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Wirtschaft - Klagenfurt
SYMBOLFOTO © Pixabay

Tochterfirmen des Landes: Eldorado für Rechtsanwälte

Ex-Geschäfts­führer von Landes­firma jettete auf Steuer­kosten zu Olympia

Klagenfurt – Mit Spannung wurde der Prüfbericht des Kärntner Landesrechnungshofs (LRH) zu drei Landesfirmen erwartet. Nun liegt er 5 Minuten druckfrisch vor. In die Augen sticht vor allem die Prüfung der Land Kärnten Beteiligung GmbH (LKBG). Dessen Geschäftsführer war offenbar reisefreudig.

 3 Minuten Lesezeit (360 Wörter) | Änderung am 01.04.2021 - 18.20 Uhr

Von Franz Miklautz. Jedenfalls sagt das der LRH: Er fand heraus, dass der Manager auf Steuerzahlerkosten zu den Olympischen Spielen 2018 nach Korea fuhr. Kosten: Knapp 6.000 Euro. Dauer der Reise: Rund eine Woche. Die Hotelkosten betrugen laut LRH 400 Euro pro Nacht.

Sölden, Zermatt und Beaver Creek

Aber nicht nur Korea stand am Flugplan des Ex-Geschäftsführers – das Land trennte sich Anfang Februar von ihm, nachdem solche Reisen und teure Geschäftsessen bekannt geworden waren -, auch Zermatt (fast 3.000 Euro Reisekosten) in der Schweiz oder Beaver Creek in den USA waren berufliche Reisedestinationen des Managers. Oder etwa das Wintersportdorado Sölden, wo er ein dreitägiges Symposium besuchte. Der Geschäftsführer war in der Ära Haider schon einmal gekündigt worden, kam aber triumphal wieder zurück und war unkündbar gestellt. Jedenfalls bis letzten Februar. Derzeit läuft ein Verfahren vor dem Arbeitsgericht. Der Manager betont, sich lediglich im Rahmen seines Arbeitsvertrages verhalten zu haben.

Überbordende Rechts- und Beratungskosten

Geprüft wurden die Jahre 2015 – 2019. Auch bei den Rechts- und Beratungskosten sticht die LKBG hervor. So gab die Landestochter im genannten Zeitraum über eine Million Euro in diesem Bereich aus. Davon 551.000 Euro allein für Gutachten (siehe Faksimile).

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551.000 Euro allein für Gutachten

551.000 Euro allein für Gutachten - © LRH

Über 600.000 Euro an nur eine Kanzlei

„Von den Rechts- und Beratungsaufwendungen der Jahre 2015 bis 2019 entfielen 626.596,- EUR inkl. USt bzw. rund 60% auf Rechtsleistungen einer einzigen Anwaltskanzlei“, kritisiert der LRH. Ein länger zurückliegender Rechtsstreit mit einem Wiener Meinungsforschungsunternehmen zog sich 14 Jahre lang hin und kostete 777.000 Euro. Auch die Rechts- und Beratungskosten der zweitgeprüften Firma, der Lakeside GmbH, lassen sich sehen: Sie wendete für Rechts- und Beratungsaufwand in den Jahren 2015 – 2019 rund 637.000 Euro auf. Bei der drittgeprüften Landestochter, der Kärntner Wirtschaftsservice, kritisierte der LRH hohe Marketingausgaben von über 100.000 Euro.

Der Autor

Der Klagenfurter Franz Miklautz ist als Investigativjournalist tätig. Unter anderem betreibt er die Plattform mediapartizan.at, auf der er regelmäßig Missstände aufdeckt. Er war nominiert für den Literaturpreis Wartholz VII und ist Gewinner des “Erostepost”-Literaturpreises 2014.

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Kärntner Landesregierung

Kärntner Landesregierung - © Dieter Kulmer Photography

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