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Wirtschaft - Kärnten
Bei der Kärntner Wirtschaftskammer befürchtet man einen Domino-Effekt durch die geschlossenen Tourismusbetriebe.
Bei der Kärntner Wirtschaftskammer befürchtet man einen Domino-Effekt durch die geschlossenen Tourismusbetriebe. © 5min.at

Forderungen an die Politik

Gewerbe befürchtet Domino-Effekt durch Tourismus-Lockdown

Kärnten – Der Tourismus-Lockdown betrifft auch andere Branchen: Schon jetzt leiden viele Gewerbe- und Handwerksbetriebe unter massiven Umsatzeinbußen. Um einen wirtschaftlichen Domino-Effekt zu verhindern, muss die Politik nun schnell handeln, heißt es seitens der Kärntner Wirtschaftskammer.

 4 Minuten Lesezeit (535 Wörter)

Die Tourismuswirtschaft ist derzeit die hauptbetroffene Branche der behördlichen Betriebsschließungen. Das bedeutet aber nicht, dass dieser Teil-Lockdown keine Auswirkungen auf andere Bereiche hätte. Ganz im Gegenteil: Die Rückmeldungen vieler Betriebe zeigen, dass weitere Wirtschaftszweige unter dem Tourismus-Stillstand leiden. Klaus Kronlechner, Obmann der WK-Sparte Gewerbe und Handwerk, berichtet: „Wir bekommen immer mehr Rückmeldungen, dass Gewerbebetriebe massiv betroffen sind. Von Textilreinigern über Bäcker und Konditoren bis hin zu Masseuren und anderen Dienstleistern: Es gibt Umsatzeinbrüche in den verschiedensten Bereichen und zum Teil sind diese so heftig, dass ein Fortbestand der Betriebe gefährdet ist.“

„Befürchten einen Domino-Effekt“

Je länger der Lockdown für den Tourismus dauert, desto größere Auswirkungen wird dies auf Zulieferbetriebe und ganze Wirtschaftszweige haben. „Wir befürchten einen Domino-Effekt: Fällt die Tourismuswirtschaft, trifft das rasch auch weitere Branchen innerhalb der Wertschöpfungskette“, bringt es Kronlechner auf den Punkt. Josef Petritsch, Obmann der WK-Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft, bestätigt: „Unsere Betriebe sind in engem Kontakt mit ihren Lieferanten und Partnern. Die Situation wird für viele Gewerbe- und Handwerksbetriebe immer schwieriger, auch weil der Planungshorizont völlig fehlt und niemand weiß, unter welchen Bedingungen und wann wir wieder aufsperren dürfen.“

Schulterschluss von Gewerbe und Tourismus

Die große Gefahr sei, dass eine geschwächte Tourismusbranche in den kommenden Jahren bei den Investitionen auf die Bremse steigen könnte – und damit würde das Kärntner Gewerbe und Handwerk einen ihrer wichtigsten Auftraggeber verlieren. „Diese Entwicklung gilt es unbedingt aufzuhalten. Und die Zeit drängt: Wenn die Aufträge bei unseren Betrieben ausbleiben, wird es zu spät für Maßnahmen sein. Wir müssen heute dafür sorgen, dass unsere Tourismusbetriebe gesund und investitionsfähig bleiben“, fordert Kronlechner.

„Wenn ein Standbein ins Wanken gerät, wankt das ganz Land mit“

Die WK-Sparte Gewerbe und Handwerk unterstützt die Tourismuswirtschaft in ihrer Forderung nach einer baldigen Öffnung der Betriebe sowie nach einem Ausbau der Unterstützungsleistungen. „Wir müssen jetzt alles dafür tun, um unsere Wirtschaft gut durch diese schweren Zeiten zu bekommen. Das können wir nur gemeinsam schaffen, denn die gesamte Volkswirtschaft ist eng miteinander verwoben. Wenn ein wichtiges Standbein wie die Tourismuswirtschaft ins Wanken gerät, wankt das ganze Land mit“, gibt Klaus Kronlechner zu bedenken.

Forderungen an die Politik

Um diese fatale Entwicklung aufzuhalten, gelte es nun, alle Energie in den Neustart der Tourismuswirtschaft zu stecken. Gute Vorbereitung und optimale Rahmenbedingungen sind das Gebot der Stunde. Die Kärntner Tourismus- und Freizeitwirtschaft sowie das Kärntner Gewerbe und Handwerk fordern von der Politik:

Die Forderungen:

  • Eine sofortige Ausweitung und Erhöhung der finanziellen Unterstützungsmittel, um so viele Tourismusbetriebe und betroffene Zulieferbetriebe wie möglich vor der Schließung zu retten.
  • Einen klaren Zeitplan und die Information, ab welchen Kennzahlen die Betriebe wieder öffnen dürfen.
  • Eine durchdachte und koordinierte Impfstrategie.
  • Mehr und einfachere Test: Jeder Österreicher soll sich jederzeit testen lassen können. Ohne Anmeldung, ohne Kosten, ohne Wartezeit! Ideal dafür geeignet sind die Selbsttests, die ab 1. März kostenlos ausgegeben werden: Diese müssen auch offiziell als Eintrittstest – sowohl in Tourismus- als auch Gewerbebetrieben wie Friseuren, Kosmetikern und anderen Dienstleistern – anerkannt werden.
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