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STARTSEITE > Kärnten > Leben Veröffentlicht am 09.09.2021, 20:58

Welttag der Suizidprävention

115 Menschen nehmen sich in Kärnten jedes Jahr das Leben

Kärnten - Am morgigen Freitag findet der Welttag der Suizidprävention statt. In Kärnten nehmen sich jedes Jahr rund 115 Menschen das Leben. Umso wichtiger ist es, über das Thema aufzuklären und über die zahlreichen Angebote und Hilfen in Kärnten zu informieren.
von Redaktion3 Minuten Lesezeit (407 Wörter)
SYMBOLFOTO - Hilfe kann eventuell der Psychiatrische Not- und Krisendienst (PNK) bieten, die Hotlines sind 24 Stunden erreichbar.

Anlässlich des morgen stattfindenden Welttages der Suizidprävention (Freitag, 10. September) luden Gesundheitsreferentin LHStv.in Beate Prettner (SPÖ) und die Abteilung 5 des Landes – UA Gesundheitsland Kärnten heute zur jährlichen Fachtagung. „Das Thema Suizid kann nicht ernst genug genommen werden und die aktuellen Rahmenbedingungen mit der Corona-Pandemie erschweren die Situation zusätzlich,“ betonte Prettner. Rund 1.200 Menschen sterben in Österreich jährlich durch Suizid, dreimal mehr als im Straßenverkehr. In Kärnten nehmen sich durchschnittlich 115 Menschen jedes Jahr das Leben.

2020 weniger Suizide in Kärnten

„Umso überraschender waren die im letzten Jahr präsentierten Daten der Suizidstatistik – 2020 lag die Suizidrate mit 92 Personen deutlich unter den Zahlen der Vorjahre,“ so die Gesundheitsreferentin. Eine Entwicklung, die 2021 leider nicht anhielt, im ersten Halbjahr 2021 lagen die Zahlen hier mit 61 Suiziden auf ähnlichem Niveau wie in den Jahren davor: 2019 (63) und 2018 (58). Blickt man auf die Geschlechterverteilung so ist die Zahl der weiblichen Opfer mit 25 Prozent zwar deutlich höher als 2020 mit 7 Prozent, jedoch unter dem Jahr 2019, als der Wert bei 31 Prozent lag.

Kärnten Vorreiter bei Datenerhebung

Bei der Datenerhebung nimmt das Land Kärnten eine besondere Rolle ein. „Wir erfassen hier Daten aus multiprofessionellen Quellen und erreichen so eine enorme Datenqualität, die weit über die reine Statistik hinausreicht. Damit nehmen wir eine Vorbildrolle in Österreich ein. Dafür investieren wir jährlich auch 18.000 Euro“, berichtete Prettner.

Roger Pycha, Primarius und Psychiater aus Südtirol, präsentierte Zahlen aus seinem Land. So gingen während des Lockdowns die Suizidzahlen zwar zurück, gleichzeitig stiegen jedoch die Todesfälle in vielen anderen Bereichen – die Region verzeichnete 56 Prozent mehr Todesfälle als noch 2019. Bei den psychiatrischen Krankheiten gab es sogar eine Steigerung von 129 Prozent.

“Müssen noch mehr sensibilisieren”

Primaria Christa Rados vom LKH Villach und Primarius Herwig Oberlerchner waren sich darin einig, dass das Thema Suizid immer noch mit vielen Tabus verbunden ist. Dies gehe soweit, dass viele Suizidversuche unbemerkt blieben und die Betroffenen häufig aus Scham kein Wort darüber verlieren. Im Schnitt würden 91 Prozent der Suizidversuche überlebt – nur ein Bruchteil davon werde aber auch als solche deklariert und die Dunkelziffer sei weit höher. „Wir müssen hier noch mehr sensibilisieren – in Kärnten gibt es viele Angebote, Hotlines die 24 Stunden am Tag besetzt sind und Hilfe bieten – das müssen wir den Menschen bewusstmachen. Psychische Erkrankungen, Einsamkeit oder Ängste dürfen nicht übersehen oder bagatellisiert werden. Nur dann können wir hier Hilfestellungen anbieten“, forderte Prettner.

Psychiatrischer Not- und Krisendienst (PNK) für Kärnten

  • PNK Ost: Tel.: 0664 – 300 7007, täglich 0-24 Uhr
  • PNK West (Abteilung für Psychiatrie und psychotherapeutische Medizin, Landeskrankenhaus Villach): Tel.: 0664 – 300 9003, täglich 0-24 Uhr

Veröffentlicht am 09.09.2021, 20:58
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