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„Besorgniserregend“: Hohe Umweltgift-Konzentration in Mur festgestellt

Steirische Kläranlagen wurden von Forschern der Uni Graz unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Eine hohe Konzentration von Umweltgiften in der Mur wurde festgestellt.

von Sabrina Tischler
2 Minuten Lesezeit(311 Wörter)

Eine Forschungsgruppe der Universität Graz rund um den Chemiker Jörg Feldmann hat die Kläranlagen Leibnitz und Gössendorf in der Steiermark auf Rückstände von Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen, kurz PFAS, untersucht. PFAS sind langlebige Umweltgifte, die in Kunststoffen vorkommen. Sie gelangen unter anderem über die Textilwäsche ins Abwasser. Es zeigt sich klar, dass die Abwässer der Großstadt Graz mit den Umweltgiften belastet sind.

Besorgniserregendes Ergebnis

Die Ergebnisse der Grazer Forscher zeigen, dass die steirischen Abwässer mit unterschiedlichen PFAS-Verbindungen belastet sind. Auch die Menge an Abbau-Stoffen wie extrahierbares organisch gebundenes Fluor (EOF) sind wie erwartet deutlich erhöht. Auffallend ist jedoch, dass die Konzentration dieser Stoffe im gereinigten Wasser sogar noch zusätzlich erhöht ist. Für Feldmann ein besorgniserregendes Ergebnis: „Diese messbaren PFAS sind sehr mobil und können sogar das Grundwasser erreichen und so auch im Trinkwasser auftreten.“

Werte nach Klärung noch höher

Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass im Zuge der biologischen Klärung neue PFAS aus synthetische Vorläufersubstanzen entstehen. Darauf weisen auch die Wasserproben aus der Mur hin, die jeweils oberhalb und unterhalb der Kläranlage genommen wurden. Hier zeigt sich klar, dass der Anteil an PFAS im Oberflächenwasser unterhalb der Kläranlagen erhöht ist. „Die gemessenen Werte liegen dort, wo man sie in jeder Großstadt antreffen würde“, erklärt Feldmann. Er ortet hier kein Versagen der Kläranlagen, es fehle schlicht an der nötigen Technologie.

Folgestudie geplant

„Bislang gibt es keine Methoden, mit denen diese Stoffe aus dem Abwasser entfernt werden können“, erklärt die Wissenschaftlerin Viktoria Müller, die auch die Messungen durchgeführt hat. Sie plant daher bereits eine Folgestudie: „Ich will nun untersuchen, ob verbesserte Filteranlagen und die Behandlung des Wassers mit Ozon die Konzentration mit PFAS reduzieren kann.“

Gesundheitsrisiko von PFAS

Über Jahrzehnte wurden die Auswirkungen dieser Stoffe auf die menschliche Gesundheit unterschätzt. Inzwischen weiß man, dass PFAS die Umwelt und die menschliche Gesundheit auf Generationen hinaus beeinträchtigen können. Vor allem für schwangere Frauen und Kleinkinder stellen diese Stoffe ein Gesundheitsrisiko dar.

Hinweis: Dieser Beitrag wurde am 13.10.2023 um 21:27 Uhr aktualisiert

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