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Leben - Klagenfurt
Für sie ist der Rollstuhl kein Hindernis: Stefanie Slana ist regelmäßig auf Kärntens Bergen unterwegs.
Für sie ist der Rollstuhl kein Hindernis: Stefanie Slana ist regelmäßig auf Kärntens Bergen unterwegs. © KK

Stefanie Slana:

Mit Rolli am Berg: “Lass dich von deiner Behinderung nicht hindern!”

Klagenfurt – Die bald 31-jährige Stefanie Slana zeigt vor, was man alles schaffen kann, wenn man es wirklich will. Sie ist seit ihrer Geburt beeinträchtigt und hat nur einen Fuß, links eine Fehlbildung der Finger und rechts ein "Stumparle", wie sie ihre Hand liebevoll nennt. Trotzdem hat sie mit ihrem Rollstuhl schon einige Berge bezwungen. Wie sie das geschafft hat, hat sie uns im Interview verraten.

 4 Minuten Lesezeit (586 Wörter)

“Ich bin mit meiner Behinderung auf die Welt gekommen und hatte an meinem zweiten Bein längere Zeit eine Prothese, um mich fortzubewegen”, schildert Stefanie im Interview mit 5 Minuten. “Seit einigen Jahren benutze ich aber meinen Rollstuhl, da ich damit besser zurechtkomme.” Von Geburt an musste die fast 31-Jährige mit ihrer Behinderung leben und hat dadurch ganz natürlich gelernt damit umzugehen. “Es ist nur ein Rollstuhl, keine ansteckende Krankheit!”

Selbstständig durchs Leben

“Die Behinderung hat mein Leben nicht negativ beeinflusst. Es war halt einfach so”, erzählt Stefanie. “Ich habe mir meine eigenen Techniken angelernt. So ist es mir trotz meiner verkümmerten Hände möglich einen Stift, eine Gabel oder ein Glas zu halten. Ich kann mich auch alleine anziehen und lebe  in meiner eigenen Wohnung”, sagt die Klagenfurterin selbstbewusst. “Vermutlich wäre es schlimmer, wenn man durch einen Unfall einen Fuß oder eine Hand verliert. Ich war es von Anfang an gewöhnt.”

Mit dem Rolli auf Kärntens Berge

“Ich liebe die Natur, die Berge, die Blumen, die klare und frische Bergluft”, schwärmt Stefanie. “Da ich meinen Rollstuhl nicht als Hindernis sehe, dachte ich mir, warum soll ich auf das alles verzichten, was ich so sehr liebe?” Also hat sie ihre erste Wandertour mit ihrem Rolli auf den Ulrichsberg gewagt. “Wer den Ulrichsberg kennt, weiß, wie steil und steinig der Weg sein kann. Ich war ziemlich fertig, aber es hat mich unglaublich glücklich und sprachlos gemacht, dass ich es geschafft habe und nur noch mehr 20 Minuten gebrauchte hätte, um das Gipfelkreuz zu erreichen. Leider hatte mein Rollstuhl keine Lust mehr, somit musste ich diese Tour frühzeitig beenden.” Doch von Aufgeben war nicht die Rede. Mittlerweile hat die 31-Jährige schon einige Berge mit dem Rolli erwandert.

“Mein Fuß ist mein Gaspedal”

“Ich probiere Sachen erst selbst aus, um dann sagen zu können, ob etwas geht oder nicht geht”, grinst Stefanie und gesteht, dass sie bei ihren Bergtouren schwere Herausforderungen zu meistern hat. Ihren gesunden Fuß benutzt sie dabei quasi als “Gaspedal”. “Es ist ein reiner Kraftakt mich rückwärts auf den Berg zu schieben. Bergab ist mein Fuß meine Bremse.” Unterstützt wird sie bei besonders steilen oder unebenen Stellen von ihrem Mann oder ihrer Assistenz. “Wenn ich es dann geschafft habe, kann ich es selbst gar nicht glauben, wie unglaublich stark und sportlich ich doch sein kann. Ich fühle mich dann so, als ob ich auf einer Wolke schweben würde. Ein Gefühl, dass ein “gesunder” Mensch vielleicht nicht nachvollziehen kann. Und dann denke ich mir, das schaffen manche Leute nicht mal mit zwei gesunden Beinen und bin unheimlich stolz auf mich.”

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“Eine Behinderung ist keine Verhinderung”, weise Worte einer starken Frau.

“Eine Behinderung ist keine Verhinderung”, weise Worte einer starken Frau. - © KK

Sportlich unterwegs

Auch sonst ist Stefanie sportlich unterwegs und schwimmt gerne oder macht Fitness-Übungen zu Hause oder, sobald es wieder möglich ist, im Fitnessstudio. “Menschen, die glauben, dass ein Rollstuhl mein Leben einschränken würde, kann ich nur das Gegenteil beweisen. Ich möchte anderen Mut machen, die sich vielleicht schämen oder sich nicht getrauen rauszugehen, weil sie denken, dass eine Behinderung schlimm wäre”, sagt Stefanie, die gerne bald einen eigenen Blog zum Thema “Rolliwanderungen” veröffentlichen möchte. Wer mehr über diese starke Frau erfahren will, der kann Stefanie gerne via Facebook kontaktieren. Für Stefanie ist jedenfalls klar: “Behinderungen müssen keine Verhinderungen sein.”

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