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Preissenkungen im Supermarkt: „Nicht auf dem Rücken der Bauern“

Nach einem kurzen Aufatmen im vergangenen Jahr befinden sich die Erzeugerpreise für die Bauern wieder im Sinkflug. Im Vergleich zum Dezember 2022 seien die Preise deutlich zurückgegangen, zeigt sich LK-Präsident Huber besorgt.

von Tanja Janschitz
Tanja Janschitz Onlineredaktion 5min.at
2 Minuten Lesezeit(345 Wörter)

„Die Lage ist ernst. Die ohnehin unterdurchschnittlichen Einkommen der Bauern werden heuer voraussichtlich sinken“, zeigt sich Kärntner Landwirtschaftskammerpräsident Siegfried Huber besorgt über die Entwicklung. Im Vergleich zum Dezember 2022 seien die Preise für Milch bis Ende August bereits um rund 20 Prozent, jene für Mahlweizen um rund 30 Prozent und Preise für Rindfleisch um knapp zehn Prozent zurückgegangen.

Anteil an Verbraucherpreisen gesunken

In der Preisentwicklung der letzten Monate ortet Huber eine massive Schieflage, denn während die Bauernpreise seit Monaten sinken, bleiben die Preise im Supermarkt hoch. Die Konsequenz: Der Anteil der Erzeugerpreise am Endkundenpreis sinkt. Am Beispiel Milch werde dies besonders deutlich: Während der Anteil, den die Bauern am Preis für einen Liter Milch im Geschäft erhalten haben, in den letzten Jahren immer zwischen 33 und 35 Prozent lag, sei dieser Anteil nun auf unter 30 Prozent gesunken. „Das geht sich nicht aus – unsere Produkte haben sich mehr Wertschätzung verdient“, ist der LK-Präsident überzeugt, der vom Lebensmittelhandel deshalb einen höheren Anteil an der Wertschöpfung einfordert.

Huber: Nicht auf dem Rücken der Bauern!

„Wenn die Erzeugerpreise weiter sinken, werden die Betriebe an die Wand gedrückt und den Bauernfamilien geht die Luft aus“, warnt Huber und fordert: „[…] Die Betriebe müssen ihre stark gestiegenen Produktionskosten stemmen, Investitionen finanzieren und ihre Familien über die Runden bringen können. Das geht nur, wenn wir einen Preis erhalten, der unsere Kosten deckt“, betont Huber. Die bäuerliche Interessenvertretung sehe aber nicht nur den Lebensmittelhandel, sondern auch die Bundesregierung in der Pflicht, einen Beitrag zur Sicherung der bäuerlichen Einkommen zu leisten. Fraktionsübergreifend richtet die LK deshalb einen Forderungskatalog an die Bundesregierung, um zu verhindern, dass die Bauerneinkommen sinken, während fast alle anderen Berufsgruppen heuer mit deutlichen Lohnerhöhungen rechnen können. Konkret fordern die Kammerräte eine Inflationsanpassung bei den Ausgleichszahlungen, einen Versorgungssicherungsbeitrag mit Pauschalzahlungen pro Betrieb, Entlastungen bei Steuern und Abgaben und die Einführung einer verpflichtenden Herkunftskennzeichnung für Lebensmittel in der Gastronomie.

Bild auf 5min.at: Der Kärntner Landwirtschaftskammer-Präsident Siegfried Huber sitzt an einem Tisch und zeigt mit dem Finger auf ein Dokument.
©Paul Gruber
Landwirtschaftskammerpräsident Siegfried Huber
Hinweis: Dieser Beitrag wurde am 05.10.2023 um 07:33 Uhr aktualisiert

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