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Politik - Klagenfurt
© LPD Kärnten/Wajand

„Wo geht’s zur Gert-Jonke-Gasse?“

LH Kaiser: „Höchste Zeit, Dr.-Franz-Palla-Gasse umzubenennen“

Klagenfurt – Der Verein VADA fordert die Umbenennung Dr.-Franz-Palla-Gasse. Gestern fand dazu eine Versammlung statt, 5 Minuten berichtete. Auch Landeshauptmann Peter Kaiser spricht sich für die geforderte Namensänderung der Gasse aus. 

 3 Minuten Lesezeit (363 Wörter) | Änderung am 25.04.2021 - 07.59 Uhr

„Wo geht’s zur Gert-Jonke-Gasse?“ – unter diesem Motto haben Kärntner Kunst- und Kulturschaffende gestern, Freitag, zu einem Treffen beim früheren Wohnhaus des 2009 in Wien verstorbenen Literaten Gert Jonke aufgerufen. Dieser hatte in der Klagenfurter Dr.-Franz-Palla-Gasse seine Kindheit und Jugend verbracht. Benannt ist die Gasse nach dem Primararzt Franz Palla (1876-1947), der in der Zeit des Nationalsozialismus im LKH Klagenfurt hunderte Zwangssterilisationen an sogenannten „erbkranken“ und behinderten Menschen durchführen ließ bzw. selbst durchführte. Ein Personenkomitee setzt sich daher für eine Umbenennung der Dr.-Franz-Palla-Gasse in Gert-Jonke-Gasse ein. Organisiert wird die Aktion von VADA, Verein Innenhofkultur, Kärnten andas, Christian Hölbling und Anna Baar.

„Höchste Zeit, diese Gasse umzubenennen“

Kulturreferent Landeshauptmann Peter Kaiser kam auch vor das Jonke-Haus und betonte, dass er die Initiative der Kunst- und Kulturschaffenden begrüße, weil es höchst an der Zeit sei, diese Gasse umzubenennen. „Diese Gasse soll nach Gert Jonke, einem der Größten des Literaturlandes Kärnten, benannt werden“, so Kaiser.

Volles Programm

Zu Beginn der Aktion wurde von Schriftstellerin Anna Baar eine eigens verfasste, literarische Grußbotschaft von Elfriede Jelinek verlesen. Für die Literatur-Nobelpreisträgerin ist Gert Jonke „einer, der mir so lieb war“. Sie bestehe darauf, dass die Gasse nach ihm benannt werde. Moderiert von Oliver Vollmann und Nadine Zeintl gab es Musik von Praprotnice und Susanna Ridler sowie Lesungen von Maja Haderlap, Josef Winkler und Wilhelm Huber. Yulia Izmaylova und Felix Strasser performten, wie man in die Gert-Jonke-Gasse kommt, weitere Darbietungen und Vorträge gab es von Bertl Mütter, Seraphine Rastl, Helge Stromberger, Christian Hölbling, Nadja Danglmaier. Anwesend waren auch die Klagenfurter Vizebürgermeister Jürgen Pfeiler und Alois Dolinar, der Leiter der Landeskulturabteilung, Igor Pucker, sowie der Leiter der Kulturabteilung der Stadt Klagenfurt, Alexander Gerdanovits.

Über Gert Jonke

Gert Jonke wurde 1946 in Klagenfurt geboren und verstarb 2009 in Wien. 1977 gewann er den ersten Ingeborg Bachmann-Preis, weitere Auszeichnungen wie der Österreichische Würdigungspreis für Literatur (1987), der Erich Fried und der Franz Kafka Preis (1997), der Große Österreichische Staatspreis (2001) folgten. Jonke war in besonderer Weise mit Klagenfurt verbunden, der Dichter hat in zahlreichen Texten auf seine Heimat Bezug genommen.

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