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Leute - Villach
Der heute 63-jährige Villacher Werner Plasounig kämpfte vor 40 Jahren bei seiner ersten Flugstunde mit Todesängsten.
Der heute 63-jährige Villacher Werner Plasounig kämpfte vor 40 Jahren bei seiner ersten Flugstunde mit Todesängsten. © Montage: KK/pixabay.com

Vor 40 Jahren:

Villacher landete Flugzeug mit totem Flug­lehrer neben sich

Villach/Klagenfurt – Dramatische Minuten erlebte der Villacher Werner Plasounig vor 40 Jahren am 5. April als Flugschüler im Luftraum über Villach: Sein bester Freund und Fluglehrer sackte plötzlich neben ihm im Pilotensitz zusammen und verstarb an einem Sekundenherztod. Wie es der junge Flugschüler bei seinem Erstflug überhaupt schaffte, in Klagenfurt zu landen, schilderte er jetzt 5-Minuten.

 4 Minuten Lesezeit (499 Wörter) | Änderung am 05.04.2021 - 21.49 Uhr

Von Manfred Wrussnig. Der Flug des damals jungen Burschen und seine nur durch Tipps per Funkunterstützung glückliche Landung machten vor 40 Jahren weltweit Schlagzeilen. Er wurde tagelang von Freunden als Held gefeiert. Doch der Schock saß und sitzt heute noch tief. Der jetzt 63-jährige Villacher und Banker ist seither nie mehr mit einem Flugzeug geflogen und sprach nun, nach 40 Jahren, erstmals wieder darüber, wie er mit dem Leben damals eigentlich schon abgeschlossen hatte.

„Walter hat mir mit seiner letzten Tat das Leben gerettet“

Werner Plasounig (damals 23 Jahre alt) startete mit seinem Freund Walter Mörtl (damals 61 Jahre alt) vor 40 Jahren von Nötsch aus in Richtung Klagenfurt – ahnungslos, dass der erster Flug des jungen Villachers gleichzeitig von beiden auch der letzte sein wird. „Über Villach spielte sich der Walter noch mit der Funkfrequenz und stellte sie eher zufällig auf die des Klagenfurter Flughafens ein, dadurch hat er mir mit seiner letzten Tat das Leben gerettet“. Denn nur Sekunden später erlitt Mörtl einen tödlichen Herzinfarkt.

Der Kampf mit Todesängsten

Hunderte Meter in der Luft über der Draustadt kämpfte der Villacher nun, schweißgebadet, mit den immer schlimmer werdenden Todesängsten. „Einzig die Funkverbindung zum Tower, die ich sonst nie einstellen hätte können und die beruhigenden Worte von dort ließen mich nicht vor Angst verzweifeln,“ erinnert er sich noch heute.  Eigentlich wollte er „irgendwie auf der neu eröffneten Autobahnumfahrung von Villach hinunter“, dann überredete der Mann vom Klagenfurter Tower ihn aber, es in Klagenfurt zu versuchen.

„Da spielst im Gedanken noch einmal das Leben durch“

Über Anweisung eines zufällig dort diensthabenden Piloten schaffte Plasounig es, den Motorsegler nach Klagenfurt zu steuern. Doch auf dem Flug dorthin und angesichts der ungewissen Landung nahm er still schon Abschied von seinen Lieben, Freunden und Familie: „Da spielst im Gedanken noch einmal das Leben durch und wirst nur jäh durch die Anweisungen vom Tower herausgerissen und denkst nein, nein, du musst es schaffen und dann wieder fällt der Blick auf meinen leblos im Sitz hängenden Freund. Ich bekam plötzlich wieder einen unglaublichen Lebenswillen, es muss doch irgendwie sicher da hinuntergehen“, grübelt er heute noch über die Minuten, die über Leben und Tod entschieden haben.

„Ich bin eben zum zweiten Mal zur Welt gekommen“

„Unten hatte schon die Feuerwehr und die Rettung entlang der Rollbahn gewartet, die Blaulichter blitzten bis zu mir herauf.“ Und: „Fragen Sie mich nicht, wie ich da den Flieger heil bis auf den Boden schaffte“. Das Bravourstück gelang dann tatsächlich und machte Schlagzeilen. Die Enttäuschung dann bei der Landung: „Als erster stürmte ein Polizist zur Kanzel, riss die Türe auf und fragte, ob ich Wertsachen vom Walter eingesteckt habe“. „Nein“, schüttelte der Villacher gefrustet ob des Empfanges den Kopf: “Ich bin nur eben zum zweiten Mal zur Welt gekommen.“

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Ein Ausschnitt aus einem damaligen Medienbericht über die Notlandung des Villachers.

Ein Ausschnitt aus einem damaligen Medienbericht über die Notlandung des Villachers. - © KK

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