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"Fremdsprachen"-Guide:

„tschentschn“ & Co.: Kennst du typische Kärntner Mundart-Begriffe?

Kärnten – Dialekte bringen die ein oder andere ausgefallene Redewendung mit sich und sorgen neben einigen sprachlichen Missverständnissen und Bedeutungsunterschieden auch für ausgiebiges Schmunzeln.

 4 Minuten Lesezeit (559 Wörter) | Änderung am 22.02.2021 - 07.13 Uhr

Von Elisa Auer. Dialekte bringen die ein oder andere ausgefallene Redewendung mit sich und sorgen neben einigen sprachlichen Missverständnissen und Bedeutungsunterschieden auch für ausgiebiges Schmunzeln. Besonders der Kärntner Dialekt hat in puncto extravagante sowie hochamüsante Ausdrücke einige Schmankalan zu bieten, über die Österreichs übrige Bundesländer gerne feixen.

Ein Land und dennoch so vielfältig

Besonders in der Steiermark wird der Kärntner Dialekt oftmals und vor allem viel belächelt. Aber was genau ist eigentlich Kärntnerisch und welche Begriffe sind dafür besonders vorherrschend? Denn auch wie fast alle anderen österreichischen Mundarten ist das Kärntnerische Teil des bayrischen Dialekts. Wie vielfältig Sprache innerhalb eines Landes sein kann, zeigen jedoch die folgenden Begriffe, die nicht im Wortschatz jeder österreichischen Region enthalten sind.

„lei“

Gemeint ist hier nicht das bekannte „Lei-Lei“ des Villacher Faschings, wenngleich auch dieses Phänomen ein typisch kärntnerisches ist. Tatsächlich wird „lei“ synonym für „nur“ gebraucht und ist ein Ausdruck, der sich buchstäblich nur im südlichsten Bundesland von Österreich durchgesetzt hat. Besonders dominant setzt sich dieser Begriff im bekannten Lied „Kärnten is lei ans“ durch.

„tschentschn“

Was alle Österreicher gemeinsam zu haben scheinen, ist das Sudern. Zwar wird dieses in den verschiedenen Bundesländern unterschiedlich bezeichnet, aber egal ob „meckern“, „sempern“, „jammern“, „jaunzen“ oder „tschentschen“, diese Angewohnheit lässt sich bei allen Österreichern beobachten. Wer es jedoch damit etwas übertreibt, der dürfte sich über die Aussage „Jetzt tschentsch ned oiwei!“ seines Kärntner Gesprächspartners nicht wundern.

„Strankalan“

Die in anderen Bundesländern nur als „Fisolen“ bekannten „Strankalan“ sind ein beliebtes Beilagengericht. In Deutschland kennt man sie gemein hin als „Brechbohnen“ oder „Grüne Bohnen“. Der kärntnerische Ausdruck hat sich in den anderen Teilen Österreichs nur wenig bis gar nicht durchgesetzt und stößt deshalb größtenteils auf Unverständnis.

„ane – bade“

Während die Bedeutung von „ane“ und „bade“ ohne den entsprechenden Kontext für viele Österreicher weitreichend undeutlich bleibt, so wird in situationsgebundener Einbettung dieser Begriffe schnell deutlich, dass diese als Synonyme für „eine“ und „beide“ fungieren. Deshalb führen zumindest diese Kärntner Ausdrücke nicht zu einer Sprachbarriere, was die Kommunikation und den Austausch mit Einwohnern anderer österreichischer Bundesländer betrifft.

„sihalich“

Dass der standardsprachlich korrekte Begriff „sicherlich“ lautet, ist den Kärntnern natürlich bewusst. Trotzdem hat sich in diesem Bundesland die Angewohnheit eingeschlichen, das „ch“ nach einem Vokal etwas entfremdet zu artikulieren. Statt die Konsonantenverbindung „ch“ vollständig auszusprechen, hat es sich in weiten Teilen Kärntens durchgesetzt, diesen Laut nur (oder besser „lei“) charmant zu hauchen. 

„Kajola“

Die „Kajola“ ist nicht nur den Einwohnern anderer österreichischer Bundesländer ein Fremdwort, auch einige Kärntner wissen mit dem Begriff nichts anzufangen. Und zwar handelt es sich dabei um eine Schubkarre, auch „Radltruchn“ genannt. Der Ausdruck „Kajola“ hat sich vor allem in den an Slowenien angrenzenden Bereichen Kärntens durchgesetzt und wird deshalb verstärkt in Eisenkappel und Völkermarkt verwendet.

„Balanka“

Der Begriff „Balanka“ stößt bei den meisten Österreichern auf totales Unverständnis. Was gemein hin als „Tischfußball“ oder in der dialektalen Form als „wuzzeln“ bekannt ist, wird in Kärnten „Balanka“ genannt. Diese Sprachbarriere lässt sich glücklicherweise rasch klären, weshalb einem Balanka-Tunier der verschiedenen Bundesländer nichts mehr im Weg steht.

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