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Schutz für Obstbäume

Villacher Obstbauer be­kämpft Frost­nächte mit Eis

Villach-Seebach – Vereiste Obstbäume sorgen hier derzeit für Staunen. Doch das "Naturschauspiel" hat einen ernsten Hintergrund. "Es ist die einzige Möglichkeit, die Obstbäume vor den kalten Temperaturen zu retten", erklärt Hans Innerhofer, Villachs einziger Obstbauer. 5 Minuten nahm er mit auf eine "Reise durchs Eis".

 3 Minuten Lesezeit (442 Wörter)

So etwas sieht man nicht alle Tage. Die Obstbäume in Villach-Seebach sind momentan komplett vereist. Vor Ort befinden sich am Vormittag bereits zahlreiche Menschen – die frostigen Bäume entpuppen sich als beliebtes Fotomotiv. Doch was schön anzusehen ist, erfüllt für die Obstbäume eine überlebensnotwendige Funktion. Villachs einziger Obstbauer, Hans Innerhofer vlg. Veidlbauer erzählte 5 Minuten im Gespräch mehr darüber.

Frostberegnung rettet die Obstbäume

„Das Eis dient dem Schutz der Ernte. Es ist momentan die einzige Möglichkeit, die Obstbäume vor den kalten Temperaturen zu retten„, erklärt Innerhofer. Dafür kommt regelmäßig eine sogenannte Frostberegnung zum Einsatz. Hier ist genaue Arbeit gefragt. „Mit der Temperatur, mit der man in der Früh anfängt zu beregnen, muss man später weitermachen. Bei kälterer Temperatur wird die Blüte sonst kaputt“, erzählt Innerhofer. Beim richtigen Gefrierprozess durch die Frostberegnung entsteht jedoch Wärme und schützt die Blüten so vor Verlust.

Kalte Temperaturen bereiten Sorgen

Die heutige Frostsaison macht dem Obstbauer jedoch zu schaffen. „Jetzt kam es zum ersten Mal vor, dass das Eis vom Vortag nicht weggeschmolzen ist. Heute mussten wir auf das alte Eis raufspritzen, deshalb ist Eisbildung momentan auch so groß„, erklärt der Obstbauer. Sollte das Eis auch heute nicht schmelzen, wird es für die Obstbäume kritisch, denn „auch die Stabilität der Bäume ist begrenzt“, sorgt sich der 60-Jährige.

Familienbetrieb mit Tradition

Doch es gibt zum Glück auch positive Dinge über den Obstanbau zu berichten. Wie bereits erwähnt handelt es sich bei Hans Innerhofer um den einzigen Obstbauer im Raum Villach. „Wir sind ein richtiger Familienbetrieb“, erzählt er stolz. So arbeiten auch seine Frau und die beiden Kinder fleißig mit. Tradition wird großgeschrieben. Den Hof selbst gibt es bereits seit rund 300 Jahren. „Bis 2005 war es eine Rinder- und Viehwirtschaft. Dann wurde auf Obstbau umgestellt“, so Innerhofer.

Heimische Produkte sind gefragt

Kirschen, Äpfel, Pflaumen, Birnen – Geerntet, verarbeitet und verkauft wird so gut wie alles, was es in der Region an Obst zu finden gibt. Ganz besonders beliebt ist dabei der besondere „rote Apfelsaft“. „Hier sind wir fast immer ausverkauft“, erzählt Innerhofer. Auch verschiedene Schnapssorten werden angeboten. „Im nächsten Jahr ist auch Apfelmus und Dörrobst geplant“, verrät der Obstbauer. Über zu wenige Abnehmer kann Innerhofer auch in der Corona-Zeit nicht klagen. „Seit letzten März haben wir einen gewaltigen Zustrom bekommen. Die Leute wollen heimische Produzenten unterstützen“, freut sich der Obstbauer.

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