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Leute - Klagenfurt
Helga Happ mit einer von 30 Königpythons, den „Vorführschlangen“ des Zoos. Der Reptilienzoo Happ feierte am 1. April seinen 45. Geburtstag.
Helga Happ mit einer von 30 Königpythons, den „Vorführschlangen“ des Zoos. Der Reptilienzoo Happ feierte am 1. April seinen 45. Geburtstag. © Jeremias

Alles Gute

Tierisches Jubi­läum: Reptilienzoo Happ feierte 45. Geburtstag

Klagenfurt – Eine weit über Klagenfurt hinaus bekannte Institution hatte vor Kurzem Geburtstag. Am 1. April wurde der Reptilienzoo Happ 45. Wir sprachen mit Helga Happ über das Jubiläum, ihre Liebe zu Reptilien und welches Tier ihrem Zoo noch fehlt.

 7 Minuten Lesezeit (861 Wörter)

Von Christine Jeremias. Die Begrüßung im Reptilienzoo Happ fällt tierisch aus – es sind aber keine Schlangen oder Krokodile, die im Büro von Helga Happ freudig auf einen losstürmen, sondern die beiden Dackel der Chefin. „Ich  bin einfach eine Dackelliebhaberin“, so Happ über ihre tierischen Assistenten. Sonst gehören der Zoo und ihr Herz aber ganz den Reptilien und Spinnen, die bei Besuchern Faszination, Staunen und oft auch ein bisschen Furcht erzeugen.

Ein Geburtstag ohne Fest

Begonnen hat alles 1976 als sich Friedrich Happ mit der Gründung des Privatzoos einen Lebenstraum erfüllte. Seither wurde schon hunderttausenden Menschen die Welt der Schlangen, Spinnen, Frösche und Co nähergebracht und viel zur Aufklärung rund um Reptilien beigetragen. Dies war auch von Anfang an ein großes Anliegen: den Menschen Ängste und Vorurteile zu nehmen und so ein Bewusstsein für den Schutz von Schlangen zu schaffen. Ein Plan, der voll aufgegangen ist, wenn man sich den Erfolg des Zoos ansieht. Umso mehr bedauert es Helga Happ, dass das heurige Jubiläum nicht mit Freunden und Förderern gefeiert werden konnte. „Zum einen wäre es aufgrund der Covid 19-Bestimmungen ja gar nicht möglich gewesen, eine große Veranstaltung zu machen und zum anderen fiel der Geburtstag dieses Jahr genau auf den Gründonnerstag – das wäre ohnehin kein passender Termin für ein Fest“, sagt Happ. Reich beschenkt fühlt sich die Zooleiterin aber trotzdem: nämlich durch die große Sympathie aus der Bevölkerung, die gerade in der Coronakrise stark zu spüren ist.

Unterstützung und Patenschaften

„Das letzte Jahr war natürlich auch für uns sehr schwierig, umso schöner war es, die Verbundenheit der Klagenfurter mit dem Zoo zu spüren. Viele unterstützen uns durch Spenden oder die Übernahme von Patenschaften. Aber auch der Politik muss ich danken – bisher habe ich immer ein offenes Ohr für meine Anliegen gefunden“, freut sich Helga Happ, die sich seit 1987 ganz den Reptilien verschrieben hat. Im Lauf der Jahrzehnte wurde der Zoo nicht nur ein beliebtes Ausflugsziel, sondern auch zu der Anlaufstelle schlechthin für Fragen in Bezug auf Schlangen. „Ich bekomme rund 1000 Anrufe im Jahr und fahre zu ungefähr 120 Einsätzen. Es hat sich einfach so eingebürgert, dass man bei mir anruft, wenn man etwa eine Schlange im Garten hat und nicht weiß, wie man sich verhalten soll. Ich helfe gerne weiter, vor allem, wenn ich sehe, dass sich die Aufklärungsarbeit auszahlt. Früher wurde jede Schlange einfach erschlagen, heute ist viel mehr Bewusstsein für einen behutsamen Umgang da“, erzählt die Expertin. Und nicht nur das, immer mehr Menschen wollen auch privat Reptilien halten, hier hat es in den letzten Jahren einen regelrechten Boom gegeben.

Ein bisschen Natur im Wohnzimmer

Dies liegt einerseits daran, dass durch die Medien die Lust an ungewöhnlichen Haustieren geweckt wird, andererseits ist es wohl auch dem Wunsch nach einem Stück Natur geschuldet. „In vielen Wohnungen ist Haustierhaltung ja verboten, Reptilien fallen aber nicht weiter auf, da sie keinen Lärm machen“, so Happ. Die Anschaffung eines exotischen Haustiers sollte aber gut überlegt sein, ist die Haltung doch recht aufwendig und mit nicht unbeträchtlichen Kosten verbunden. Viele unterschätzen auch die Schwierigkeit, eine Betreuung zu finden, wenn man einmal krank oder im Urlaub ist. Und so kommt es leider häufig vor, dass unüberlegt angeschaffte Tiere einfach ausgesetzt oder im Reptilienzoo abgegeben werden.

Entspannung bei den Giftschlangen

Während die meisten Besucher die Abteilung mit den Giftschlangen dann doch eher respekteinflößend finden und froh über trennenden Scheiben sind, liebt die Zooleiterin die Arbeit mit den nicht ganz ungefährlichen Tieren besonders. „Ich mache jeden Tag in der Früh die Tierpflege bei den Giftschlangen, das genieße ich richtig. Man muss immer mit voller Konzentration bei der Sache sein und eine gelassene Ausstrahlung haben, das lässt mich auch immer ruhig werden. Die Schlangen kennen mich ja auch und haben Vertrauen. Nur die grüne Mamba ist noch immer ein bisschen beleidigt, weil ich sie für den Frühjahrsputz aus dem Terrarium nehmen musste“, schmunzeln Happ. Aber selbst bei einer erfahrenen Expertin kann schon einmal etwas schief gehen und das endet dann meist schmerzhaft. „Vor allem von heimischen Giftschlangen bin ich unzählige Male gebissen worden. Und ich schäme mich für jeden einzelnen Biss, denn so etwas passiert nur, wenn man nachlässig und unaufmerksam arbeitet“, verrät Happ.

Wird dieser Traum bald wahr?

Zum 50-Jahr-Jubiläum des Zoos ist dann wieder ein größeres Fest geplant – hoffentlich ohne Covid- Bestimmungen, dafür aber mit allen Freunden des Reptilienzoos. Und möglicherweise erfüllt sich dann auch noch ein besonderer Wunsch von Helga Happ, denn auch wenn schon 1000 Tiere im Zoo beheimatet sind, fehlt noch ein besonderes. „Eine Tuatara – eine neuseeländische Brückenechse – wäre ein Traum von mir, die fehlt einfach noch. Bisher gibt es die vom Aussterben bedrohte Echse in Europa nur im Zoo von Berlin, aber wer weiß, vielleicht findet ja doch eine ihren Weg zu uns“, hofft Happ.

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