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STARTSEITE > Graz Veröffentlicht am 15.09.2021, 13:42

Messung von GLOBAL 2000

Radioaktive Pilze: Belastung ist zwölfmal höher als erlaubt

Graz - Eigentlich ist im Moment Schwammerl-Zeit: Der Appetit einem aber schnell vergehen, wenn man hört, was der Verein Global 2000 in so manchen Pilzen gefunden hat. Ein radioaktiver Stoff wurde nachgewiesen und der Wert ist zwölfmal höher, als er laut EU-Gesetz sein dürfte.
von Carolina Kucher2 Minuten Lesezeit (290 Wörter)
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Bei aktuellen Stichproben in stark belasteten österreichischen Regionen fand GLOBAL 2000 besorgniserregend hohe Werte von “Cäsium-137” aus dem Tschernobyl-Fallout vor 35 Jahren. So viele Jahre nach der radioaktiven Verseuchung ist der gefährliche Stoff in den betroffenen Gebieten zwar von der Bodenoberfläche in oberflächennahe Schichten abgesunken, kann aber zum Beispiel von Pilzen aufgenommen und in ihnen angereichert werden. Tiere, die diese Pilze fressen, können dadurch sehr stark belastet werden.

Was ist Cäsium?

Cäsium-137 ist ein radioaktiver Betastrahler, der – wenn er durch die Nahrungsaufnahme in den menschlichen Körper gelangt – sich vor allem in Muskeln (darunter Auge und Herz) ablagert und dort Genschäden oder Krebs verursachen kann. 

Pilze an steirischer Grenze gemessen

Drei GLOBAL 2000-Bodenproben zeigten bereits teilweise hohe Werte, doch das Ergebnis einer Pilz-Stichprobe war sogar für die hoch belasteten Regionen außergewöhnlich: Der in Eierschwammerln auf der Stubwiesalm nahe der steirischen Grenze gemessene Wert von 7563 Becquerel (Bq, radioaktiven Zerfällen pro Sekunde) pro Kilogramm, liegt mehr als zwölfmal über dem in der EU und Österreich geltenden Grenzwert. Der Wert liegt außerdem mehr als viermal über dem im laufenden Monitoring von Pilz-Proben des Landes Kärnten gemessenen Maximalwert und dreieinhalbmal über dem höchsten, vom österreichischen Gesundheitsministerium erhobenen Wert für Eierschwammerl.

Nicht so viel oder gar nichts konsumieren?

Das Gesundheitsministerium berichtet, dass „in den letzten Jahren noch immer bei etwa 12 Prozent der Eierschwammerl Grenzwertüberschreitungen festgestellt“ wurden – also bei mehr als jeder zehnten Messung. Sie meinen aber: „Eierschwammerl aus höher belasteten Regionen sollten (…) aus Vorsorgegründen nicht in allzu großen Mengen konsumiert werden.“

„Hoch belastete Pilze sollten natürlich gar nicht konsumiert werden“, kontert Reinhard Uhrig, Atom-Experte von GLOBAL 2000. „Wir fordern Gesundheitsminister Mückstein auf, hier auf Basis des Vorsorgeprinzips den Menschen reinen Wein einzuschenken – und sie klar zu informieren, wo Pilze problemlos genossen werden können und wo man aus Vorsorgegründen eben genau lieber nicht in den Wald auf Schwammerlsuche geht.“

Veröffentlicht am 15.09.2021, 13:42
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