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Wirtschaft - Klagenfurt
Der Direktor des Kärntner Landesrechnungshofs Günter Bauer (links) hat Landtagspräsident Reinhart Rohr am gestrigen Donnerstag den Tätigkeitsbericht des Landesrechnungshofs übergeben.
Der Direktor des Kärntner Landesrechnungshofs Günter Bauer (links) hat Landtagspräsident Reinhart Rohr am gestrigen Donnerstag den Tätigkeitsbericht des Landesrechnungshofs übergeben. © LPD Kärnten/Peter Just

LRH-Tätigkeitsbericht:

2020: Landes­rechnungs­hof sprach 525 Empfehlungen aus

Klagenfurt/Kärnten – Der Kärntner Landesrechnungshof (LRH) hat im Jahr 2020 ein Leitbild veröffentlicht, eine Rechnungshofkonferenz veranstaltet und sich im Hinblick auf die Corona-Situation die Vorteile der Digitalisierung zu Nutze gemacht. Das geht aus dem aktuellen Tätigkeitsbericht hervor, der gestern von LRH-Direktor Günter Bauer an den Kärntner Landtagspräsidenten Reinhart Rohr übergeben wurde.

 5 Minuten Lesezeit (646 Wörter)

In seinem Tätigkeitsbericht berichtet der Kärntner Landesrechnungshof von seinen Prüfungen des vergangenen Jahres und was er dabei herausgefunden hat. Man erfährt auch von seinen wesentlichen Empfehlungen an die geprüften Stellen und von Besonderheiten des Jahres 2020. „Der jährliche Tätigkeitsbericht des Kärntner Landesrechnungshofes ist eine Zusammenschau über die im Interesse unserer Bevölkerung gelegenen wichtigen Prüfungsaufgaben im Sinne einer sparsamen, zweckmäßigen und effizienten Verwendung von öffentlichen Geldern. Sie bringt aber auch mit der guten, beratenden und aufklärenden Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landesrechnungshofes eine Vielzahl von wirksamen Empfehlungen, welche bei konsequenter Befolgung auch nachhaltige finanzielle Auswirkungen zeigen und neue Spielräume für die geprüften Einrichtungen eröffnen. Dem gesamten Team unseres Landesrechnungshofes ein aufrichtiges Danke für seine erfolgreiche Arbeit. Diese wird auch für die Kontrolle und die politische Arbeit der Damen und Herren Landtagsabgeordneten im Kärntner Landtag sehr wertgeschätzt“, sagt Landtagspräsident Reinhart Rohr.

2020: LRH führte 14 Prüfungen durch

14 Prüfungen hat der LRH im Jahr 2020 durchgeführt. Das ergibt insgesamt 1.834 Seiten an Prüfberichten. Im Prüffokus waren unter anderem der Flughafen Klagenfurt, die Kärnten Netz GmbH als größter Stromnetzbetreiber Kärntens und die Stadtkasse Klagenfurt.

525 Empfehlungen an geprüfte Stellen

Bei seinen Prüfungen hat der LRH im Jahr 2020 525 Empfehlungen an die geprüften Stellen ausgesprochen, um ihnen Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen. „Damit wollen wir einen Beitrag dazu leisten, Kärnten zu verbessern“, sagt LRH-Direktor Günter Bauer. Aber wie gehen die geprüften Stellen eigentlich mit den Empfehlungen des LRH um? Das hat der LRH im Nachfrageverfahren analysiert – mit Fokus auf die Empfehlungen aus dem Jahr 2018. 93 Prozent der Empfehlungen wollen die geprüften Stellen umsetzen. „Ein Zeichen dafür, dass die Prüferinnen und Prüfer gute Arbeit leisten und konstruktive Empfehlungen aussprechen“, so Bauer. 54 Prozent der Empfehlungen seien bereits vollständig umgesetzt. Beispielsweise beschloss das Land die Anzahl der tagesklinischen Betten zu erhöhen, wodurch sich für die Patienten Vorteile wie kürzere Krankenhausaufenthalte und die Genesung im gewohnten Umfeld ergeben.

Studenten erstellten neues Leitbild des LRH

Wofür der LRH steht und welche Ziele er verfolgt, macht seit dem vergangenen Jahr sein Leitbild deutlich. Studierende der FH Kärnten haben das Leitbild in Kooperation mit dem LRH erstellt. Ein Fokus liegt im Leitbild auf der beratenden Tätigkeit des LRH. „Wir agieren vorwiegend als Berater, denn es geht uns darum, Bereiche für die Bürgerinnen und Bürger zu verbessern. Wertschätzung hat dabei einen besonders hohen Stellenwert für uns – sowohl im Umgang miteinander als auch mit den geprüften Stellen“, sagt Bauer. Durch das verschriftliche Leitbild seien die Werte und Visionen des LRH nun auch nach außen hin sichtbar.

Rechnungshofkonferenz in Klagenfurt

Im Juli 2020 trafen sich die Direktorinnen und Direktoren der österreichischen Rechnungshöfe zu einer Konferenz in Klagenfurt. Auf der Tagesordnung standen die Prüfung von Rechnungsabschlüssen, die Auswirkungen der Covid-Krise sowie gemeinsame Aus- und Weiterbildungen der Rechnungshöfe. Außerdem koordinierten sie Prüfungen und tauschten Erfahrungen aus. Ihr gemeinsames Ziel sei es, die öffentliche Finanzkontrolle in Österreich zu stärken.

Digitalisierung durch Corona-Pandemie

Der Arbeitsalltag der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des LRH hat sich im vergangenen Jahr verändert. Videokonferenzen und Home-Office gehören nun aufgrund der Covid-Pandemie zum Arbeitsalltag. Der LRH ergreift diese außergewöhnliche Situation als Chance, sich digitale Technologien umso rascher zu Nutze zu machen. Trotz der veränderten Arbeitsbedingungen könne der LRH seine Tätigkeit mit demselben Ziel gut durchführen, nämlich Bereiche des Landes Kärnten zu verbessern. „Ich möchte ein großes Lob an mein ausgezeichnetes Team aussprechen. Alle passen sich laufend an die Veränderungen des Arbeitsalltags an und machen stets das Beste aus der Situation“, so Bauer abschließend.

Der vollständige Tätigkeitsbericht ist auf der Website des Landesrechnungshofes veröffentlicht.

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