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Wirtschaft - Kärnten
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Über 100.000 Beratungen

AK-Rechts­experten er­kämpften Millionen für Kärntner Dienst­nehmer

Kärnten – 46,4 Millionen Euro erkämpften die AK-Rechtsexperten im Jahr 2020 für die Kärntner Dienstnehmer. 

 3 Minuten Lesezeit (468 Wörter)

106.280 Mal berieten und unterstützten die Arbeits- und Sozialrechtsexperten sowie der Insolvenzschutzverband für ArbeitnehmerInnen (ISA) Hilfesuchende im vergangenen Jahr. 25 Prozent mehr als noch 2019.  Um diese Anfragenflut von über 100.000 Beratungen zu bewältigen, wurde teilweise sieben Tage die Woche durchgearbeitet“, erklärte Susanne Kißlinger, Leiterin des Arbeits- und Sozialrechts der AK Kärnten.

“Gesetzesänderungen erschwerten den Beratungsalltag”

83.737 Mal wurde per Telefon, 12.873 persönlich und 9.670 schriftlich in der AK in Klagenfurt sowie in den weiteren sechs AK-Bezirksstellen beraten. Corona geschuldet ging die persönliche Beratung zurück. Vor allem die Überprüfung der Abrechnungen im Zuge der Kurzarbeit hielt neben den Themen der Auflösung von Arbeitsverhältnissen und der Beratung zum Kinderbetreuungsgeld die AK-Rechtsexperten auf Trab. „Die unzähligen Gesetzesänderungen und neuen Verordnungen erschwerten zusätzlich den Beratungsalltag“, so Kißlinger.

Arbeitsrecht erstritt 6,8 Millionen Euro

2.196 Arbeitsrechtsakte wurden positiv erledigt. 632 Mal wurde der Klagsweg beschritten und 4 Millionen Euro für Dienstnehmer erkämpft. 1.564 Mal wurde außergerichtlich interveniert und 2,8 Millionen Euro für Beschäftigte zurückgeholt. Zugleich wurden im vergangenem Jahr 2.247 neue Fälle vertreten, die sich derzeit in 405 Klagen und auf 1.842 Interventionen aufteilen.

Stolze 35,1 Millionen Euro im Sozialrecht erkämpft

1.099 Klagsfälle wurden im Sozialrecht im vorigen Jahr abgeschlossen. Davon wurden 506 Fälle vor Gericht gewonnen und ein Gesamtwert von 35,1 Millionen Euro erstritten. Hinzu kamen 921 neue Vertretungsfälle für die AK-Sozialrechtsexperten. „Die am häufigsten gestellten Anfragen und Vertretungen betrafen Invaliditäts- und Berufsunfähigkeitspensionen sowie die Feststellung von Schwerarbeitszeiten gefolgt von Pflegegeldansprüchen und Rehabilitationsgeld bis hin zur Versehrtenrente und Ausgleichszulage“ erklärte Gerald Prein, Referatsleiter des Sozialrechts.

Insolvenzopfer bekamen 4,5 Millionen Euro

752 Dienstnehmer bei 184 von der Insolvenz betroffenen Firmen kamen durch Unterstützung des Insolvenzschutzverbandes für ArbeitnehmerInnen (ISA) 2020 zu ihrem Geld – „Wir unterstützen Insolvenzopfer mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln, jedoch ist durch die anhaltende Corona-Pandemie und dem Auslaufen der Stundungen der Steuer und Sozialversicherungsabgaben ab März mit einer erhöhten Firmeninsolvenzgefahr zu rechnen“, sagte der Leiter des Insolvenzschutzverbandes, Herbert Diamant. Die MKM Service GmbH mit 71 Dienstnehmern schlitterte 2020 als größtes Unternehmen in die Insolvenz, gefolgt von Sajovitz GmbH (50 Dienstnehmer) und der Bau Sztriberny GmbH (48 Dienstnehmer).

Der ISA in Klagenfurt ist Anlaufstelle für alle Opfer von Firmenkonkursen. Er hat die Stellung eines bevorrechteten Gläubigerschutzverbandes. Der ISA errechnet im Konkursfall offene Lohn- und Gehaltsansprüche der Mitarbeiter, bringt die Forderungsanmeldungen beim Insolvenz-Entgelt-Fonds ein und vertritt die Dienstnehmer vor dem Insolvenzgericht.

Überbrückungshilfe durch die AK-Insolvenz-Soforthilfe

Die „AK-Insolvenz-Soforthilfe“ der AK Kärnten wurde 2020 insgesamt 136 Antragstellern im Wert von 226.900 Euro zur Verfügung gestellt. Im Zuge der Corona-Krise wurde die gebührenfreie Soforthilfe auf 3.000 Euro aufgestockt. „Die kurzfristige Überbrückungshilfe von 3.000 Euro wird innerhalb von zwei Tagen ausbezahlt, um regelmäßige Zahlungen wie Miete, Strom etc. bezahlen zu können“, so Kärntens AK-Präsident, Günther Goach.

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