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STARTSEITE > Kärnten > Leben Veröffentlicht am 02.09.2021, 06:39

Medizinische Sensation:

Annas Herz schlägt wieder im richtigen Rhythmus

Graz/Spittal an der Drau - Seit bald einem Jahr sorgt ein His-Bündel-Herzschrittmacher dafür, dass das Herz der Kärntnerin Anna Mayer (17) nicht mehr aus dem Rhythmus kommt. Damit ist sie eine der ersten Jugendlichen Österreichs und die erste in der Steiermark, die das Gerät in sich trägt. Anna kann dank dieser OP wieder ihrer Leidenschaft dem Tanzen nachgehen.
von Jannine Grangl3 Minuten Lesezeit (414 Wörter)#GOODNews
Anna kann wieder Lachen - dank einer neuen OP-Methode hält ihr Herz wieder Schritt. Am Bild mit OA DDr. Stefan Kurath-Koller und OA Dr. Günther Prenner (v.l.)

“Sie wissen gar nicht, wie erlösend es war, als wir endlich begriffen haben, dass Annas Herzrhythmus passt und Dr. Kurath-Koller jederzeit alle wichtigen Werte überprüfen kann”, erinnert sich Marlene Mayer an die große Erleichterung, die sie empfunden hat, nachdem ihrer Tochter der Herzschrittmacher implantiert wurde und auch klar war, dass das damit kombinierte Infosystem einwandfrei funktioniert. Schlaflose Nächte und die ständige Angst, dass Annas Herz vielleicht einmal komplett versagt, waren Geschichte. “Mei Mama, ich hab‘ nie dran gezweifelt, dass alles hinhaut”, lächelt sie ihre bald 18-jährige Tochter warmherzig an. “Mir geht’s super und ich bin sehr dankbar, dass ich das Neueste vom Neuen bekommen hab”, fügt die Schülerin strahlend hinzu.

Erster Teenager in Österreich

Das Neueste, von dem Anna spricht, ist das spezielle Gerät, das man ihr im November 2020 eingesetzt hat. “Als einer der ersten Teenager in Österreich und als erste Jugendliche in der Steiermark trägt sie einen His-Bündel-Herzschrittmacher in sich”, erklärt OA DDr. Stefan Kurath-Koller von der Klin. Abt. für Pädiatrische Kardiologie der Univ.-Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde. Im Normalfall kommt das System eher bei Senioren zum Tragen. „Kinder und Jugendliche sind leider die Stiefkinder im Bereich der Herzschrittmacher, denn diese Systeme werden – ebenso wie die für die Implantation benötigten Geräte – für Erwachsene entwickelt“, spricht Kurath-Koller die derzeit unbefriedigende Situation an.

Anna kommt einmal pro Jahr zur Kontrolle an die Klinik und wird auch telemedizinisch von den Herzspezialisten betreut.

Perfekte Teamarbeit

Der Eingriff selbst wird im Hybrid-OP mit einer zusätzlichen Elektrophysiologieanlage durchgeführt, mit der die Herzsignale hochauflösend dargestellt werden können. Das Universitäre Herzzentrum Graz befindet sich bei dieser Methode unter den führenden Zentren in Europa. „Die Elektrode wird über die Schlüsselbeinvene eingeführt und das Gerät danach im Bereich des Brustkörpers unter dem Schlüsselbein ,unter Putz‘ verlegt“, konkretisiert Operateur Prenner. Bei Anna dauerte die OP etwa eine Stunde, insgesamt musste die Patientin fünf Tage auf der Klinik bleiben. „Nur sechs Wochen später hat sie wieder fleißig für die Tanzeuropameisterschaft trainiert“, so die Mama.

Anna Mayer aus Spittal an der Drau ist begeisterte Tänzerin und wird im nächsten Schuljahr maturieren.

Rhythmusstörungen nahmen zu

Warum Anna die Herzprobleme hatte, die 2018 zum ersten Mal auffielen, ist unklar. „Eine Virusinfektion könnte die Ursache gewesen sein“, so Kurath-Koller. Ein Kinderarzt überwies die Familie damals ans Uniklinikum und seither wird Annas Herz hier beobachtet. Lange bestand kein Grund, einen Schrittmacher zu implantieren. Da die Herzmediziner jedoch (u. a.) im Langzeit-EKG gesehen haben, dass sich Annas Rhythmusstörungen zunehmend verändern, fiel die Entscheidung zur Implantation.

Veröffentlicht am 02.09.2021, 06:39
Artikel-UPDATE am 02.09.2021, 07:10
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