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Was unterscheidet Kärnten vom Rest Österreichs?

Just Kärnten Things: Dinge die nur echte Kärntner kennen

Kärnten – „Andere Länder, andere Sitten“, lautet das berühmte Sprichwort, welches auch innerhalb von Österreich Anklang findet. So hat jedes Bundesland seine eigenen Bräuche, Traditionen, Veranstaltungen und Besonderheiten. Deshalb gibt es bestimmte Dinge, die nur waschechte Kärntner wirklich nachvollziehen und verstehen können.

 7 Minuten Lesezeit (896 Wörter) | Änderung am 20.04.2021 - 09.09 Uhr

Von Elisa Auer. Wurde man in Kärnten geboren und sozialisiert, so wird einem die folgende Auflistung aus Kindheits- und Jugendtagen vertraut sowie selbstverständlich erscheinen. Für andere Bundesländer sind manche dieser Feste, Erlebnisse und Traditionen jedoch völlig fremd. Was unterscheidet Kärnten also von dem Rest Österreichs?

Wir haben Grund zum Feiern: Kirchtage und Wiesenmärkte

Während der Sommermonate gibt es in Kärnten allerlei Gelegenheiten zum Feiern. Vom Villacher Kirchtag, über den Bleiburger Wiesenmarkt bis hin zum St. Veiter Wiesenmarkt wird ein erstaunliches Kontingent an Festivitäten und Veranstaltungen für Jung und Alt offeriert. Traditionell wird dort Kärntner Tracht getragen, weshalb Dirndl und Lederhosen aufgrund der vielen Feste gar nicht erst im Kleiderschrank verstauben können.

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Der Villacher Kirchtag ist – abseits von Corona – eigentlich ein Fixpunkt für viele Kärntnerinnen und Kärntner.

Der Villacher Kirchtag ist – abseits von Corona – eigentlich ein Fixpunkt für viele Kärntnerinnen und Kärntner. - © 5min.at

Pizza, Pasta & Co.: Spontantrip nach Italien

Hat es dich schon einmal aufgrund kurzfristig eintretenden Heißhungers auf Pizza nach Tarvis verschlagen? Was für Nicht-Ortskundige wie eine halbe Weltreise klingt, ist tatsächlich nur eine 30- minütige Autofahrt entfernt (zumindest, wenn Villach als Startpunkt fungiert). Pizza, Gelato und La Dolce Vita sind folglich nur einen Katzensprung entfernt, weshalb die Gelüste auf eine ordentliche Portion Kohlenhydrate innerhalb kurzer Zeit gestillt werden können.

Wallfahrt & sportliche Challenge: Der Vierbergelauf

Dass sich die Kärntner besonders wander-affin zeigen, dürfte kein Geheimnis sein, zumal es dort Berge wie Sand am Meer gibt. Deshalb werden jährlich am zweiten Freitag nach Ostern die vier heiligen Keltenberge (Magdalensberg, Ulrichsberg Veitsberg und Lorenziberg) abgewandert. Die gesamte Strecke umfasst 52 km, gestartet wird um Mitternacht. Sämtliche Generationen sind vertreten, der Proviant reicht von massenhaft Bier und Wasser bis hin zu Zuckerln für die Kinder, die einem auf der Wanderung begegnen. Für die einen ist der Vierbergelauf traditionelle Wallfahrt, für die anderen eine sportliche Herausforderung. Ungeachtet des Antreibermotivs stehen Gemeinschaft, Bewegung und das physische Erleben der Natur im Vordergrund, weshalb jeder Kärntner einmal daran teilgenommen haben sollte.

