fbpx
Logo 5 Minuten
STARTSEITE > Kärnten > Leben Veröffentlicht am 07.09.2021, 06:47

Kärntner Professorin forscht nach:

"Wie kommt man als Elternteil mit Behinderung zurecht?"

Kärnten - Als „Menschen mit Lernschwierigkeiten“ wollen Personen bezeichnet werden, die durch die Gesellschaft Behinderungen aufgrund von diskriminierenden Zuschreibungen, Ausgrenzung und Vorurteilen erfahren. Rahel More hat untersucht, wie es Frauen und Männern mit Lernschwierigkeiten ergeht, wenn sie in Österreich Eltern werden. Ihre Ergebnisse stellt sie nun in Buchform vor.
von Carolina Kucher2 Minuten Lesezeit (287 Wörter)
SYMBOLFOTO

„Behinderung als Abweichung von Normalitätsvorstellungen wird durch verschiedene Diskurse erzeugt. Sie ist auf den ersten Blick nicht damit vereinbar, was nach vielen Normen unter Mutter- und Vaterschaft sowie familialer Leistungs- und Funktionsfähigkeit verstanden wird“, so Rahel More, die am Institut für Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung an der Universität Klagenfurt lehrt und forscht. Die Folge daraus: „Vielen Eltern mit Lernschwierigkeiten wird zugeschrieben, dass sie unfähig seien, ihre Kinder eigenständig groß zu ziehen. Sie sind daher oft von Interventionen der Kinder- und Jugendhilfe betroffen.“

Interviews, Analysen und Befragungen

Rahel More widmet sich diesem komplexen Thema auf mehreren Ebenen. Unter anderem basierend auf Diskussionen im Internet hat sie Erwartungen und Normen in Bezug auf Elternschaft und Behinderung analysiert. Außerdem hat sie Interviews mit Fachkräften in der Sozialen Arbeit geführt und mit einer Referenzgruppe analysiert. Darüber hinaus kamen Mütter und Väter mit Lernschwierigkeiten in Interviews zu Wort. Die nun in Buchform vorliegende Studie ist zugleich Rahel Mores Dissertationsschrift.

Diskriminierung und Vorurteile

„Mütter und Väter mit Lernschwierigkeiten berichten meist von Diskreditierungen. Sie werden durch diverse Barrieren behindert, vor allem im sozialen und im kulturellen Sinne“, weiß Rahel More zu berichten. Das Übereinkommen der UN über die Rechte von Menschen mit Behinderungen, das auch Österreich ratifiziert hat, sieht unter anderem vor, dass die Behinderung eines Elternteils nicht der Grund für eine Trennung vom Kind sein dürfe. Viele Eltern würden aber nach wie vor diskriminierende und stigmatisierende Erfahrungen machen und erzählen von Unterschätzung und Vorurteilen gegenüber ihrer Elternrolle. „Eltern mit Lernschwierigkeiten haben ein Recht auf Unterstützung, jedoch mangelt es meist an passenden Angeboten für die betreffenden Familien”, hält More abschließend fest.

Veröffentlicht am 07.09.2021, 06:47
Artikel-UPDATE am 07.09.2021, 07:18
Du hast einen #Fehler gefunden? Jetzt melden.

#Mehr Interessantes

#Mehr zum Thema

#Mehr von 5 Minuten

Startseite Neueste Beiträge

Info

Eilmeldungen Tarife & Werbung Datenschutzer­klärung Impressum

Regionen

Kärnten Villach Klagenfurt
Logo 5 Minuten

In #5min informiert durch den Tag.