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Studie schockiert: Kärntner verdienen am wenigsten

46.670 Euro - So viel verdienen die Kärntner laut einer aktuellen Gehaltsstudie im Durchschnitt. Kärnten bildet somit das Schlusslicht im Bundesländervergleich.

von Sabrina Tischler
Sabrina Tischler Online Redaktion 5 Minuten
2 Minuten Lesezeit(280 Wörter)

Erst kürzlich veröffentlichte „StepStone“ eine Studie zu den Gehältern in Österreich für das Jahr 2023. Das durchschnittliche Jahresbruttogehalt in Österreich liegt bei 50.633 Euro – Kärnten liegt dabei im Mittel mit rund 4.000 Euro unter dem Österreich-Durchschnitt. 46.670 Euro im Jahr verdienen die Kärntner laut der Studie. Kärnten ist somit das Schlusslicht im Bundesländer-Vergleich.

Die Ergebnisse der Gehaltsstudie:

  • 50.633 Euro brutto im Jahr – so hoch liegt derzeit das mittlere Bruttojahreseinkommen (Median) von Beschäftigten in Österreich. Im Vergleich zum Vorjahr ist das eine Steigerung von 8,9 Prozent, wobei niedrigere Gehälter stärker gestiegen sind als hohe.
  • Der unbereinigte Gender Pay Gap beträgt 15,5 Prozent (+/- 3 Prozent). Im Vergleich zu einem Mann, verdient eine in Vollzeit beschäftigte Frau in Österreich 2023 im Schnitt 8.340 Euro brutto weniger.
  • Der bereinigte Pay Gap beträgt 11,3 Prozent. Frauen mit identischen Charakteristika wie die Männer in diesem Datensatz verdienen jährlich um 6.000 € weniger. Männer mit identischen Charakteristika wie die Frauen in diesem Datensatz verdienen um 6.272 € pro Jahr mehr.
  • Die höchsten Gehälter zahlt die Pharmaindustrie (66.547 €), die niedrigsten das Gastgewerbe (38.000 €)
  • Führungskräfte verdienen 25 Prozent mehr als Beschäftigte ohne Personalverantwortung und wer studiert hat, verdient im Schnitt 33 Prozent mehr Gehalt.
  • Mit der Berufserfahrung steigen auch die Gehälter: Das Einstiegsgehalt liegt aktuell bei 40.833 €, mit 6-10 Jahren Berufserfahrung 51.967 € und wer bereits über 25 Jahre arbeitet, verdient ein mittleres Einkommen von 60.667 €.
  • Unternehmensgröße: Konzerne zahlen besser als Startups Bei der Höhe des Gehaltes spielt es eine wesentliche Rolle, in welchem Unternehmen man angestellt ist. Generell gilt hier die Faustregel: Je größer ein Unternehmen, desto höher die Gehälter.
  • Bundesland: Wien verteidigt seine Spitzenposition Wenig überraschend führen Wien (56.980 €) und Vorarlberg (53.667 €) die Gehaltsspitze an. Aber auch im Burgenland, Niederösterreich, Oberösterreich und der Steiermark nehmen Angestellte noch mehr als 49.000 € brutto im Jahr mit nach Hause. Das Schlusslicht bildet Kärnten: Hier werden Beschäftigten im Mittel rund 10.300 € weniger im Jahr ausbezahlt als etwa in Wien.

Studie sorgt für Kritik

Dass die Kärntner im Schnitt die geringsten Einkommen haben, löste auch in der Politik Reaktionen vereint mit heftiger Kritik aus. FPÖ-Chef Erwin Angerer sieht es als „schallende Ohrfeige für die Politik der SPÖ-ÖVP-Landesregierung“. „Die Koalition hat die letzten 10 Jahre verschlafen. SPÖ und ÖVP haben die erfolgreiche Entwicklungsagentur Kärnten, welche hunderte neue Betriebe angesiedelt hat, im Jahr 2015 abgeschafft und damit dafür gesorgt, dass sich kaum mehr Betriebe mit hochwertigen und gut bezahlten Arbeitsplätzen bei uns ansiedeln“, kritisiert Angerer.

Symbolfoto zu einem Beitrag von 5min.at: Erwin Angerer, Landesparteiobmann der FPÖ
©FPÖ Kärnten

„Warum noch in Kärnten arbeiten?“

Die Landesregierung habe keine einzige neue Initiative umgesetzt und rede nur von den Chancen der neuen Koralmbahn. „Tatsächlich haben SPÖ und ÖVP aber bereits zehn Jahre lang die Chancen der Koralmbahn verschlafen, man hätte schon längst Flächen an der Koralmbahn sichern und Betriebe ansiedeln können. Auch beim Logistik-Zentrum in Fürnitz herrscht Stillstand, während uns die Steiermark um die Ohren fährt. Die Koralmbahn könnte daher auch zum Abwanderungsturbo werden, wenn die lukrativen Arbeitsplätze im Raum Graz viel schneller erreichbar sind. „Warum sollte dann jemand noch in Klagenfurt arbeiten, wenn er in der Steiermark wesentlich besser verdient?“, fragt der FPÖ-Chef. Angerer fordert abschließend die Landesregierung zum Handeln auf.

Hinweis: Dieser Beitrag wurde am 14.10.2023 um 18:36 Uhr aktualisiert

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