Das Auto bei Minimundus parken, weil es im Strandbad keinen Parkplatz mehr gibt

Sommer, Sonne, Sonnenschein – Kärntner genießen durch ihre breite Auswahl an Seen ein Privileg, welches besonders während der warmen Jahreszeit ausgiebig genutzt wird. Ein echter Hotspot ist dabei vor allem der Wörthersee, das Strandbad somit ein beliebter Treffpunkt für Jung und Alt. Da aber nur begrenzt Parkplätze vorhanden sind, gilt die altbewährte Regel „wer zuerst kommt, mahlt zuerst“, weshalb man besonders an heißen Sommertagen zeitig vor Ort sein sollte. Wer es nicht rechtzeitig schafft, einen Platz zu ergattern, der muss auf die Parkmöglichkeiten des Minimundus ausweichen und sich auf einen Fußmarsch einstellen, der bei 35° alles andere als ein Vergnügen ist. Wer also nicht allzu weit entfernt wohnt, der sollte lieber das Fahrrad nehmen, um sich diese mühsame Odyssee zu ersparen.

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Ein echter Hotspot im Sommer und ein beliebter Treffpunkt für Jung und Alt ist das Strandbad Klagenfurt.

Ein echter Hotspot im Sommer und ein beliebter Treffpunkt für Jung und Alt ist das Strandbad Klagenfurt. - © 5min.at

Lei-Lei: Villacher Fasching

Der Fasching wird in kaum einem anderen Bundesland so zelebriert wie in Kärnten, weshalb im Februar besonders im Raum Villach oft der kräftige Narrenruf „Lei-Lei“ ertönt. Während dieses Monats steht die Komik im Vordergrund, das Spektakel wird sogar im Fernsehen ausgestrahlt und findet seinen Höhepunkt beim Villacher Faschingsumzug. Tradition haben dabei auch die Faschingssitzungen und der Kinderfasching. Gefeiert wird über mehrere Tage hinweg, weshalb zu dieser Zeit die Villacher Innenstadt von bunten Verkleidungen, Lärm und lautem Lachen geprägt ist, da alle Feierwütigen sich diese „mords Hetz“ nicht entgehen lassen wollen.

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Im Februar steht in Kärnten die Komik im Vordergrund.

Im Februar steht in Kärnten die Komik im Vordergrund. - © 5min.at

Zentraler Sammeltreffpunk: Der Heiligengeistplatz

Jede größere Stadt verzeichnet mindestens einen zentralen, öffentlichen Ort, den jeder kennt und der somit als beliebter Treffpunkt für Dates, Aktivitäten etc. fungiert. Wenn folglich kein bestimmter Sammelplatz anvisiert wird, dann hat sich die Frage nach dem „Wo“ relativ schnell durch „Treff´ma uns anfoch am Heilign“ beantwortet. Als Sammelstelle der öffentlichen Verkehrsmittel ist er ein Ort des ständigen Kommens und Gehens und somit einfach zu erreichen. Der „Heilige“ der Klagenfurter ist mit dem „Jako“ der Grazer vergleichbar, der ebenso gerne als Treffpunkt herangezogen wird.

Kärntner Kasnudeln: Krendeln mit der Oma

Das Kasnudel-Krendeln ist in Österreichs südlichsten Bundesland Kult und wird als kulinarische Teigform-Kunst in der traditionellen Hausmannskost-Küche ordentlich zelebriert. Es handelt sich dabei um ein spezielles Verfahren, bei dem die selbst zubereiteten Nudeln ästhetisch ansprechend und mit viel Fingergeschick verschlossen werden. Je nach Ortschaft, Dorf und Tal unterscheiden sich die Kärntner Kasnudel sowohl in ihrer Form als auch der Fülle. Die Rezepte werden dabei von Generation an Generation weitergegeben, das gemeinsame Krendeln mit der Großmutter oder auch der Mutter ist daher ein Erlebnis aus Kindheitstagen, dass mit dem Geruch von frischer Minze und Topfen assoziiert wird. Den hohen Stellenwert, den das Krendeln in der Kärntner Traditionen vor allem zu früherer Zeit eingenommen hat, verdeutlicht folgender Spruch: „A Dirndl, dås nit krendeln kån, kriegt kan Månn.“

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Je nach Ortschaft, Dorf und Tal unterscheiden sich die Kärntner Kasnudel sowohl in ihrer Form als auch der Fülle.

Je nach Ortschaft, Dorf und Tal unterscheiden sich die Kärntner Kasnudel sowohl in ihrer Form als auch der Fülle. - © KK

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