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Leben - Kärnten
Der Caritas-Laden „carla“ – ein Ort der Begegnung und wichtiges Beschäftigungsprojekt.
Der Caritas-Laden „carla“ – ein Ort der Begegnung und wichtiges Beschäftigungsprojekt. © Johannes Leitner/Caritas

Caritasdirektor Ernst Sandriesser

Zum Tag der Arbeitslosen: “Es braucht eine Beschäftigungs­offensive”

Kärnten – Caritasdirektor Ernst Sandriesser fordert im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit ein Arbeitslosengeld, das Armut verhindert, und Maßnahmen gegen die Langzeitarbeitslosigkeit.

 3 Minuten Lesezeit (406 Wörter)

Die Pandemie hat eine Rekordarbeitslosigkeit ausgelöst. Fast 25.000 Menschen sind in Kärnten laut AMS im März 2021 arbeitslos, in Schulung oder zur Kurzarbeit angemeldet und befinden sich dadurch zum Teil in existenzbedrohender Lage. „In unseren vier Sozialberatungsstellen in Kärnten helfen wir Menschen, die nicht wissen, wie sie am Endes des Monats ihre Rechnungen bezahlen sollen. Viele Menschen, die ihren Job verlieren, schämen sich und leiden unter psychischen Belastungen“, sagt Caritasdirektor Ernst Sandriesser.

Langzeitarbeitslosigkeit als besondere Herausforderung

Menschen (wieder) in Beschäftigung zu bringen, sei daher Gebot der Stunde. Sandriesser fordert anlässlich des Tages der Arbeitslosen am 30. April von der Politik eine Beschäftigungsoffensive und für jene, die zurzeit keine Arbeit finden, eine Erhöhung des Arbeitslosengeldes auf ein existenzsicherndes Niveau und eine armutsfeste Sozialhilfe. Besonders besorgt zeigt sich die Caritas über die starke Zunahme der Langzeitarbeitslosigkeit. Laut AMS-Bericht vom März 2021 gibt es in Kärnten über alle Personengruppen hinweg eine massive Zunahme bei den Langzeitarbeitslosen auf 6.075 Vorgemerkte (+2.414/+65,9 Prozent). Sandriesser fordert zusätzliche öffentliche Investitionen, um dringend benötigte Arbeitsplätze in Unternehmen, Gemeinden sowie im gemeinnützigen Bereich zu schaffen.

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Caritasdirektor Ernst Sandriesser

Caritasdirektor Ernst Sandriesser - © Caritas

So hilft die Caritas

Die Caritas Kärnten unterstützt seit 2016 langzeitarbeitslose Menschen mit unterschiedlichen Projekten, die zum Ziel haben, die Betroffenen auf den regulären Arbeitsmarkt zu vermitteln. So betreibt die eigens gegründete „Perspektive Handel Caritas GmbH“ in Villach einen SPAR-Supermarkt als sozialökonomischen Betrieb. Menschen der Gruppe 50 plus und Langzeitarbeitslose können im Rahmen von einem befristeten Dienstverhältnis jene Qualifikationen erwerben, die im Betrieb erforderlich sind und haben dadurch höhere Chancen, später in eine Festanstellung übernommen zu werden. Das Unternehmen wiederum profitiert von praxisnah ausgebildeten Mitarbeiter*innen. Auch das magdas LOKAL in Klagenfurt gehört zu jenen Projekten, die Menschen Chancen geben und ermöglicht als Ausbildungslokal Menschen mit Flucht- und Migrationshintergrund einen Einstieg in die Gastronomiebranche.

Neue Projekte, neue Perspektiven

Einen ersten und besonders niederschwelligen Zugang zur Beschäftigung ermöglichen die beiden neuen Projekte der Caritas Kärnten: Das kürzlich gestartete Gartenprojekt „grown.care“ bietet beschäftigungslosen Frauen und Männern eine stundenweise Beschäftigung. Beim demnächst in Betrieb gehenden Projekt „brücken.werk“ können arbeitslose junge Erwachsene zwischen 18 und 25 Jahren stunden- und fallweise einer Tätigkeit nachgehen, Beratungen in Anspruch nehmen, etwas dazu verdienen, neue Arbeitsbereiche kennenlernen und damit Struktur und neue Perspektive für ihre Lebenssituation erlangen.

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