fbpx

Zum Thema:

13.05.2021 - 16:03Cheers! Heute wird der Welt-Cocktail-Tag gefeiert13.05.2021 - 14:16Landeshauptmann stellte sich den Fragen von 80 Schülern13.05.2021 - 11:56CoV-Fallzahlen: Dieser Kärntner Bezirk hat den höchsten Inzidenz­wert13.05.2021 - 11:37Radio-Moderatoren wollen Sport­muffeln ordentlich Gas geben
Politik - Kärnten
© pixabay

Kritik an Zugangsbeschränkung

Medizinstudium: „Nur 9 Prozent bekommen eine Chance“

Kärnten – 17.823 Personen, um 224 mehr als im Vorjahr, haben sich verbindlich zum Medizin-Aufnahmetest angemeldet. "Österreich schafft keinen einzigen zusätzlichen Studienplatz und weist 91 Prozent zurück", kritisiert Gesundheitsreferentin Beate Prettner.

 2 Minuten Lesezeit (356 Wörter) | Änderung am 21.04.2021 - 12.31 Uhr

Massive Kritik an den starren Zugangsbeschränkungen zum Medizinstudium äußert die Kärntner Gesundheitsreferentin Beate Prettner: „Kürzlich wurde bekannt, dass sich 17.823 Maturanten verbindlich zum Aufnahmetest angemeldet haben. Das sind um weitere 224 mehr als im Rekordjahr 2020. Obgleich uns allen bewusst sein muss, wie dringend notwendig junger Medizinernachwuchs ist, hält man weiter rigoros an den 1.740 Studienplätzen fest. Es wird nicht ein einziger Platz zusätzlich angeboten“, sagt Prettner.

„Man schlägt 91 Prozent die Tür vor der Nase zu“

„Wir stehen vor der paradoxen Situation, dass wir so viele junge Menschen wie noch nie haben, deren sehnlichster Wunsch es ist, Arzt zu werden. Doch man schlägt 91 Prozent von ihnen die Tür vor der Nase zu, gibt nur neun Prozent eine Chance. Und das, obgleich sich bereits an mehreren Ecken und Enden massive Besetzungsprobleme auftun“, betont Prettner. Verschärft werde die Situation durch das sich verändernde Berufsverständnis der jüngeren Generation: „Die life-work-balance nimmt einen immer höheren Stellenwert ein. Wir müssen diesem Aspekt Rechnung tragen. Und das passiert nicht, indem wir die Zahl der Mediziner einschränken, sondern sie im Gegenteil ausweiten“, appelliert die Gesundheitsreferentin. Prettner warnt vor einer weiteren Zuspitzung der Situation.

ANZEIGE
Gesundheitsreferentin Beate Prettner fordert den Bund auf, „endlich auf den Ernst der Lage zu reagieren.“

Gesundheitsreferentin Beate Prettner fordert den Bund auf, „endlich auf den Ernst der Lage zu reagieren.“ - © LPD Kärnten/fritzpress

Ärztearbeitszeitgesetz könnte für Verschärfung sorgen

In diesem Zusammenhang weist Prettner  darauf hin, dass mit dem neuen Ärztearbeitszeitgesetz eine weitere massive Verschärfung der Situation drohe. „Am 30. Juni läuft die Übergangszeit, die so genannte Opt-out-Regelung, aus. Die Gesundheitsreferenten haben bereits mehrfach vom Gesundheitsminister und vom Arbeitsminister eine Verlängerung bzw. eine Lösung gefordert“, informiert die Kärntner Gesundheitsreferentin. Sie fordert den Bund auf, „endlich auf den Ernst der Lage zu reagieren.“ Den Ernst der Lage würde aktuell auch die Coronakrise aufzeigen: „Mit Prämien und Sonderzahlungen kann man Mitarbeiter in Gesundheitsberufen eine Zeitlang zu Mehrleistungen motivieren, aber sicher nicht auf Dauer“, warnt sie. Der Aufnahmetest zum Medizinstudium findet am 21. Juli statt. Im Bereich der Humanmedizin sind 75 Prozent der Studienplätze für Studienwerbende mit einem Reifezeugnis aus Österreich vorgesehen.

ANZEIGE