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Auch das Chabatme war sehr bekannt.
Auch das Chabatme war sehr bekannt. © Herbert Wiegele

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Die legendärsten Geschichten alter Kulturcafés wie Spatz & Co.

Villach – Das legendäre Café Spatz, schon seit einiger Zeit geschlossen, ist ein Stück Villacher Geschichte.

 3 Minuten Lesezeit (391 Wörter) | Änderung am 22.02.2021 - 16.17 Uhr

Von Manfred Wrussnig. „Ja mein das Spatz“, sinniert ein älterer Herr im nahen Seniorenheim, „wo wir uns nach einer fröhlichen Nacht um 5 Uhr früh auf einen ‚Großen Schwarzen‘ alle versammelten.“ Legendär auch die vielen Raufereien zu vorgerückten Stunden.

Prahlerei stand auf der Tagesordnung

Senioren erzählen uns von ein paar Legenden und 5 Minuten blätterte auch in Zeitungsarchiven aus den 50er Jahren: Immer wieder wurde von „einem Café am Bahnhofsplatz geschrieben“, in dem die Polizei eingreifen musste. Es wurde einmal ein Holzhändler dabei erwischt und angezeigt, weil er, um den Prahlhans herauszukehren und Besucherinnen zu beeindrucken, sich mit einem Tausend-Schilling-Schein eine Zigarette angezündet hatte. Der langsam in Fahrt kommende Wirtschaftsaufschwung schuf immer mehr Neureiche und Schwerenöter, die mit Geld Zigaretten angezündeten um Gäste zu beeindrucken. Nur zum Vergleich: Der Durchschnittsverdienst betrug Mitte der 50er Jahre sogar weniger als tausend Schilling im Monat. „Ich verdiente als junger Lehrer damals gerade mal 700 Schilling“, erzählt ein anderer betagter Herr.

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Auch das „Spatz“ befand sich am Bahnhofsplatz.

Auch das „Spatz“ befand sich am Bahnhofsplatz. - © 5min.at

Das Spatz sorgte für Gesprächsstoff

Einmal waren aus dem Spatz lautstarke „Heil Hitler“-Rufe zu vernehmen. Die von einem Nachbarn alarmierte Polizei wurde von den Gästen wieder weggeschickt. „Ein Hörfehler, da hat einer nur „Drei Liter“ gerufen, bezeugten und beschworen alle Gäste treuherzig.  Ein bekannter Unternehmer überraschte im Spatz einmal seine Ehefrau mit seinem Chauffeur beim zärtlichen Schmusen. Aus Zorn darüber verschenkte er daraufhin den Sportwagen  „Alfa Romeo“ Cabrio seiner flotten Motte einem bekannten Villacher Fotografen. Ein Tagesgespräch unter den Villachern.

Beliebtes Jagdrevier der Villacher Polizei

Für die Beamten der Villacher Polizei war das „Spatz“ und der benachbarte Hauptbahnhof ebenfalls ein beliebtes Jagdrevier. Immer wieder gingen Gäste ins Netz der Zivilstreife, die schon auf der Fahndungsliste standen und in den vielen dunklen Ecken des „Spatz“ sich zu verstecken versuchten. „Das Cafe Spatz und das Cafe ‚Mecki‘ am Kaiser Josef Platz waren jene Lokale, wo unsere Kollegen seinerzeit die meisten Erfolge hatten. So leicht einen „Schweren Burschen“ zu erwischen haben es die Beamten nicht mehr, denn neben dem „Spatz“ ist auch das „Mecki“ schon lange Geschichte. Besonders legendär auch das das „Chebatmame“. Ihr kennt Geschichten darüber? Wir lesen gerne darüber in den Kommentaren. 

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