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STARTSEITE > Graz Veröffentlicht am 28.08.2021, 09:38

Wegen Home Schooling

Schulkosten explo­dieren: Volkshilfe unter­stützt armuts­betroffene Familien

Steiermark - Der Bildungsfonds der Volkshilfe "Lernen.Möglich.Machen" unterstützt seit April 2021 armutsbetroffene Kinder in ganz Österreich. Die beiden häufigsten Ansuchen betreffen die Anschaffung von digitalen Lerngeräten und eine kostenfreie Ganztagesbetreuung.
von Phillip Plattner2 Minuten Lesezeit (297 Wörter)
Kinderarmut ist leider auch in Österreich ein recht aktuelles Thema.

Der Bildungsfonds der Volkshilfe unterstützt armutsbetroffene Familien bei den Kosten für Unterrichtsmaterialien, schulbezogenen Veranstaltungen, Ausgaben für Home Schooling und Nachhilfe. Die Ansuchen an den Bildungsfonds zeigen einen hohen Bedarf in den Bereichen Digitalisierung und kostenfreie Ganztagsbetreuung. Zwei Drittel der Ansuchen bezogen sich auf die technische Ausstattung der Kinder wie Drucker, Laptop, Computer oder Tablet.

“Kinder unter zehn Jahren werden ausgeschlossen”

“Die 150.000 angekündigten digitalen Lerngeräte erreichen nur die fünfte und sechste Schulstufe und schließen damit Kinder unter zehn Jahren schon früh von gleichen Lernchancen aus”, fasst Erich Fenninger, Direktor der Volkshilfe Österreich, die aktuelle Lage kritisch zusammen. Die Angst vor dem Schulstart sei vor allem bei armutsbetroffenen Familien immer präsent. Diverse Briefe an die Volkshilfe zeigen die Probleme deutlich auf. “Ich hatte unsere Situation gut im Griff, dann kam Corona. So bin ich wieder in die Schulden gerutscht. Für das Home Schooling musste ich ein Tablet kaufen, damit meine Kinder auf die Edu-Page zugreifen können”, schreibt beispielsweise eine alleinerziehende Mutter von vier Kindern in einem Ansuchen an den Bildungsfonds.

Kosten teilweise schon 2016 klar über 1000 Euro pro Kind

Laut der letzten Erhebung durch die AK aus dem Jahr 2016 liegen die durchschnittlichen Kosten, die Eltern pro Kind und Schuljahr aufbringen müssen, bei 855 Euro. Die Kosten, die durch das Home Schooling in den vergangenen eineinhalb Jahren hinzugekommen sind, sind hier noch nicht eingerechnet. In der Oberstufe (AHS und BHS) lagen die Kosten 2016 bei durchschnittlich klar über 1000 Euro. “Diese Zahlen zeigen eine Dimension der Vererbung von Bildung in Österreich. Rund 5 Prozent der Familien der letzten Schulkostenerhebung gaben an, dass eines oder mehrere ihrer Kinder aus finanziellen Gründen nicht die gewünschte schulische Ausbildung ergreifen konnte“, so Fenninger abschließend.

Alle Informationen zum Bildungsfonds gibt es hier: www.kinderarmut-abschaffen.at.

Veröffentlicht am 28.08.2021, 09:38
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