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STARTSEITE > Klagenfurt > Leben Veröffentlicht am 20.08.2021, 15:57

Zum Gedenken an sieben Jahre im Konzentrationslager

„Josef-Nischelwitzer-Straße“: Klagen­furter NS-Wider­ständler posthum geehrt

Klagenfurt - Eine späte, aber verdiente Ehrung wurde jetzt dem Klagenfurter Josef Nischelwitzer, einem Widerstandskämpfer der ersten Stunde gegen das Nazi-Regime, zuteil. Im Stadtteil Viktring wurde eine Straße nach dem 1987 verstorbenen Journalisten benannt.
von Wiedergut 3 Minuten Lesezeit (383 Wörter)

Nischelwitzer war der erste Kärntner, der nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Österreich ins KZ Dachau eingeliefert wurde. Der 1912 geborene Josef Nischelwitzer wurde am 13. März in Wien verhaftet, einen Tag nach dem Einmarsch der Nazi-Truppen und einen Tag vor seiner geplanten Flucht nach Prag. In Kärnten war er schon von den Austrofaschisten gesucht worden, da er sich stets vehement gegen das Dollfuß-Regime ausgesprochen hatte. Vor den Februarkämpfen gegen den Republikanischen Schutzbund 1934 war der aus Dellach im Drautal stammende gelernte Maurer Funktionär der Sozialistischen Jugend und des Schutzbundes gewesen, danach trat er der KPÖ bei und wurde somit zum erklärten Feind der autoritären Regimes in Österreich und Deutschland.

Dachau – Flossenbürg – Mauthausen – Gusen

Am 31. März wurde Nischelwitzer, gemeinsam mit dem späteren ÖVP-Bundeskanzler Leopold Figl und dem nachmaligen ÖVP-Klubobmann und Nationalratspräsidenten Alfred Maleta, im sogenannten „Prominententransport“ nach Dachau gebracht, wo er unter der Häftlingsnummer 13848 bis nach Kriegsbeginn 1939 in „Schutzhaft“ bleiben musste. Danach erfolgte die Überstellung in das KZ Flossenbürg, im März 1940 die Rückverlegung nach Dachau. Im November 1942 folgte die Überstellung nach Mauthausen, seine Befreiung erlebte Josef Nischelwitzer im KZ Gusen, einem Außenlager von Mauthausen.

Nach diesen sieben schrecklichen Jahren konnte er endlich in seine Heimat zurückkehren und fand in Christiana auch schon bald das große Glück. Er heiratete, das Ehepaar bekam Tochter Waltraud und Sohn Gernot. Auch beruflich ging es aufwärts, Nischelwitzer wurde Chefredakteur des „Volkswille“ und avancierte zum langjährigen KPÖ-Obmann Kärntens. Er fungierte auch als Obmann des KZ-Verbandes Kärnten und engagierte sich im Mauthausen Komitee. Schon zu Lebzeiten war Josef Nischelwitzer ein über die Parteigrenzen hinweg geachteter Mann und Gesprächspartner.

Sohn Gernot „zutiefst berührt“

Nach seinem Tod am 23. Juli 1987 übernahm Sohn Gernot die redaktionelle Leitung des „Volkswille“. Nach der Einstellung des Blattes in den frühen 1990er-Jahren wechselte er in den Landesdienst und ist seit vielen Jahren Obmann der Zentralpersonalvertretung. Gernot Nischelwitzer im Gespräch mit 5 Minuten: „Ich fühle mich stolz und zutiefst berührt von der Ehre, die meinem Vater jetzt entgegengebracht wurde. Es weckt Erinnerungen an einen Menschen, der für mich mehr als ein Vater war. Er war Vorbild in Sachen Menschlichkeit und Toleranz, aber auch für das Einstehen von seinen Überzeugungen.“

Gernot Nischelwitzer

Veröffentlicht am 20.08.2021, 15:57
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