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Wirtschaft - Kärnten
© LK Kärnten/Paul Gruber,

Anlässlich zum Weltmilchtag am 1. Juni

Billige Produkte aus dem Ausland: Druck auf die heimischen Milch­bauern steigt

Kärnten – Ausländische Milch in Eigenmarken des Lebensmittelhandels bringt heimischen Bauern großen Druck. Außerdem setzt sich der Rückgang der Milchviehbetriebe fort.

 4 Minuten Lesezeit (506 Wörter) | Änderung am 29.05.2021 - 14.31 Uhr

„Unsere Milchbauern haben im vergangenen Jahr gezeigt, dass sie die Versorgung auch in Krisenzeiten sicherstellen können. Die damit verbundene Wertschätzung schlägt sich aber nicht in der notwendigen Wertschöpfung nieder!“, zeigt sich Landwirtschaftskammerpräsident Johann Mößler anlässlich des Weltmilchtages am 1. Juni besorgt. Denn die Milchpreise, die aktuell den Bauern bezahlt werden, reichen nicht aus, um die gestiegenen Kosten für Futtermittel, Energie oder Baustoffen zu decken. Das führt zu einem steigenden wirtschaftlichen Druck auf den Kärntner Milchviehbetrieben. Allein im vergangenen Jahr haben 64 Betriebe ihre Stalltüren geschlossen. Seit dem Jahr 2000 haben damit mehr als 700 Betriebe die Milchproduktion eingestellt, was einen Rückgang von fast 30 % bedeutet.

Markt-Check: Mehr als 25 Prozent der Butter kommt aus dem Ausland

Einen der Hauptschuldigen für diese Entwicklung sieht Mößler in der Marktmacht des Lebensmittelhandels: „Während die Supermarktkonzerne im vergangenen Jahr Umsatz und Gewinn steigern konnten, wird den Milchbauern ein fairer Anteil an der Wertschöpfung vorenthalten!“ Massive Kritik findet Mößler dabei vor allem für die Eigenmarkenpolitik des Handels. Denn was viele Konsumenten nicht wissen: In vielen Eigenmarken des Lebensmittelhandels verstecken sich ausländische Rohstoffe. So hat ein Store-Check der Landwirtschaftskammer gezeigt, dass in mehr als einem Viertel der Eigenmarkenbutter in den Geschäften Milch aus Frankreich, Holland oder Deutschland steckt. „Der Handel jubelt den Konsumenten diese nicht gentechnikfrei produzierte Butter mit hohem CO2-Rucksack unter. Den Schaden tragen die heimischen Milchbauern!“, so Mößler, der an den Handel appelliert auf ausländische Rohstoffe zu verzichten und den Bauern höhere Milchpreise zu zahlen.

Heimische Milchbauern sind Klimaschutz-Weltmeister

Gerade im Hinblick auf den Klimaschutz zeigt die heimische Milchwirtschaft, was sie kann: Aufgrund der bodengebundenen, kreislauforientierten Wirtschaftsweise hat heimische Milch die beste Klimabilanz in der gesamten Europäischen Union. „Der Griff zu heimischen Milchprodukten ist daher ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz!“, appelliert Mößler an die Konsumenten, beim Einkauf zu heimischen Milchprodukten zu greifen.

Fünf Fakten zur Milchwirtschaft in Kärnten

  • Betriebe: Im Jahr 2020 haben in Kärnten 1.782 Betriebe Milch an Molkereien abgeliefert, das ist ein Rückgang von 64 Betrieben (-3,5 %) zu 2019. Im Jahr 2000 gab es noch 2.486 Milchviehbetriebe. 98 % der Milchviehbetriebe liegen im benachteiligten Gebiet, 69 % sind Bergbauern, 21 % wirtschaften biologisch.
  • Milch: Die Milchanlieferung 2020 betrug 206.838 Tonnen. Die durchschnittliche Anlieferung je Betrieb stieg von 110.800 kg (2019) auf 116.000 kg im Jahr 2020 an.
  • Kühe: 2020 gab es in Kärnten 33.979 Milchkühe. Pro Betrieb werden in Kärnten durchschnittlich 18,8 Milchkühe gehalten, damit liegt Kärnten leicht unter dem bundesweiten Durchschnitt von rund 19,4 Milchkühen pro Betrieb.
  • Preise: Aktuell liegt der Auszahlungsmilchpreis für die Bauern bei ca. 0,35 Euro netto pro Kilogramm. Der Anteil der Bauernpreise an den Konsumentenpreisen bei Trinkmilch lag im Jahr 2013 noch bei mehr als 34 %, aktuell ist er auf rund 30 % gesunken.
  • Umwelt & Klima: 100 % der Milch in Österreich wird gentechnikfrei hergestellt. Aufgrund der nachhaltigen Wirtschaftsweise hat heimische Milch die beste Klimabilanz in der gesamten Europäischen Union. Während bei der Produktion von einem Liter heimischer Milch ca. 1 kg CO2 entsteht, liegt der EU-Durchschnitt um 40 % darüber (1,4 kg CO2 je kg Milch).
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