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Leute - Klagenfurt
© Bettina Nikolic

"Wozu Theater, wenn man nicht spielen darf?"

Intendant Aron Stiehl: „Die Lage ist ernst, aber nicht hoffnungslos“

Klagenfurt – Neben der Gastronomie ist auch der Kulturbereich von den Corona-Maßnahmen stark betroffen und dadurch eingeschränkt. Der Intendant des Klagenfurter Stadttheaters Aron Stiehl versucht sich von der derzeitigen Situation nicht unterkriegen zu lassen.

 4 Minuten Lesezeit (519 Wörter) | Änderung am 23.03.2021 - 09.23 Uhr

Von Elisa Auer. Auch wenn das Klagenfurter Stadttheater nach außen hin scheinbaren Stillstand signalisiert, so wird auf der Bühne weiterhin fleißig für die drei Produktionen „Was ihr wollt“, „Der Vogelhändler“ und „Il barbiere di Siviglia“ geprobt. Sollten folglich erste Öffnungsschritte gestattet werden, dann ist das Stadttheater Klagenfurt darauf vorbereitet. Die Veranstaltungen werden nicht abgesagt, sondern lediglich nach hinten verschoben. „Wir brauchen natürlich einen Vorlauf, aber nach Ostern könnten wir wieder spielen“, beteuert der Intendant Aron Stiehl.

Stimmung in der Kulturszene merklich angespannt

„Die Planungsunsicherheit ist zermürbend und frustrierend“, erzählt der Intendant des Stadttheaters und nennt die derzeit herrschende Perspektivlosigkeit als Ursache dafür. Die gute Nachricht ist: Kein Mitarbeiter wird entlassen. Die derzeitige Lösung der Kurzarbeit entlastet jedoch nicht alle finanziell. Dies zeigt sich „vor allem bei den freien Künstlern. Es ist eine Katastrophe, was da gerade passiert“, berichtet Stiehl. Auch die 80 bis 85 Prozent des ursprünglichen Lohnes, die beispielsweise die Techniker erhalten, sind oftmals nicht ausreichend, um die eigene Familie über Wasser zu halten. „Ich glaube die wichtigste Botschaft ist: Die Arbeitsplätze sind gesichert und wir werden wieder spielen“, resümiert der Intendant des Klagenfurter Stadttheaters und betont dabei, dass das Ziel einer baldigen Öffnung der Bühnen dabei nicht aus den Augen verloren werden soll.

Mit Kunst und Kultur gegen Angst

Gerade in Zeiten wie diesen, in denen die Furcht vor dem Virus als ständiger Begleiter fungiert, ist Kultur sehr bedeutsam. Kunst ist wichtig, um sich gesellschaftlich und auch individuell mit der Frage auseinanderzusetzen, was da gerade alles mit uns passiert. „Ein Kulturerlebnis kann genauso viel Trost bieten wie ein Gottesdienst“, betont Aron Stiehl in Hinblick auf die Relevanz eines Kulturangebots während dieser schweren Phase. „Eine absolute Sicherheit wird es nicht geben. Wir müssen lernen mit dem Virus zu leben“, stellt er fest und sieht angemessene Richtlinien zum Schutz als die nötige Voraussetzung, um den Theaterbetrieb wieder starten zu können. Er hält sowohl das Freitesten als auch in weiterer Folge das Vorzeigen des Impfpasses als Bedingung, um Kultur zukünftig wieder in einem halbwegs normalen Rahmen stattfinden zu lassen.

„Das Kulturbedürfnis ist sehr, sehr groß“

Die Nachfrage bezüglich Kunst und Kultur sei enorm. Die Leute sehnen sich nach abwechslungsreichem Freizeitprogramm, kulturellem Angebot sowie intellektueller und kritischer Auseinandersetzung. Aron Stiehl wird laufend auf der Straße angesprochen und gefragt, wann denn das Theater endlich wieder aufsperrt, da die Menschen das Programm schon so vermissen. „Das ist furchtbar rührend, aber auch bestärkend“, beteuert dieser.

Auskunft darüber geben, wann wieder gespielt werden kann, vermag der Intendant des Stadttheaters leider nicht. Die Kommunikation sowie der Dialog zu Wien sind noch sehr ausbaufähig. „Ich würde mir wünschen, dass man mehr mit uns spricht“, betont Stiehl, um seinen Mitarbeitern sowie dem Publikum endlich mehr Klarheit zu bieten. Zurzeit ist jedoch die einzige Perspektive des Kulturbetriebes, dass irgendwann wieder gespielt werden kann, auch wenn zurzeit noch nicht feststeht, wann das sein wird. „Theater ohne Zuschauer macht keinen Sinn“, resümiert der Intendant des Klagenfurter Stadttheaters Aron Stiehl zurecht.

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