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/ ©APA/EXPA/JOHANN GRODER
Auch in Neustift im Stubaital führte das Hochwasser zu Schäden

Unwetter – Hochwasser-Situation in Tirol entspannte sich weiter

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von Yvonne Schmid-Berger
3 Minuten Lesezeit(710 Wörter)

Pegelstände gingen weiter zurück – Zivilschutzwarnungen für Schwaz und Kramsach aufgehoben – Hochwasserschutzeinrichtungen werden rückgebaut – Bisher 570 Feuerwehreinsätze

In Tirol hat sich die Hochwasserlage in der Nacht auf Dienstag weiter beruhigt und geht in Richtung Normalität. Die Pegelstände an den meisten Messstellen sanken erneut, es regnete zwar vereinzelt, aber nicht mehr so stark wie am Montag. Indes wurden die Zivilschutzwarnungen für die Unterländer Bezirksstadt Schwaz und die Gemeinde Kramsach aufgehoben. Die Hochwasserschutzeinrichtungen werden nun tirolweit rückgebaut, informierte das Land am Vormittag.

Die Nacht für die Feuerwehren verlief „relativ ruhig“, man habe zu 35 Einsätzen ausrücken müssen, hieß es zur APA. 24 Feuerwehren waren Dienstagfrüh noch im Einsatz, berichtete der Sprecher des Landesfeuerwehrverbandes, Anton Wegscheider. Derzeit habe man es vor allem noch mit Wasserschäden zu tun, auch Kontrollfahrten würden durchgeführt. „Allein bei der Feuerwehr waren jedoch bisher 4.300 Mitglieder im Einsatz und 570 Einsätze wurden abgewickelt und allein in den Bezirken Kufstein und Innsbruck-Land 35.000 Sandsäcke mit Unterstützung der Feuerwehr befüllt“, sagte Sicherheitslandesrätin Astrid Mair (ÖVP).

Nun werden die Schäden begutachtet. „Die größten Schäden werden nach derzeitigem Kenntnisstand im Oberland erwartet. Wir erörtern dies derzeit und machen uns heute im Rahmen eines Lokalaugenscheines ein Bild der Situation“, kündigte Landeshauptmann Anton Mattle (ÖVP) an. Kaum einen bis keinen Schaden habe die Wildbach- und Lawinenverbauung zu verzeichnen, hieß es.

Eine gute Nachricht gab es aus dem hart betroffenen Ötztal. Die Ötztaler Bundesstraße (B 186) von Umhausen bis Ötztal Bahnhof war ab 5.00 Uhr wieder in beide Richtungen befahrbar. Der bekannte Wintersportort Sölden im hinteren Ötztal war indes vorerst weiter nicht erreichbar, nachdem am Montag die Ötztaler Bundesstraße unterspült und beinahe weggerissen worden war. Eine Luftbrücke sollte eingerichtet werden. Krankentransporte seien jedenfalls im ganzen Land gewährleistet, hatte das Land betont. Ein Thema sei jedoch die Gasversorgung, nachdem Gasleitungen aus ihren Positionen gerissen wurden. Es dürfte aber kein Leck geben, die Gasversorgung sei möglich. An der Herstellung einer Ersatzleitung werde gearbeitet, so die Verantwortlichen des Landes.

Kritisch war die Lage Montagabend noch in Teilen des Unterlands geblieben – konkret in den Bezirken Schwaz und vor allem Kufstein bzw. von Hall in Tirol ostwärts bis zur Festungsstadt Kufstein. In Schwaz und Kufstein wurden am späteren Abend die Pegel-Höchststände am Inn erreicht, seitdem waren sie rückläufig. „Wir bewegen uns jetzt größtenteils im Bereich von fünfjährigen Ereignissen“, sagte Elmar Rizzoli, Leiter des Zentrums für Krisen-und Katastrophenmanagement des Landes, dem ORF Tirol.

In der Landeshauptstadt Innsbruck wurden indes die Brückensperren wieder aufgehoben. Durch den Abbau der Sicherheitseinrichtungen werde es am Dienstag zu Verkehrsbehinderungen in der Innenstadt kommen.

Verletzte waren bei dem Hochwasserereignis, das weite Teile Tirols betraf, keine gemeldet worden. Schäden gab es neben dem Ötztal vor allem im Stubaital, dem Wipptal und dem Zillertal. Zu größeren Überschwemmungen in Orts- oder dicht bebautem Siedlungsgebiet aufgrund über die Ufer getretener Flüsse oder Bäche kam es bisherigen Informationen zufolge nicht. Nun sollte es an die Behebung der Schäden gehen. In der Nacht war dies aufgrund der Dunkelheit nicht möglich – gerade im Unterlauf des Inns.

Bahn- und Straßensperren hielten unterdessen vorerst weiter an. Die Brennerbahnstrecke bleibt aufgrund eines Murenabganges zwischen Innsbruck und Brenner bis voraussichtlich Dienstagabend komplett gesperrt. Auf der Weststrecke ist zwischen Imst-Pitztal und Schönwies bis Dienstag, 18.00 Uhr, kein Zugverkehr möglich. In beiden Fällen wurde ein Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. Zwischen Innsbruck-Hötting und Innsbruck-Westbahnhof wurde die Mittenwaldbahnstrecke gesperrt. Die ÖBB ersuchten die Fahrgäste, auf das Öffi-Netz in Innsbruck umzusteigen.

„Es ist jedenfalls von einer Entspannung nun zu sprechen: Vorsorgliche Sicherungsmaßnahmen werden heruntergefahren, Schäden erhoben und der Großteil der Straßensperren wird nach und nach aufgehoben – beispielsweise ist auch das Pitztal wieder gänzlich erreichbar“, berichtete Rizzoli. Die Ötztaler Straße (B186) werde noch mehrere Tage gesperrt bleiben. Das hintere Ötztal ist übers Timmelsjoch erreichbar. Auch die Mieminger Straße (B 189) am Holzleitensattel bleibt nach einem Erdrutsch Dienstagfrüh vorerst weiter gesperrt. Dasselbe galt für die Brennerstraße (B 182) bei Gries am Brenner, ebenfalls wegen einer Mure.

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