auch noch keine Aussicht auf Besserung gebe, denn die aktuellen Corona-Zahlen würden eine Lockerung der Maßnahmen kaum zulassen. Grundsätzlich resperktiere er die Maßnahmen der Bundesregierung zur Eindämmung des Coronavirus, verrät jedoch: „Anstatt uns nur auf das neugeborene Kind zu freuen, hat sich mittlerweile eine etwas depressive Stimmung bei uns eingestellt.“

Zum Schutz anderer Mütter und Patienten

Auf die Frage, warum der 5-Minuten-Leser nicht zu den Untersuchungen im Krankenhaus durfte, wurde ihm erklärt, dass dies zum Schutz der anderen werdenden Mütter diene. „Eigentlich hat man mit denen aber keinen Kontakt und auch der Abstand hätte sicher eingehalten werden können. Als Vater trage ich sowieso eine FFP2-Maske“, so der Kärntner. Beim Frauenarzt war das Argument, dass man im Falle eines positiven Corona-Falles die Praxis zusperren müsse, daher sei man versucht, die Anzahl an Personen in der Praxis niedrig zu halten.

„Was soll das Theater?“

Für den 5-Minuten-Leser ist es unverständlich, dass die Begleitung seiner Frau zu Untersuchungen trotz aller eingehaltenen Corona-Maßnahmen weiterhin untersagt wird. „Wenn wir fragen, ob ich als Mann und Vater, der im selben Haushalt wohnt, zu den Untersuchungen mitkommen darf, heißt es immer, dass das aufgrund der Corona-Schutzmaßnahmen nicht möglich ist. Was soll dann das Theater mit der FFP2-Maskenpflicht und den Tests? Das zählt hier scheinbar alles nicht“, zeigt sich der Kärntner verärgert. Diskussionen oder Beschwerden habe er jedoch bisher vermieden. „Wir brauchen die jeweiligen Ärzte und das Krankenhaus ja noch und wollen uns da keine Feinde machen.“

„Gewisse Maßnahmen könnte man etwas lockern“

Warum sich der werdende Vater mit seinen Erlebnissen an uns gewandt hat? Er erzählt: „Ich glaube, dass es vielen werdenden Eltern so geht wie uns, aber dass sich nur wenige trauen, darüber zu reden.“ Er hofft, dass gewisse Corona-Maßnahmen in Zukunft etwas gelockert werden. „Ich habe keine Lösung für die Pandemie und Corona wird auch nicht von heute auf morgen verschwinden. Aber wir haben jetzt so viele Hilfsmittel, wie die Antigen-Schnelltests, FFP2-Masken und Impfungen, dass man gewisse Dinge wieder etwas lockern könnte.“

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