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Wirtschaft - Kärnten
v.l.: (vorne) Sebastian Schuschnig (Landesrat), Kurt Aschbacher (BILLA Vertriebsdirektor) und Friedrich Paulitsch (Bürgermeister Baldramsdorf) sowie (hinten) Patrick Kleinfercher und Christoph Raunig (Gründer myAcker) bei der feierlichen Eröffnung des neuen BILLA Regional Box Standortes in Baldramsdorf
v.l.: (vorne) Sebastian Schuschnig (Landesrat), Kurt Aschbacher (BILLA Vertriebsdirektor) und Friedrich Paulitsch (Bürgermeister Baldramsdorf) sowie (hinten) Patrick Kleinfercher und Christoph Raunig (Gründer myAcker) bei der feierlichen Eröffnung des neuen BILLA Regional Box Standortes in Baldramsdorf © BILLA/Patrick Sommeregger-Baurecht

Bereits vier Standorte in Kärnten:

„BILLA Regional-Boxen“ sollen lokalen Lieferanten eine Bühne bieten

Bezirk Spittal an der Drau – Mit der „BILLA Regional Box“ präsentiert der Lebensmittelhändler BILLA ein neues Shopkonzept auf rund 11 m2 Fläche, welches vor allem Produkten von lokalen Lieferanten eine Bühne bietet und Dinge des täglichen Bedarfs enthält. Von der Kärntner Landwirtschaftskammer gibt es aber Kritik an den neuen Selbstbedienungs-Boxen.

 6 Minuten Lesezeit (743 Wörter) | Änderung am 15.04.2021 - 14.30 Uhr

Der Mini-Nahversorger entstand in Zusammenarbeit mit myAcker – einem jungen Kärntner Unternehmen, das mit der AckerBox einen innovativen Selbstbedienungs-Shop für regionale Lebensmittel entwickelt hat. „Mit der BILLA Regional Box möchten wir Menschen, die in kleinen Gemeinden ohne unmittelbaren Nahversorger leben, eine schnelle Einkaufsmöglichkeit in Gehweite zur Verfügung stellen. Vor allem wollen wir damit auch regionalen und lokalen Produzenten eine Bühne bieten – ganz besonders kleinen Kärntner Produzenten“, erklärt Kurt Aschbacher, BILLA Vertriebsdirektor.

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Die neue „Billa Regional Box“ in Baldramsdorf

Die neue „Billa Regional Box“ in Baldramsdorf - © BILLA/Patrick Sommeregger-Baurecht

Über 200 Artikel werden angeboten

Im Sortiment stehen über 200 Artikel in verlässlicher BILLA Qualität zur Auswahl – von Erzeugnissen von lokalen Produzenten aus der Nachbarschaft, Frischwaren wie Brot, Gebäck, Obst, Gemüse und Molkereiprodukte über Trockenprodukte wie Honig, Nudeln, Säfte und Tees bis hin zu Produkten des täglichen Bedarfs wie Hygiene- und Reinigungsmittel, Taschentücher, Toilettenpapier und Müllsäcke.

Barrierefreier Zugang für Kunden jeden Alters

Ein unkomplizierter und barrierefreier Zugang ermöglicht Kunden aller Altersgruppen ein angenehmes, schnelles und intuitives Einkaufserlebnis. So ist die BILLA Regional Box frei und ohne die zusätzliche Nutzung einer Smartphone-App zugänglich. Im Container führt ein Terminal die Kunden Schritt für Schritt durch den Bezahlvorgang. Dabei werden die Produkte einfach mittels Strichcodes selbst gescannt, zum Schluss wird in bar oder per Bankomat- bzw. Kreditkarte bezahlt.

