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STARTSEITE > Villach > Wirtschaft Veröffentlicht am 14.09.2021, 08:19

Sein Rat: "Augen auf!"

Villacher Experte schaute "undercover" bei Gold-Ankäufern vorbei

Kärnten - "Wir schätzen Ihre Antiquitäten, Pelze und Schmuck kostenlos und unverbindlich." – Die Angebote mobiler Goldankäufer klingen oft verlockend. Doch der Villacher Experte Christof Leschanz warnt: "Die Dinge sind nicht immer so, wie sie scheinen. Immer öfter werden die Leute über den Tisch gezogen." Er machte selbst einen Check.
von Tanja Janschitz3 Minuten Lesezeit (380 Wörter)
Der Villacher Experte Christof Leschanz im Interview. Er rät dazu Angebote immer zu hinterfragen.

Christof Leschanz betreibt den bekannten Leeb-Leschanz Betrieb in der Nikolaigasse in Villach. Immer öfter bekommt der Juwelier und Gerichtssachverständige von seinen Kunden Beschwerden über sogenannte mobile Goldankäufer zugetragen. Der Experte ist sich sicher: “Hier geht es nicht immer fair zu.” Im Gespräch mit 5 Minuten warnt er vor den teilweise fragwürdigen Angeboten.

Ablauf ist immer derselbe

Meist mieten sich die mobilen Goldankäufer aus dem Ausland für einige Tage in Kärnten ein. Zeitgleich bewerben sie ihr Angebot mit Werbeanzeigen in diversen Medien. Leschanz erklärt: “Die Leute können dann mit ihren Schmuckstücken zum Beispiel ins Hotel kommen und ein Goldhändler schätzt den Wert.” Das Problem: “Bei einem mobilen Goldhändler beruht diese Einschätzung manchmal auf Willkür. Wenn er jemanden vor sich hat, der sich auskennt, wird er mehr bieten. Wenn er weiß, dass sein gegenüber keine Ahnung hat, bietet er weniger.”

Undercover: Experte machte Selbstversuch

Aus Neugier nahm Leschanz selbst ein solches Angebot in Anspruch. “Ich habe mit einer Erbschaft einen Abstecher zu einem solchen Händler gemacht”, erzählt er. Das Erbe wäre laut dem Juwelier rund 11.000 Euro wert gewesen. “Angeboten wurden mir 2000 Euro.” Also nicht mal ein Viertel des eigentlichen Werts. “Die Leute werden komplett abgezockt”, ärgert sich der Experte. Das Gold wird dann auf direktem Weg zur Post gebracht und im Ausland weiterverkauft. “Der Kunde hat keine Chance, es zu reklamieren.”

Leichtes Spiel wegen Gesetzeslücke?

In Deutschland und der Schweiz sei dieses Vorgehen längst verboten worden. “In Österreich gibt es hingegen eine Gesetzeslücke, deswegen haben die Händler hier ein leichtes Spiel”, führt Leschanz das Problem aus. Er rät den Leuten daher, solche Angebote immer zu hinterfragen: “Wenn jemand von einem Hotel aus arbeitet und Sachen ankauft, die sonst niemand kaufen würde, wie zum Beispiel einen alten Pelzmantel, dann solltet ihr die Finger davon lassen und stattdessen wohin gehen, wo ihr auch morgen noch vorbeischauen könnt.” Wobei natürlich nicht alle mobilen Anbieter in einen Topf geworfen werden dürfen,” trotzdem sei eine gesunde Vorsicht angeraten.” Natürlich gibt es auch faire Angebote: Bei lokal ansässigen Betrieben könne ein Kunde jederzeit vorbeikommen. “Und damit unterstützt man auch die Kärntner Wirtschaft”, schließt Leschanz.

Veröffentlicht am 14.09.2021, 08:19
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