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Symbolfoto
Symbolfoto zu einem Beitrag von 5min.at: Polizisten kontrollieren den Verkehr

Zahl der im Straßenverkehr getöteten Frauen auf Höchstwert seit 2014

Statistik Austria veröffentlichte eine Bilanz zu Straßenunfällen des ersten Halbjahres 2023. Dabei wurden gleich mehrere schockierende Rekorde aufgestellt, unter anderem bei den weiblichen Verkehrsopfern.

von Elisa Auer
Elisa Auer 5 Minuten Redaktion
3 Minuten Lesezeit(518 Wörter)

Im ersten Halbjahr 2023 wurden erstmals E-Scooter als eigenständige Kategorie in der Straßenverkehrsunfallstatistik in Österreich ausgewiesen. So verletzten sich 611 E-Scooter-Fahrer, eine weitere Person wurde getötet. 50 Prozent aller E-Scooter-Unfälle (679) ereigneten sich in einer der sechs Großstädte und mehr als ein Drittel aller E-Scooter-Unfälle waren Alleinunfälle. Besonders auffällig bei den Daten zum ersten Halbjahr 2023 war auch der höchste Anteil an Verkehrstoten bei Schwer-Lkw-Unfällen seit 1992 und die hohe Anzahl getöteter Frauen.

Ablenkung und Unachtsamkeit als häufigste Ursachen

Verunglückte E-Scooter-Fahrer (verletzt oder getötet) waren durchschnittlich 34 Jahre alt und zu 71 Prozent männlich. In den Fällen, in denen die E-Scooter-Lenker den Unfall verursacht haben, waren die häufigsten Unfallursachen Unachtsamkeit/Ablenkung (27 Prozent), gefolgt von der Missachtung von Ge- und Verboten (24 Prozent) sowie der Beeinträchtigung durch Alkohol, Drogen oder Medikamente (18 Prozent). Die meisten verunglückten E-Scooter-Fahrer, nämlich 139, wurden in Wien registriert. Generell ereigneten sich Unfälle mit E-Scootern im Vergleich zu anderen Verkehrsarten erwartungsgemäß deutlich häufiger in Großstädten: 50 Prozent aller Unfälle mit E-Scootern wurden in einer der sechs Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern registriert. Zum Vergleich ereigneten sich 36 Prozent aller Radunfälle in diesen Städten. Die häufigsten Unfallgegner bei E-Scooter-Unfällen waren mit 40 Prozent Pkw, gefolgt von Fahrrädern mit 10 Prozent und Fußgänger mit 9 Prozent. Weitere 35 Prozent der E-Scooter-Unfälle waren Alleinunfälle.

Anteil der bei Schwer-Lkw-Unfällen Getöteten an allen Verkehrstoten noch nie höher

40 Personen kamen im ersten Halbjahr 2023 bei Unfällen mit Beteiligung eines Schwer-Lkw (über 3,5 t) ums Leben. Somit verstarben 22 Prozent aller Getöteten bei Schwer-Lkw-Unfällen, dies entspricht dem höchsten Anteil seit Beginn der digitalen Aufzeichnungen im Jahr 1992. Insgesamt verunglückten im ersten Halbjahr 2023 179 Personen bei Straßenverkehrsunfällen in Österreich tödlich, um 6 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Schockierender Rekord bei Frauenopfer

Zwischen Jänner und Juni 2023 kamen 60 Frauen bei Verkehrsunfällen ums Leben, 7 Prozent mehr als im 1. Halbjahr des Vorjahres. Das ist der höchste Wert in den vergangenen zehn Jahren. Lenkerinnen starben anteilsmäßig mit 20 Prozent deutlich häufiger als Fußgängerinnen. Bei den Männern waren es vergleichsweise nur neun Prozent. Besonders auffällig war außerdem der deutlich höhere Anteil an angelegten Gurten bei den tödlich verunglückten Pkw-Insassinnen mit 86 Prozent (Pkw-Insassen: 56 Prozent).

Viele Kinder unter den Verletzten

Im ersten Halbjahr 2023 wurden 1 309 Kinder (0 bis 14 Jahre) bei Verkehrsunfällen verletzt, der höchste Wert in den vergangenen sechs Jahren. Der Großteil, nämlich 485 Kinder (37 Prozent), wurden als Pkw-Insassen verletzt, weitere 292 Kinder (22 Prozent) als Fußgänger und 238 Kinder (18 Prozent) als Fahrradfahrer. 37 Prozent dieser Fußgänger wurden am Schutzweg oder Gehsteig bzw. Gehweg verletzt. Außerdem verunglückten zwei Kinder, eines als Fußgänger auf einem Schutzweg und eines als Pkw-Mitfahrer, tödlich.

*Hinweis: Dieser Artikel wurde am 25. Oktober, 13.19 Uhr aktualisiert: In einer früheren Version des Artikels wurde „Frauen“ statt „Lenkerinnen“ angeführt. Um Missverständnisse zu vermeiden, wurde der Begriff konkretisiert und der Artikel verändert.

Hinweis: Dieser Beitrag wurde am 30.10.2023 um 07:13 Uhr aktualisiert
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