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Symbolfoto
Symbolfoto auf 5min.at zeigt ein Apothekenschild.

So rüstet sich Österreich gegen Medikamentenmangel

Österreich kämpft weiterhin mit Medikamentenmangel, besonders in den Wintermonaten. Das Gesundheitsministerium reagierte mit einem Wirkstofflager und Unterstützung für preisgünstige Medikamente.

von Julia Waldhauser
Teamfoto von 5min.at: Julia Waldhauser ist für die Online-Redaktion Graz tätig.
2 Minuten Lesezeit(437 Wörter)

Das österreichische Gesundheitsministerium und der Pharmagroßhandel PHAGO haben Maßnahmen ergriffen, um die Medikamentenversorgung in der bevorstehenden Wintersaison sicherzustellen. Ein Schlüsselaspekt ist die Einigung, die es österreichischen Apotheken ermöglicht, wichtige Medikamente bei Bedarf selbst herzustellen. Der Großhandel wird vom Bund finanziell unterstützt, indem er 0,28 Euro pro Packung für kostengünstige Medikamente erhält. Darüber hinaus hat die EU-Kommission einen Mechanismus zur grenzüberschreitenden Medikamentenlieferung zwischen Mitgliedstaaten vorgeschlagen.

Versorgungssicherheit für den Winter

Im letzten Winter gab es Lieferengpässe für Medikamente in ganz Europa, was zu einer kritischen Versorgungslage führte. Um für diesen Winter besser gerüstet zu sein, wurde ein Lager für die notwendigen Wirkstoffe von Antibiotika und Erkältungsmedikamenten eingerichtet, auf das die Apotheken bei hoher Nachfrage zurückgreifen können. Dies ermöglichte es, vor allem junge Patienten rechtzeitig mit den benötigten Medikamenten zu versorgen.

Langfristige Lösungen für Medikamentenmangel erforderlich

Der Gesundheitsminister, Johannes Rauch, betonte, dass der anhaltende Mangel an Medikamenten langfristige Lösungen erfordert. Die geplante Aufstockung der Medikamentenvorräte erwies sich als ineffektiv, da die Bestellung von Medikamenten lange Vorlaufzeiten erfordert und nationale Lager die Knappheit auf europäischer Ebene verstärkt hätten. In Zeiten des Bedarfs wird der europäische Solidaritätsmechanismus die Versorgung sicherstellen.

Ein Bild auf 5min.at zeigt Bundesminister Johannes Rauch.
©BKA / Florian Schrötter
Gesundheitsminister Johannes Rauch betont Bedeutung von Solidaritätsmechanismus.

Österreich sichert Infrastruktur von preisgünstigen Medikamenten: Bund übernimmt Mehrkosten

Die Beschaffung und Lagerung der Wirkstoffe obliegt dem Pharmagroßhandel, der diese Produkte bei Bedarf sofort an die Apotheken liefert. Der Verband der österreichischen Arzneimittelvollgroßhändler (PHAGO) arbeitet eng mit dem Gesundheitsministerium und den Sozialversicherungsträgern zusammen, um Informationen über Lagerbestände und Engpässe bereitzustellen. Zusätzlich zu diesem Lager wurde eine Vereinbarung für die Sicherung der Infrastruktur von Medikamenten unter 3,93 Euro getroffen. Der Bund trägt einen Teil der entstandenen Mehrkosten, um Preissteigerungen in diesem sensiblen Bereich zu vermeiden.

Europäische Zusammenarbeit für langfristige Lösungen im Medikamentenmangel

Langfristige Lösungen für den Medikamentenmangel erfordern eine europäische Zusammenarbeit aufgrund der komplexen Lieferketten. Die Europäische Kommission hat bereits im Mai Vorschläge zur Aktualisierung der Arzneimittelgesetzgebung vorgelegt und einen Solidaritätsmechanismus für den grenzüberschreitenden Medikamentenaustausch zwischen den Mitgliedstaaten vorgeschlagen.

Apothekerschaft drängt auf faire Kostenerstattung

Die Entscheidung, Rohstofflager für wichtige Arzneimittel anzulegen, wird von der Österreichischen Apothekerkammer begrüßt. Dies stellt ein nützliches Werkzeug für Apotheker dar, um Lieferengpässen bei Medikamenten entgegenzuwirken. Die Präsidentin der Apothekerkammer, Ulrike Mursch-Edlmayr, betont die Notwendigkeit der Umsetzung der Forderungen der Apothekerschaft und fordert die Sozialversicherung auf, die zugesagte inflationskonforme Anpassung der Herstellungskosten umzusetzen.

Hinweis: Dieser Beitrag wurde am 05.11.2023 um 10:06 Uhr aktualisiert

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