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Politik - Kärnten
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Kärntner Rasergipfel

Taskforce soll Tuningszene auch über soziale Medien im Auge behalten

Kärnten – Im Zuge einer Pressekonferenz präsentierte Landesrat Sebastian Schuschnig gemeinsam mit Oberst Adolf Winkler von der Verkehrspolizei Kärnten und Albert Kreiner, dem Leiter der Verkehrsabteilung des Landes Kärnten, die Ergebnisse des Kärntner Rasergipfels. 

 4 Minuten Lesezeit (549 Wörter) | Änderung am 30.03.2021 - 15.15 Uhr

„Kärnten hat beim Raserpaket des Bundes gemeinsam mit Salzburg massiv mitgewirkt“, erklärt Landesrat Sebastian Schuschnig. Nun will Schuschnig auch auf Länderebene massiv gegensteuern. Gemeinsam mit der Polizei und den Kärntner Bezirkshauptmannschaften hat das Land Kärnten ein Maßnahmenpaket erarbeitet, um gegen schwarze Schafe im Straßenverkehr härter durchgreifen zu können. Das Maßnahmenpaket sei vor allem auf extrem hohe Geschwindigkeitsüberschreitungen ausgelegt: „Die Statistik zeigte, dass überhöhte Geschwindigkeit weiterhin die Hauptursache für Unfälle im Straßenverkehr ist, vielfach auch mit Todesfolge. Fast ein Drittel der Unfälle war 2020 auf überhöhte Geschwindigkeit zurückzuführen“, so Schuschnig.

Fokus auf stark überhöhte Geschwindigkeit

„Jedoch bereitet uns nicht die Gesamtzahl der Übertretung Sorge, sondern die sukzessive Zunahme von besonders stark überhöhter Geschwindigkeit und illegaler Straßenrennen“, erklärt der Landesrat weiter. Erst vor kurzem sei bei einem Verkehrsteilnehmer auf der Friesacher Bundesstraße eine Geschwindigkeit von bis zu 200 km/h gemessen worden. Nach eingehender Diskussion habe man sich daher auf ein Maßnahmenpaket verständigt, das aus fünf wesentlichen Punkten bestehen wird.

Taskforce gegen Raser

Künftig soll eine eigene Taskforce die Raser im Auge behalten. Über diese werden sämtliche Maßnahmen gegen Raser abgestimmt werden. Auch sollen bei Schwerpunktkontrollen gezielt Schnellrichter eingesetzt werden, damit der Strafbescheid noch direkt vor Ort ausgestellt werden kann. Auch ein eigenes Präventivkonzept gegen illegale Straßenrennen wird erarbeitet. Die Taskforce wird auch in den sozialen Medien die Tuningszene aufmerksam mitverfolgen.

Strafen für Wiederholungstäter werden erhöht

Geldstrafen für besonders schwere Fälle von überhöhte Geschwindigkeit sowie Strafen für Wiederholungstäter werden massiv erhöht. Erstmals soll es auch zu einer landesweiten Vereinheitlichung der Verkehrsstrafen kommen. Diese neuen Richtsätze werden für Überschreitungen jenseits der 30 km/h gelten. „Für geringe Überschreitungen ändert sich nichts. Die einheitlichen Richtsätze werden in Abstimmung mit dem Sprecher der Bezirkshauptmannschaften und der Verkehrsabteilung erarbeitet und treten voraussichtlich noch im Frühsommer im Kraft.

Vernetzung der Bezirksstrafregister

Auch erfolgt eine Vernetzung der Bezirksstrafregister. „Durch einen besseren Datenaustausch können Wiederholungstäter künftig gezielt stärker zur Verantwortung gezogen werden“, so Kreiner, Leiter der Verkehrsabteilung des Landes. Dazu wird das Land ein bezirksübergreifendes Raser-Register erarbeiten. Der Auftrag zur Ausarbeitung wurde heute erteilt.

Kontrolldichte wird weiter erhöht

Hier wird der Fokus auf Straßen gelegt, auf denen häufig überhöhte Geschwindigkeit festgestellt werden konnte. Dafür wird auch das Equipment der Polizei aufgerüstet werden. So soll eine zusätzliche mobile Geschwindigkeitsmessanlage angeschafft werden. Aber auch drei PS-Starke Mobilstreifen, um in der Tuningszene künftig härter durchgreifen zu können. Weiters werden an bekannten Motorradrouten zusätzliche Motorrad-Exekutiven in Zivil eingesetzt werden. Das 5-Punkte-Paket gegen Raser umfasst außerdem wichtige bewusstseinsbildende Maßnahmen, darunter eine gemeinsame Kampagne mit der Verkehrspolizei.

Härteres Vorgehen gegen Drogenlenker

Gemeinsam mit der Polizei will das Land auch den Kontrolldruck gegen Drogenlenker massiv erhöhen. Dafür richtet Schuschnig erneut eine Forderung an den Bund. Der Landesrat wünscht sich künftig einfachere und schnellere Verfahren beim Führerscheinentzug von Drogenlenkern.

Das heute präsentierte Maßnahmenpaket werde ab sofort schrittweise in Kraft gesetzt und im Spätsommer sollen die Wirkungen der Maßnahmen dann evaluiert bzw. gegebenenfalls nachgeschärft werden.

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