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Der Vorstand der Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde am LKH Villach, Robert Birnbacher, erklärt die neuartige Kinderkrankheit Mis-C im Interview mit 5-Minuten.
Der Vorstand der Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde am LKH Villach, Robert Birnbacher, erklärt die neuartige Kinderkrankheit Mis-C im Interview mit 5-Minuten. © Montage: 5min/KK

Bei starkem Fieber sofort zum Arzt

Kinder­krankheit Mis-C: Akute Lebens­gefahr für junge Patienten

Villach – Obwohl Kinder und Jugendliche eine Infektion mit dem Coronavirus oft ohne größere Probleme überstehen, kann die manchmal darauffolgende Krankheit Mis-C oft einen lebensgefährlichen Verlauf nehmen. Wir haben mit einem Experten vom LKH Villach über die neuartige Kinderkrankheit gesprochen.

 4 Minuten Lesezeit (544 Wörter) | Änderung am 25.02.2021 - 19.42 Uhr

Im Interview mit Robert Birnbacher, dem Vorstand der Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde am LKH Villach, bat uns dieser, einen wichtigen Aspekt der Krankheit Mis-C besonders hervorzuheben. Birnbacher: „An Mis-C zu erkranken kann zwar die Folge einer überstandenen Covid-Infektion sein, das kommt aber nur in extrem seltenen Fällen vor.“ Auch wenn Mis-C akut lebensgefährlich sei, könne die Krankheit bei rechtzeitiger Erkennung sehr gut behandelt werden. Doch worum handelt es sich bei Mis-C genau und wie sehen die Symptome aus?

„Antwort des Immunsystems auf Covid-Infektion“

Ein paar Wochen nach den ersten bekannten Coronavirus-Fällen in Österreich wurde auch die Krankheit Mis-C (Multisystem Inflammatory Syndrome in Children, im Deutschen etwa: Multisystemisches Entzündungssyndrom bei Kindern) das erste Mal in Österreich bei jungen Patientinnen und Patienten nachgewiesen. „Dabei handelt es sich sozusagen um die Antwort unseres Immunsystems auf eine Covid-Infektion“, so Birnbacher. Die überschießende Immunreaktion kann zwei bis sechs Wochen nach einer solchen Infektion auftreten. Davon betroffen seien vor allem Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 2 und 16 Jahren.

Symptome: Hohes Fieber und Ausschläge

Auch wenn die Krankheit „extrem selten“ vorkomme, sei es im Ernstfall doch wichtig, diese frühzeitig zu erkennen und zu behandeln, so Birnbacher. „Mis-C bringt sehr schwere Symptome mit sich, betroffene Kinder sind schwer krank. Erkennbar ist die Krankheit vor allem durch sehr hohes Fieber und erhöhte Entzündungswerte. Der ganze Körper reagiert auf die überschießende Immunreaktion, weshalb auch Hautausschläge, Magen- Darmprobleme, entzündete Augen, Schwellungen an Händen und Füßen oder Probleme mit der Herzleistung auftreten können“, erklärt der Villacher Arzt.

Insgesamt zehn Fälle am LKH Villach

Den ersten Fall von Mis-C am LKH Villach gab es, laut Birnbacher, im Frühjahr vergangenen Jahres. Seitdem wurden in Villach insgesamt zehn junge Patientinnen und Patienten mit der Krankheit behandelt. Aktuell gäbe es, so Birnbacher, jedoch keine Mis-C-Fälle am LKH. War die Diagnose zu Beginn aufgrund der Neuheit der Krankheit noch recht schwierig, könne sie nun bereits schnell erkannt und „sehr gut behandelt“ werden. Österreichweit habe es, laut dem Vorstand der Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde am LKH Villach, schon über 100 Fälle der Krankheit gegeben. „Eine solche überschießende Immunreaktion kommt aber zum Glück nur extrem selten vor“, so Birnbacher. Nur rund ein Promille der Kinder, die letztlich Covid-positiv waren, seien anschließend an Mis-C erkrankt.

Bei Fieber und zusätzlichen Symptomen sofort zum Arzt

Eltern sollten, so Birnbacher, nicht in Panik geraten, müssten jedoch im Fall, dass ihre Kinder Symptome wie sehr hohes Fieber, Ausschläge, Durchfall oder gerötete Augen aufweisen, sofort zum Kinderarzt oder ins Krankenhaus. Auch, wenn keine vorhergegangene Covid-Infektion bekannt ist. Birnbacher: „Bei Kindern kann eine Covid-Infektion auch symptomlos und unbemerkt verlaufen. Trotz eines solchen Verlaufs, kann jedoch nach der Infektion die überschießende Immunreaktion einsetzen.“

Krankheit „sehr gut im Griff“

Abschließend betonte Birnbacher noch, dass die Krankheit Mis-C mittlerweile sehr gut diagnostiziert und behandelt werden kann. „In Österreich ist noch kein Kind an Mis-C gestorben, viele mussten zwar auf Intensivstationen, aber wir haben die Krankheit mittlerweile sehr gut im Griff„, so der Abteilungsvorstand am LKH Villach. Akut Lebensgefährlich werde die Krankheit dann, wenn man die schweren Symptome ignoriere und die Krankheit nicht von Spezialisten behandeln lasse.

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