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Politik - Kärnten
"Wir fordern die Stilllegung des AKW Krško“, so die Kärntner Landesrätin Sara Schaar. © Montage: LPD/Walter Szalay, Pixabay

Aktuelle Studie zeigt:

Veraltete Reaktoren: Risiko schwerer Atom­unfälle steigt an

Kärnten/Österreich – Am heutigen 35. Jahrestag der Katastrophe von Tschernobyl, die tausende Tote und eine radioaktiv verseuchte Umwelt hinterlassen hat, wurde eine Studie zu den Risiken alter Atomkraftwerke veröffentlicht. Die Ergebnisse sind Besorgnis erregend.

 4 Minuten Lesezeit (585 Wörter)

Am heutigen Montag, dem 26. April, präsentierte die von Oberösterreich initiierte Allianz der Regionen für einen europaweiten Atomausstieg die von ihr beauftragte Studie „Risiken von Laufzeitverlängerungen alter Atomkraftwerke“ im Rahmen einer Online-Veranstaltung. Die umfassende Studie wurde unter Mitarbeit von 15 internationalen Top-Expertinnen und -Experten aus sechs Ländern erstellt und kommt zu mehreren Besorgnis erregenden Schlussfolgerungen:

Die Studien-Resultate:

  • Die Technologie und Sicherheitskonzepte aller derzeit betriebenen europäischen Leistungsreaktoren sind veraltet.
  • Aufgrund der Alterung steigt das Risiko von Fehlfunktionen und Unfällen signifikant an.
  • Nachrüstungen können die Altanalagen nicht auf das für Neubauprojekte geforderte Sicherheitsniveau heben und es fehlt eine Regulierung für Nachrüstmaßnahmen.
  • Generell besteht ein unzureichender Schutz gegen neue Risiken, insbesondere durch äußere Einwirkungen und gemeinsam auftretende Ereignisse (zum Beispiel Erdbeben, Flugzeugabsturz, Überschwemmungen).

Die Studie ist unter www.nuclearfree.eu abrufbar.

Forderung: Alte Reaktoren sollen abgeschaltet werden

Aufgrund der Studien-Resultate fordert Allianz der Regionen daher eine Begrenzung der Laufzeit und Abschaltung alter Atomreaktoren, konkrete und verbindliche technische Sicherheitsanforderungen und keine Einstufung der Atomenergie als „nachhaltig“ im Rahmen der EU-Taxonomie.

Wachsendes Risiko mit klaren Regeln begrenzen

„Das Risiko schwerer nuklearer Unfälle steigt durch den Betrieb alter Reaktoren deutlich an. Diese Grundaussage der heute präsentierten Studie sollte uns am 35. Gedenktag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl einmal mehr bewusstmachen, welchen Gefahren die Bevölkerung durch den Weiterbetrieb der Altreaktoren ausgesetzt ist. Unsere Ziele als ‚Allianz der Regionen für einen europaweiten Atomausstieg‘ als Auftraggeber der Studie ist, dieses wachsende Risiko mit klaren Regeln zu begrenzen und wir werden uns gemeinsam nach Kräften dafür einsetzen“, so Klima- und Umweltlandesrat Stefan Kaineder, Koordinator der Allianz.

LR Schaar fordert Stilllegung des AKW Krško

Das Durchschnittsalter der Atomkraftwerke in Europa betrage, laut der Studie, derzeit etwa 35 Jahre. Aus wirtschaftlichen Gründen sei für die meisten laufenden Atomkraftwerke inzwischen eine Laufzeitverlängerung über die in der Regel vorgesehene Betriebsdauer von 40 Jahren geplant, so auch für den Altreaktor im slowenischen Krško. „Durch umfangreiche Untersuchungen in den letzten beiden Jahrzehnten weiß man heute, dass die Region um Krško zu den am stärksten erdbebengefährdeten Gebieten Europas zählt. Bei der seinerzeitigen Planung und beim Bau des AKW Krško wurden mögliche Starkbebenereignisse nicht berücksichtigt und für eine Laufzeitverlängerung des AKWs gilt zusätzlich, dass die Materialien durch den natürlichen Alterungsprozess mittlerweile geschwächt sind. Damit können die Auslegungs-Materialkennwerte nicht mehr seriös herangezogen werden! Wir fordern daher die Stilllegung des AKW Krško“, so die Kärntner Landesrätin Sara Schaar.

Kärntner Politik fordert AKW-Schließung

Erst am gestrigen Sonntag berichteten wir darüber, das der Kärntner FPÖ-Landesparteiobmann Gernot Darmann die Schließung des AKW Krško fordert. Dieser Forderung schließt sich zum heutigen Jahrestag des Tschernobyl-Unfalls auch Team Kärnten-Chef Gerhard Köfer an. Er erklärt in einer Aussendung: „Aus unserer Sicht führt an einer Stilllegung kein Weg mehr vorbei. Gerade das Erdbeben kurz vor Jahreswechsel hat uns einmal mehr gezeigt, wie berechtigt die Sorge vor einer Atomkatastrophe vor unserer Haustüre ist.“ Krško stelle aus der Sicht Köfers ein reales Bedrohungsszenario für Kärnten dar: „Atomenergie ist ein energiepolitisches Auslaufmodell mit erheblichen Risiken. Slowenien soll seine Möglichkeiten im Bereich der erneuerbaren Energien nutzen und sich von der Technologie von vorgestern verabschieden.“

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Team Kärnten-Chef Gerhard Köfer: „Aus unserer Sicht führt an einer Stilllegung kein Weg mehr vorbei.“

Team Kärnten-Chef Gerhard Köfer: „Aus unserer Sicht führt an einer Stilllegung kein Weg mehr vorbei.“ - © Team Kärnten

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