Kooperation mit myAcker

Das Unternehmen myAcker hat sein Konzept einer flexiblen, regionalen Einkaufsmöglichkeit mit der AckerBox österreichweit bereits neun Mal im Einsatz und ist stolz, den regionalen Fokus gepaart mit modernster Technik nun zusätzlich in einem gemeinsamen Projekt mit BILLA weiter vorantreiben zu können. Christoph Raunig, einer der beiden Gründer von myAcker: „Wir freuen uns sehr über die Kooperation und darüber, dass wir BILLA mit der Technik der AckerBox und unseren Ideen und Umsetzungen auf dem Weg zu noch mehr Regionalität begleiten dürfen. Unser Fokus dabei liegt auf einem möglichst ansprechenden, aber auch einfachen und intuitiven Einkaufserlebnis für unsere Kunden – dieser Anspruch verbindet uns mit BILLA.“

Vier BILLA Regional Box-Standorte in Kärnten

Die ersten vier BILLA Regional Boxen wurden am 1. April 2021 in den Kärtner Gemeinden Mörtschach, Flattach, Baldramsdorf und Dellach (Bezirk Spittal an der Drau) in Betrieb genommen. Die feierliche Eröffnung folgte am 14. April unter Anwesenheit von Landesrat Sebastian Schuschnig und den örtlichen Bürgermeistern Friedrich Paulitsch (Baldramsdorf), Kurt Schober (Flattach), Richard Unterreiner (Mörtschach) und Johannes Pirker (Dellach im Drautal).

Schuschnig: „Faires Miteinander sichert Nahversorgung

Schuschnig schildert: „Regionalität und Flexibilität rücken bei den Kunden erfreulicherweise immer mehr in den Fokus. Es ist daher positiv, dass dieses Konzept zu über 90 Prozent Produkte aus der Region in den Regalen hat und auf faire Preise geachtet wird. Gemeinsam mit dem Kärntner Start-Up myAcker wird eine Möglichkeit geschaffen, die Nahversorgung in Gemeinden auszubauen, die schon lange keinen Nahversorger mehr haben.“ Schuschnig betont jedoch: „Wichtig ist, dass die Bauern auch weiterhin ihre Produkte zu fairen Preisen anbieten können. Nur ein faires Miteinander mit den regionalen Produzenten kann neue Absatzformen für regionale Direktvermarkter und Landwirte sichern und die Nahversorgung in der Region stärken.“ Die Regionalboxen werden nicht vom Land gefördert.

Kritk: „Hausverstand“ an der Supermarktkasse abgegeben

Das neue Angebot stößt aber auch auf Kritik, etwa bei der Kärntner Landwirtschaftskammer. „Auf der einen Seite fördert der ÖVP-Wirtschaftslandesrat die Nahversorger mit 300.000 Euro, dem gegenüber stehen mickrige 100.000 Euro für die bäuerlichen Direktvermarktungshütten aus dem Budget von ÖVP-Agrarlandesrat Martin Gruber. Jetzt geht Schuschnig auch noch her und bewirbt die neuen ‚Selbstbedienungs-Container‘ einer bekannten österreichischen Supermarktkette. Anscheinend wurde von der Kärntner Volkspartei der stets beworbene ‚Hausverstand‘ an der Supermarktkasse des gelben Handelskonzerns abgegeben“, wundert sich der Vizepräsident der Kärntner Landwirtschaftskammer Manfred Muhr über diese Marketingoffensive der Landes-ÖVP.

Muhr: „ÖVP fällt Direktvermaktern in den Rücken“

Für Muhr ist die Aktion von Schuschnig auch aufgrund einer anderen Tatsache äußert fragwürdig: „Das Vorgehen Schuschnigs in dieser Sache grenzt an schwarze Schizophrenie. Die angebliche ‚Bauernpartei‘ ÖVP und deren Repräsentanten geben einem Handelskonzern unter dem Deckmantel der Nahversorgung werbetechnische Schützenhilfe und fallen den heimischen bäuerlichen Direktvermarktern damit in den Rücken.“ Muhr fordert die ÖVP auf, „endlich zum Vorteil der heimischen Landwirte zu arbeiten, die vielen bereits beschlossenen freiheitlichen Anträge in der Landwirtschaftskammer sowie im Landtag auch endlich umzusetzen und mit solchen verfehlten Werbeaktionen aufzuhören“.

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