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STARTSEITE > Villach > Politik Veröffentlicht am 16.06.2021, 18:48

ÖVP, SPÖ & FPÖ üben Kritik

Unerwarteter Wider­stand im Gewerbe­ausschuss sorgt für Un­verständnis

Villach - Die Infineon will Wasserstoff für die Industrie und zukünftige Bus- und Autotankstellen in Villach produzieren. Dafür braucht es eine Betriebsanlagen-Genehmigung. Doch im Zuge des gestrigen Gewerbeausschusses stießen sie auf unerwarteten Widerstand. Denn Verantwortung Erde hat gegen die nötige Genehmigung gestimmt. Das sorgt für Wirbel in der Villacher Politik.
von Tanja Janschitz3 Minuten Lesezeit (417 Wörter)
Erwin Baumann (FPÖ), Christian Pober (ÖVP) und Irene Hochstetter-Lackner (SPÖ) üben Kritik an der Entscheidung der ERDE.

„Nachhaltigkeit, Klima und neue Technologien für Villach waren mir in meiner Zeit als Umweltreferent immer ein besonderes Anliegen”, betont FPÖ-Stadtrat Erwin Baumann in seiner Aussendung. “Umso unverständlicher ist für mich, dass Mitglieder der Partei Verantwortung Erde gegen umweltfreundliche Maßnahmen agieren“, zeigt sich Baumann über das Abstimmungsverhalten verwundert. Der Wasserstoff soll sowohl für die Chipproduktion und nach Wiederaufbereitung als Bus-Treibstoff genutzt werden. Das sei ein wichtiger Meilenstein auf den Weg Villachs zur Vorzeigestadt, so der Freiheitliche.

FPÖ kritisiert Beschluss der Erde

„Derzeit ist in der Draustadt ein Wasserstoffbus probeweise im Linienbetrieb unterwegs. Eine fixe Wasserstoff-Tankstelle im Nahbereich von Infineon ist geplant“, führt er aus. Ab 2023 könnten schon mehrere dieser Busse in Villach unterwegs sein. Bei Infineon wird dann pro Tag doppelt so viel Wasserstoff aufgereinigt, wie vom gesamten Linienverkehr benötigt wird. Die Gemeinderatspartei „Verantwortung Erde“ habe gestern jedoch unter anderem gegen die dafür nötige Betriebsanlagen-Genehmigung gestimmt „Gerade von einer Partei, die den Verkehrsreferenten stellt, erwarten sich die Villacher zu Recht eine 100%ige Unterstützung jener Technologien, die für den öffentlichen Verkehr einen Meilenstein darstellen“, schließt der freiheitliche Stadtrat.

Freiheitliche bekommen Rückenwind von der ÖVP

Auch ÖVP-Gewerbereferent Christian Pober kritisiert das Verhalten der Bewegung. „Dass die Erde oftmals Wirtschafts- und Betriebs-feindlich agiert und abstimmt ist ja nichts Ungewöhnliches“, so Pober, „erstaunlich ist dabei aber, dass sie sich jetzt auch gegen den Ersatz von Substitution von Öl, Kohle und Gas in industriellen Prozessen durch grünen Wasserstoff ausspricht“. Auf der einen Seite lehne man klassische Autos ab, auf der anderen Seite stimme man gegen Wasserstoffproduktion vor Ort, zeigt Pober auf. “Noch dazu, wo durch die lokale Wasserstoffproduktion pro Woche mehrere hundert Kilometer LKW-Transporte wegfallen und der Technologiestandort Villach ein weiteres Mal Vorreiter in Österreich ist! Der Sinn, wie man als umweltbewusster Mensch hier gegen eine Reduktion des CO2-Fußabdrucks agieren kann, erschließt sich mir leider nicht.“

SPÖ: “Es ist unverständlich”

Auch SPÖ-Vizebürgermeisterin Irene Hochstetter-Lackner meldet sich zu Wort: “Es ist unverständlich, wie man diese Zukunftstechnologie ablehnen kann.” Die Erde konterkariere sich, laut Hochstetter-Lackner, selbst: “Man braucht Haltung und kann nicht immer alles ablehnen, sondern sollte sich die Dinge genauer anschauen und abwiegen.” Die Vizebürgermeisterin hebt hervor, dass es wichtig sei den Dingen eine Chance zu geben. “Wir sollten stolz sein, dass wir diese Vorreiterrolle einnehmen dürfen.” Hochstetter-Lackner hofft auf noch mehr Technologien dieser Art. “Wir sollten alles tun, um der Bevölkerung einen Zugang dazu zu verschaffen.”

Veröffentlicht am 16.06.2021, 18:48
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