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Leben - Klagenfurt
© Montage: KK/pixabay

Urnenverabschiedung am 15. Mai:

Nachruf: Große Trauer um Gerda Moser

Klagenfurt/St. Veit an der Glan – Heute vor einer Woche erlag Gerda E. Moser, Senior Scientist am Institut für Germanistik an der Uni Klagenfurt, einer schweren Krankheit. Unter allen, die sie kannten, herrscht noch immer Trauer und Bestürzung über das für viele überraschende Ableben der allseits beliebten Germanistin und Kulturtheoretikern. Ein Nachruf auf einen ganz besonderen Menschen…

 4 Minuten Lesezeit (499 Wörter) | Änderung am 07.05.2021 - 10.06 Uhr

Von Lukas Moser. Gerda Moser wurde 1964 in Klagenfurt geboren, besuchte Volksschule und Gymnasium in St. Veit und studierte an der Klagenfurter Universität Germanistik und Anglistik/Amerikanistik. 1988 folgte die Sponsion, bereits 1990 die Promotion. Seit diesem Jahr war sie als Lehrbeauftragte am Institut für Germanistik in Klagenfurt tätig, bekam jedoch auch Lehraufträge an vielen anderen Instituten.

Unangepasst in einer viel zu angepassten Welt

Thematisch beschäftigte sie sich insbesondere mit der Leselust, den Theorien des Vergnügens und der „Moderne/Spät-/Postmoderne“-Debatte. Moser verstand sich als Unangepasste in einer oftmals viel zu angepassten Welt, eckte auch gerne auf sachlicher Ebene an, um neue Denkansätze zu fördern. So beschäftigte sie sich auch mit Bereichen, die an der Germanistik nicht immer von allen gerne gesehen wurden: Mit Literatur abseits des Elfenbeinturmdenkens, mit vermeintlich banaler Unterhaltung, mit Lebenskunst-, Ratgeber- und Bestsellerliteratur, mit dem Spannungsfeld von Erotik, Romantik und Pornographie, nicht zuletzt analysierte sie auch den Bestseller-Roman „Fifty Shades of Grey“. Ihren Ansatz, wenn diese Literatur viele Menschen erreicht, verdiene sie es sich auch, dass man sie wissenschaftlich unter die Lupe nimmt, verfolgte sie immerzu.

Von auswärts neu nach Klagenfurt gekommene Kollegen berichten, wie liebevoll sie diese versuchte einzugliedern – nicht selten auch mithilfe ihrer besonderen Kochkünste. Ihre unkonventionelle Art zeigte sich aber auch, wenn sie von der großen Liebe zu ihrem BMW erzählte oder im Fasching durch schrille Verkleidungen an der Universität auffiel. Die wirkliche Beliebtheit Gerda Mosers wurde in den vergangenen Tagen in einem von der Universitätsleitung eingerichteten virtuellen Kondolenzbuch sichtbar, in dem Einträge, ganz abseits von alltäglichen Trauerbekundungen, zu Tränen rührten.

Auf Augenhöhe mit den Studierenden

Aber auch ihr Verhältnis zu den Studierenden war besonders: Sie verstand es, mit ihnen auf Augenhöhe zu kommunizieren und ihnen nicht nur das Gefühl zu geben, dass deren Meinungen wichtig seien, sondern sie sah es auch tatsächlich so. Ich selbst schrieb meine Bakkalaureatsarbeit erst 2019 bei Moser. Als ich fürs Krafttanken vor meiner Abschlussprüfung nach Israel „flüchtete“, schlug sie kurzerhand vor, die Inhalte im Toten Meer auf der Wasseroberfläche liegend noch einmal zu studieren, „aber mit Beweis, bittschen“ – über die Fotos davon haben wir zusammen herzhaft gelacht. Es war einer der unzähligen „Gerda-Moment“, die so viele Menschen dieser Tage zu erzählen haben. Ich erlebte in dieser Zeit mit ihr unzählige spannende, anregende, meist trotzdem unterhaltsame, immer aber herzliche und angenehme Stunden – sie werden fehlen.

Kurz vor Pragmatisierung verstorben

Am 1. Mai hätte Moser, nach übereinstimmenden Meldungen ihrer Kolleginnen und Kollegen, endlich die Pragmatisierung in ihrem Job an der Universität bekommen sollen. Zwei Tage vor diesem Datum verließ sie jedoch die Bühne der Welt mit nur 56 Jahren…

Möglichkeit zum Abschiednehmen

Die Möglichkeit zum persönlichen Abschied besteht während der Aufbahrung am Sonntag (9. Mai) zwischen 10.00 und 19.00 in der Zeremonienhalle St. Veit an der Glan. Die feierliche Urnenverabschiedung findet am Samstag (15. Mai) um 11.00 ebendort statt.

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