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Wirtschaft - Klagenfurt
Firmenchef Wolfang Zivny
Firmenchef Wolfang Zivny © Feuerwerkstechnik Austria

Ohne Events kein Feuerwerk

Völliger Stillstand: Klagen­furter Feuer­werks­firma kämpft ums Überleben

Klagenfurt – Es ist oft der vielbestaunte, krönende Abschluss von Konzerten, großen Veranstaltungen und natürlich als Begleiter des Jahreswechsels nicht wegzudenken: das Feuerwerk. Doch seit über einem Jahr gibt es keine Events mehr und somit auch keine Aufträge für die Feuerwerksfirma von Wolfgang Zivny.

 3 Minuten Lesezeit (385 Wörter) | Änderung am 21.04.2021 - 15.49 Uhr

Von Christine Jeremias. Seinen Optimismus hat Wolfgang Zivny, Geschäftsführer der Feuerwerkstechnik Austria, mittlerweile verloren, zu lange herrscht in der Veranstaltungsbranche schon völliger Stillstand, zu gering ist die Perspektive auf baldige Änderung.

Ohne Events kein Feuerwerk

„Unser Geschäft ist seit 16. März 2020 im Prinzip komplett abgedreht. Es gibt keine Events, keine Konzerte, keine Großveranstaltungen, was für uns bedeutet, dass wir keine Aufträge bekommen. Auch unser Hauptgeschäft zu Silvester ist durch die geschlossene Gastronomie und Hotellerie ausgefallen“, schildert Zivny die dramatische Lage. Und auch die Einnahmen aus dem Verkauf an private Kunden sind im letzten Jahr ausgeblieben. Die finanzielle Unterstützung durch die öffentliche Hand war bisher eher „ein Tropfen auf dem heißen Stein“, fühlt sich der Unternehmer durch die Regierung im Stich gelassen. „Und es geht ja der gesamten Veranstaltungsbranche gleich, österreichweit hängen da 130.000 Jobs dran. Das wahre Ausmaß der Coronakrise wird sich erst nach und nach zeigen. Eine Zeit lang halten die Firmen ja durch, aber irgendwann geht es nicht mehr. Und man darf nicht vergessen, dass die Pleite eines Unternehmens immer eine Kettenreaktion nach sich zieht, die viele Arbeitsplätze betrifft. Unsere Zulieferer sind ja auch auf Aufträge angewiesen, die ohne uns ausbleiben“, sieht Zivny die Zukunft alles andere als positiv.

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Ohne Veranstaltungen – keine großen Feuerwerke.

Ohne Veranstaltungen – keine großen Feuerwerke. - © Feuerwerkstechnik Austria

Feuerwerk besser als sein Ruf

Was helfen würde, wären zumindest einmal klare Richtlinien und eine Perspektive, wann es weitergehen kann, denn derzeit fehlt jegliche Planungssicherheit. Doch selbst dann stehen der Branche noch harte Zeiten bevor: „Eine Großveranstaltung oder ein Konzert organisiert man nicht von heute auf morgen, die Vorlaufzeit beträgt oft ein Jahr“, gibt Zivny zu bedenken, der mit seiner Firma seit 2004 selbständig ist. Was ihm seine Arbeit zusätzlich erschwert, ist die immer wieder kehrende Kritik an Feuerwerken, was Umweltbelastung, Feinstaubwerte und Lärm angeht. „Dabei hat die pyrotechnische Industrie schon lange auf die Probleme reagiert. Es gibt ausreichend Gutachten, dass die Feinstaubwerte nach einem Feuerwerk vernachlässigbar sind und auch schädliche Stoffe bzw. Chemikalien wurden schon vor Jahren aus den Raketen verbannt“, betont der Pyrotechniker. Man kann ein Feuerwerk also ohne schlechtes Gewissen genießen – sofern es in nächster Zeit eines geben wird.

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